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Kann ein Snap Store den Rebound verlängern?

Quelle: Media Kit Snap Inc.

Snap (WKN:A2DLMS) konnte überraschend starke Ergebnisse für das vierte Quartal vorweisen, hatte unerwartet hohe Umsätze und viel mehr durchschnittlich täglich aktive Nutzer. Aber kann man sich vorstellen, dass der Mutterkonzern von Snapchat auf einmal Plüschtiere und T-Shirts verkauft? Würde man deswegen zur Aktie greifen? Oder würde man kopfschüttelnd das Weite suchen?

Snap Streak! (Oder auch nicht?)

Der Q4-Bericht von Snap versprach viel, aber ein Quartal heißt nicht unbedingt viel. Das Unternehmen muss darauf aufbauen, und auf den ersten Blick sieht es nicht so aus, als ob sein neuer App Store ihm dabei helfen würde. Stattdessen scheint es sich um eine weitere Totgeburt zu handeln, die das Unternehmen bei der Suche nach einer Identität erleidet. Aber wenn man sich ein wenig näher damit auseinandersetzt, kann da wirklich etwas sein, das Investoren schätzen.

Derzeit gibt es im Snap Store, der sich im Discover-Bereich der App befindet und in der Regel kuratierte Inhalte ausgewählter Verlage enthält, nicht viel zu sehen. Für eine begrenzte Zeit kann man Dinge wie eine Dancing Hot Dog Plüschpuppe, ein Smilie Sweatshirt oder ein Dog Lens T-Shirt kaufen, und das alles für etwa 20 bis 50 Dollar. Weitere Produkte, so heißt es, werden in Kürze folgen.

Man fragt sich: Was will das Unternehmen damit erreichen? Schließlich sagt Snap selbst, dass man nicht versucht, Geld damit zu verdienen. Bisher sind die Ergebnisse von Bemühungen wie den Spectacles und verschiedenen Augmented Reality Objektiven eher zweischneidig gewesen. Und die Neugestaltung der Plattform fiel bei Kritikern durch, obwohl sie vielleicht dazu beigetragen hat, neue Nutzer anzuziehen. Diese Ramschecke für Plunder scheint ein weiterer Fehlstart zu sein.

Die schnelle Kehrtwende

Die Nutzerzahlen von Snap sind nicht rückläufig, aber das Wachstum ist nicht mehr so robust wie einst. Täglich aktive Nutzer haben in diesem Quartal die Grenze von 187 Millionen erreicht, das sind 18 % mehr als im Vorjahr, aber weit entfernt von dem 48 %igen Wachstum, das im gleichen Quartal des Vorjahres verzeichnet wurde. Es war jedoch das erste Mal seit Anfang 2016, dass die Wachstumsrate höher war als im Vorquartal. Auch die Umsätze stiegen deutlich an.

So würde sich ein Investor zu Recht fragen, warum Snap seine Zeit mit einem Konzept vergeudet hat, das keinen Einfluss auf die für den Turnaround wichtigen Kennzahlen hat.

Tatsache ist, dass der Snap Store das letztlich doch tun kann. Das ist zumindest das Ziel. Durch ein neues Outlet, mit dem man die Nutzer direkter anspricht, kann man die Markentreue steigern. Dies könnte die Publisher ermutigen, weiterhin Inhalte für Snap zu entwickeln, vor allem, wenn dies dabei hilft, die Interaktion der Nutzer zu monetarisieren.

Das scheint ein kluger Schritt zu sein. Erst vor kurzem hörte man von Facebook (WKN:A1JWVX), dass die Inhalte von Medien in User-Feeds zugunsten derjenigen von Familienangehörigen und Freunden reduzieren würden. Das ist bei den Content-Produzenten nicht gut angekommen: Die Hälfte der Instant-Artikel-Publisher haben die Plattform angeblich bereits verlassen. Ein digitaler Heimathafen, an dem man gemeinsam mit einer Plattform profitieren können, könnte dort gut ankommen.

Viel zu oft hat Facebook Snap schon Stöcke in die Speichen geworfen und Instagram und WhatsApp dahingehend aktualisiert, dass man die größten Innovationen von Snap einfach übernommen hat. Im Wesentlichen nutzt Facebook seine Größe, um Snapchat besser zu kopieren, als Snap es jemals machen könnte. Jetzt könnte Snap endlich den Spieß umdrehen.

Daten von Snap. Grafik vom Autor

Snap muss sich bewähren

Das Problem ist mal wieder das Wort „könnte“. Es gibt keine Garantie, dass Snap sich tatsächlich in diese Richtung bewegt. Im Augenblick — und für die vorhersehbare Zukunft — ist der Snap Store einfach ein Kanal, der Teens ein Sweatshirt zu 50 Dollar kaufen lässt. Die Zahl der Menschen, die das tatsächlich machen, ist wahrscheinlich ziemlich niedrig, was bedeutet, dass es schwierig sein könnte, Außenstehende davon zu überzeugen, ihre eigenen Waren zum Verkauf anzubieten.

Wenn der Snap Store dem Unternehmen hilft, mehr Brillen zu verkaufen, könnte das von Vorteil sein – vorausgesetzt, man bietet diese dort überhaupt an. In der Vergangenheit verkaufte man die Kamerabrille via Verkaufsautomaten, und letztes Jahr startete man mit Pop-up-Stores, um sie zu verkaufen. Das sind teurere Methoden als Verkäufe über die App, so dass diese dazu beitragen könnte, sowohl die Einnahmen als auch die Gewinne zu steigern.

Während das überraschend starke Quartal von Snap die Kritiker vorübergehend beruhigen könnte, müssen Anleger darauf achten, in welche Richtung sich der Snap Store bewegt. Die Frage ist, ob er sich in etwas Sinnvolles verwandeln wird – und wenn ja, wie schnell. Vielleicht hilft es ja dem Unternehmen dabei, auf der Dynamik dieses jüngsten positiven Quartals aufzubauen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Facebook.

Dieser Artikel von Rich Duprey erschien am 20.2.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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