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3 häufige Fehlinformationen über NVIDIAs Kryptowährungs- und KI-Geschäft

Foto: The Motley Fool.

Die Aktien von NVIDIA (WKN:918422) waren in den letzten Jahren ein großer Gewinn. Seit 2016 haben die Aktien eine Rendite von 640 % erzielt, im Vergleich dazu schaffte der S&P 500 eine Rendite von etwa 40 %. Diese außergewöhnliche Leistung hat die Investoren gierig nach Artikeln über den schnell wachsenden Spezialisten für Grafikprozessoren (GPU) und künstliche Intelligenz (KI) gemacht. Das hat Finanz-Journalisten aus den Büschen springen lassen, um diese Nachfrage zu befriedigen.

Wenn besagte Büsche nur Leute beheimatet hätten, die in der Lage gewesen wären, sowohl anspruchsvolle Tech-Themen zu erfassen als auch ausreichende Recherche zu betreiben, bevor sie über die digitale Welt berichten, wäre dieses Massenaufkommen kein Thema. Doch wenig überraschend war dies nicht der Fall. Zweifellos machen wir alle gelegentlich Fehler, aber es gibt keine Entschuldigung dafür, bei wesentlichen Dingen — wiederholt — Fehler wegen gar keiner oder unzureichender Recherche zu machen.

Hier sind drei Sachen, die ich mehrfach — sogar auf einigen hoch angesehenen Seiten — gelesen habe, von denen einige einen skeptisch gegenüber dem Rest des Artikels machen sollte.

1. NVIDIA als „Bitcoin-Wette“ zu bezeichnen

Dies ist ein sehr häufiger Fehler. Ich denke, das ist daraus entstanden, dass einige Autoren gelesen haben, dass „NVIDIA eine Krypto-Wette ist“ (was wahr ist), nicht tiefer gegraben haben und daraus den ungenauen Schluss „NVIDIA ist eine Bitcoin-Wette“ gezogen haben, da Bitcoin sowohl die bekannteste digitale Währung als auch die älteste und größte nach Marktkapitalisierung ist.

Die genauen Informationen: NVIDIAs Grafikprozessoren gelten allgemein als ideal für das „Mining“ und die Generierung von neu entstehenden Kryptowährungen, die des Minigs bedürfen. (Dazu gehört immer noch Ethereum, der zweitgrößte Kryptowährung, sowie einige andere kleinere digitale Währungen.)

Sobald eine solche digitale Währung jedoch groß genug ist, wird jemand einen anwendungsspezifischen integrierten Schaltkreis (ASIC) bauen, um sie abzubauen, und andere werden zunehmend dem Beispiel folgen und einen Grafikprozessor zu einem zweitklassigen Werkzeug für den Abbau dieser speziellen Kryptowährung machen. Dieses Szenario geschah mit Bitcoin, und es wird letztendlich auch mit anderen Kryptowährungen passieren, wenn sie weiter an Wert gewinnen und die Notwendigkeit des Abbaus aufrechterhalten. Jensen Huang, CEO von NVIDIA, erläuterte dies ausführlich in einer vierteljährlichen Telefonkonferenz des Unternehmens im Geschäftsjahr 2018. Eine schnelle Internet-Recherche kann das bestätigen.

2. Bereitstellung einer genauen Quantifizierung des Kryptowährungsgeschäfts

Ich habe einige Artikel gelesen, die eine genaue Quantifizierung des Kryptowährungsgeschäfts von NVIDIA in Bezug auf den Dollarbetrag des Umsatzes, der in einem bestimmten Quartal oder in einem anderen Zeitraum generiert wurde, und/oder den Prozentsatz des Gesamtumsatzes nennen.

Die genauen Informationen: Das Unternehmen selbst kann keine genaue Quantifizierung liefern, da es keine Möglichkeit hat, zu erfahren, wie viele Verbraucher ihre GeForce-Gaming-Karten kaufen, um sie für den Abbau digitaler Währungen zu verwenden. Die Umsatzzahlen, die CFO Colette Kress bei den Telefonkonferenzen zu Q2 und Q3 angegeben hat (in Q4 hat sie keine Zahlen genannt), beziehen sich nur auf den Umsatz der anwendungsspezifischen Boards. In Q2 und Q3 machten die Umsätze dieser anwendungsspezifischen Produkte 6,7 % bzw. 2,7 % des Gesamtumsatzes von NVIDIA aus. Jeder Autor, der diese Zahlen für eine exakte Quantifizierung verwendet, unterschätzt die Größe des NVIDIA-Geschäftes mit Kryptowährungen.

3. Gleichsetzung des gesamten Rechenzentrumsgeschäfts von NVIDIA mit dem Geschäft mit künstlicher Intelligenz

Ich habe mehrere Artikel gelesen, die NVIDIAs gesamtes Rechenzentrumsgeschäft mit dem Geschäft mit künstlicher Intelligenz gleichsetzen. Dieser Fehler ist bedeutend, weil er die Investoren zu der Annahme veranlasst, dass NVIDIAs KI-Geschäft größer — wahrscheinlich erheblich größer — wäre, als es tatsächlich ist.

Die genauen Informationen: Die KI ist ein enormer Wachstumstreiber für NVIDIAs schnell wachsende Rechenzentrumsplattform, die nach Umsatzanteil hinter den Spielen die größte Plattform des Unternehmens ist. Die KI ist jedoch nicht der einzige Wachstumstreiber dieser Plattform. Genaue Informationen sind leicht zu beschaffen: Zu Beginn eines jeden Quartalsberichtes skizziert Kress die Wachstumstreiber für jede der vier Zielmarktplattformen des Unternehmens, und häufig erläutert Huang diese Informationen in der Frage-und-Antwort-Sitzung, die auf die Eröffnungsrede des Managements folgt. Zu den Wachstumstreibern des Rechenzentrums zählen neben der KI vor allem High-Performance Computing (HPC) und Virtualized Computing. (Letzteres bezieht sich auf das Erstellen und Verwenden virtueller Versionen eines Computergeräts oder einer anderen Ressource.) Kress sagte bei der Telefonkonferenz zu Q4, dass NVIDIA „beginnt, die Annäherung von HPC und KI zu sehen“, doch das sind immer noch zwei komplett verschiedene Dinge.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt NVIDIA, besitzt aber keine der erwähnten Kryptowährungen.

Dieser Artikel wurde von Beth McKenna auf Englisch verfasst und am 18.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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