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5 interessante Fakten über den Raketenstart von Space X, die viele übersehen haben

Foto: The Motley Fool.

Letzte Woche startete SpaceX das derzeit größte Raketenschiff der Welt. Wenn du das Spektakel verpasst hast, kannst du es dir auf YouTube noch einmal anschauen. Es war eine faszinierende Show – von der ersten Zündung bis zu Elon Musk’s rotem Tesla Roadster (WKN:A1CX3T), der mit an Bord war beim Orbit-Flug um die Sonne. Im Hintergrund wurde „Life on Mars“ von David Bowie gespielt.

Du hast den Start verfolgt, dich aber danach ausgeklinkt? Dann hast du vielleicht das Beste verpasst: die 30-minütige Interaktion zwischen Elon Musk und den Space-Fans, bei der live erklärt wurde, was gerade passierte.

Hier sind fünf wichtige Fakten, die er enthüllt hat:

1. Keine Panik

Einer der Höhepunkte eines jeden SpaceX-Starts ist es, die Falcon-9-Raketenantriebe der ersten Stufe zu beobachten, die nach Erfüllung ihrer Mission wieder auf der Erde landen. In dieser Hinsicht bot der Falcon-Heavy-Start am 6. Februar ein besonderes Highlight: Beide Booster-Raketen landeten in der Nähe der Startplattform am Cape Canaveral – ein Kunststück, das noch niemand vor SpaceX vollbracht hatte.

Zugegebenermaßen war die Vorstellung nicht fehlerfrei. SpaceX verlor die mittlere Stufe der Falcon Heavy bei einem fehlgeschlagenen Landeversuch auf See. Aber das ist okay. Es war schließlich die 1.0-Version dieser Stufe, die laut Musk „im Grunde genommen ein komplettes Redesign“ des ursprünglichen Falcon-Boosters darstellte. Für den ersten Versuch ist die Reise der Falcon Heavy in den Weltraum jedenfalls ziemlich beeindruckend.

Musk gab im Vorfeld auf der Pressekonferenz bekannt, was ihm bei seinem Projekt vor allem Bedenken bereitete: die seitlichen Titan-Gitterflossen auf den beiden Boostern und wie man diese sicher zurück zur Erde bringen könnte — sie haben es übrigens geschafft. Der SpaceX-CEO sagte: „Das war das Wichtigste, was es zu retten galt: die Gridfins.“

Wie Musk dann erklärte: „Diese Titan-Gitterflossen [sind] superteuer und … die Produktionsrate ist gering.“ Wären sie verloren gegangen, hätte SpaceX für zukünftige Falcon-9-Missionen neue kaufen müssen. Das hieße, bis zur Fertigstellung warten zu müssen, was möglicherweise zukünftige Starts verzögert hätte.

2. Falcon Heavy ist nicht die Zukunft, sondern praktisch schon Geschichte

Vielleicht überrascht es die Anleger am meisten, dass SpaceX bereits zur nächsten großen Sache überging, als die Welt zur selben Zeit noch den Start von Falcon Heavy bejubelte.

Da die Falcon 9 „Version 5“ fast flugfertig ist, und die Falcon Heavy flugerprobt ist, sagt Musk: „Es wird keine größeren Versionen von Falcon 9 oder Falcon Heavy mehr geben.“ Stattdessen richtet SpaceX sein Augenmerk auf den Bau einer „viel größeren Rakete“ und widmet „die meisten unserer Engineering-Ressourcen“ darauf, die noch größere „BFR“-Rakete flugfertig zu machen – vielleicht schon im nächsten Jahr.

BFR, sagt Musk, wird „ein Tier“ sein, mit einem Durchmesser von „30 Fuß ungefähr“ und einer Länge von mehr als 300 Fuß. SpaceX plant einen ersten Testflug der kompletten BFR-Rakete „in drei oder vier Jahren“. Musk prognostiziert: „Wir werden in der Lage sein, mit dem Schiffsteil von BFR kurze Flüge zu machen, vielleicht nächstes Jahr“.

3. FedEx nervös machen

Diese eher bescheidene Aussage mag den Anlegern von Paketdienstleistern wie FedEx (WKN:502391DX) und UPS (WKN:929198) Schauer über den Rücken gejagt haben. Vor allem nach den Nachrichten der letzten Woche, nach denen Amazon.com (WKN:906866) sich darauf vorbereitet, direkt mit ihnen zu konkurrieren.

Um die Hintergründe zu verstehen, muss man an September 2017 zurückdenken, als Musk seine Pläne für BFR auf dem International Astronautical Congress (IAC) in Adelaide, Australien, vorstellte. Im Laufe seiner Ausführungen, wie er plane, genug Geld zu verdienen, um BFR zum Mars zu schicken, beschrieb Musk ein kühnes Vorhaben: BFR als Paketdienst (und vielleicht auch als Taxidienst) hier auf der Erde zu nutzen: massive Raketen mit Überschallgeschwindigkeit, um schnell auf die andere Seite des Ozeans zu kommen.

Die Flüge mit BFR auf der Erde würden nach den Vorstellungen von Musk auf Plattformen im Meer beginnen und enden. Musk erwähnte, dass, „höchstwahrscheinlich“ SpaceX die BFR-Starts auf seinem Gelände in Texas testen wird. Er selbst könne sich vielleicht dazu entschließen, die Tests „ship to ship“ durchzuführen: das Starten und Landen auf Drohnenschiffen auf See.

Als Beweis für die Ernsthaftigkeit dieser Pläne hat SpaceX am Mittwoch angekündigt, dass das Unternehmen eine zweite Drohne baue, die aus Florida heraus auf die Basis gebracht werde. (Ein dritter Lastkahn ist bereits in Kalifornien stationiert und unterstützt die Starts von Vandenberg AFB. Wie sein Zwilling wird auch dieses Schiff wahrscheinlich Falcon-9-Starts von Cape Canaveral aus unterstützen, aber es könnte auch das Testen von BFR von Schiff zu Schiff erleichtern.

4. Keine Preisrückgänge mehr bei der Falcon?

Apropos Falcon 9: In den letzten Jahren hat sich SpaceX einen Namen als eine Art Walmart für den Weltraum gemacht und bietet „immer niedrige Preise“. Aber gibt es eine Grenze für die Großzügigkeit von Elon Musk?

Als Antwort auf die niedrigen Kosten der SpaceX-Starts in der vergangenen Woche sagte Musk, dass es „interessant“ sei, dass die Falcon Heavy „dreimal so leistungsfähig“ wie die Falcon 9 sei, aber der Start nur etwa 50 % mehr gekostet habe. Der Grund dafür ist die ähnliche Bauart: Die Falcon Heavy wirft wie die Falcon 9 nur „die Oberstufe“ ab, aber die teurere erste Stufe (und Booster) wird wiederverwendet, sodass „der Kostenunterschied zwischen Falcon 9 und Falcon Heavy gering ist“.

Das klingt ziemlich harmlos. Aber der Kern der Sache ist Folgendes: SpaceX verlangte etwa 60 Millionen US-Dollar für Falcon-9-Starts, bevor es herausgefunden hat, wie man Raketen wiederverwendet. Damals wollte  man, sobald man Raketen wiederverwenden konnte, die Kosten noch weiter senken, vielleicht sogar um bis zu 30 %.

Nun scheint Musk seine Meinung geändert zu haben. Jetzt scheint er 62 Millionen (für Falcon 9) oder 90 Millionen (für Falcon Heavy) zu meinen. Ich lese vielleicht zu viel zwischen den Zeilen heraus, aber es klingt für mich so, als ob das ursprüngliche Angebot von SpaceX mit hohen Rabatten für Flüge mit gebrauchten Raketen nicht mehr auf dem Tisch liegt.

Es mag tatsächlich eine Grenze für Musk’s Großzügigkeit geben – und dafür, wie stark er gewillt ist, die Preise zu senken, um Aufträge von Boeing (WKN:850471) und Lockheed Martin (WKN:894648) für sich zu gewinnen. Einige clevere Marketing-Maßnahmen ihrer United Launch Alliance könnten Boeing und Lockheed etwas Luft zum Atmen geben – und die Chance, weiter zu konkurrieren.

5. SpaceX hat ein Gespür für Kosteneinsparungen

Was würde SpaceX davon haben, wenn das Unternehmen die Startpreise nicht weiter nach unten drücken würde? Ganz einfach: SpaceX könnte Geld sparen, um eine eventuelle Reise zum Mars zu finanzieren, indem es mehr von seinen Kosteneinsparungen für sich behält. Und diese Kosteneinsparungen beginnen sich zu summieren.

Zusätzlich zu den Einsparungen bei der Bergung und Wiederverwendung von Raketenkernen sagt Musk: „Wir werden mit der Bergung der Verkleidungen, des großen Nasenkegels, beginnen“, auch bei Falcon-Starts. „Meine Vermutung ist, dass wir in den nächsten sechs Monaten einen Weg finden werden. Wir haben ein spezielles Boot, um die Verkleidungen zu bergen. Es funktioniert wie ein Fanghandschuh, aber in Bootsform“, verriet Musk letzte Woche. Dasselbe Boot könnte auch benutzt werden, um abgestürzte Dragon-Kapseln zu bergen.

Das alles mag nicht sehr aufregend klingen, aber wie wir aus früheren Gesprächen mit Musk wissen, kosten Falcon-Nutzlastverkleidungen neu etwa 6 Millionen US-Dollar. Bei einem 60-Millionen-Dollar-Falcon-9-Start sind das 10 % der Kosten. In Bezug auf die Booster-Rückholaktion sagte Musk einmal: „Stellen Sie sich vor, ein Haufen Bargeld schwebt durch die Atmosphäre und droht zu verbrennen und in winzige Stücke zu zerfallen, würden Sie versuchen, es zu retten? Wahrscheinlich ja.“

Klaro, wenn man 30 Million US-Dollar beim Booster sparen kann, dann klingen Einsparung von 6 Million US-Dollar natürlich nicht nach viel. Trotzdem ist es Geld, das vom Himmel fällt. SpaceX könnte genauso gut einen Eimer darunter halten und versuchen, es aufzufangen.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Tochtergesellschaft von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla. The Motley Fool empfiehlt FedEx. 

Dieser Artikel wurde von Rich Smith auf Englisch verfasst und am 19.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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