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Affen toppen Aktivfonds und ETFs: Das kannst du ihnen nachäffen

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Schau dir das kleine Kerlchen im Beitragsbild gut an. Vielleicht wäre es nämlich besser, wenn du bei deinen Anlageentscheidungen häufiger auf ihn setzen würdest als auf seine menschlichen Pendants. Klingt verrückt? Vielleicht.

Wie eine Studie aus dem Jahr 2013 jedoch zeigte, konnten Affen über einen langjährigen Zeitraum viele Fondsmanager und ETFs in nicht unerheblicher Weise schlagen. Unglaublich, findest du? Das habe ich mir gedacht. Daher habe ich im Folgenden noch ein paar mehr Details sowie daraus abgeleitete Ratschläge, die du für einen tierisch guten Anlageerfolg womöglich besser nachäffen solltest.

Der Inhalt der Studie

Konkret ging es in der Studie wie gesagt um einen Vergleich zwischen Aktivfonds und ETFs mit einer Auswahl, die von Affen getroffen wurde. Beziehungsweise genauer gesagt um eine Auswahl von Aktien, die ein verhaltensmäßig auf Affe getrimmter Computer ausgewählt hat.

Angelegt war diese Studie über einen Zeitraum von 43 Jahren in der Retrospektive. Über 10 Millionen Mal wurden in diesem Zeitraum nach dem affigen Prinzip 1.000 Aktientitel ausgewählt, die zu einem Index gebündelt wurden. Dieser wurde dann in der Folge mit 13 vergleichbaren Börsenbarometern verglichen.

Das Ergebnis: Im Vergleich zu allen 13 ausgewählten Börsenbarometern schnitten die Picks der Affen besser ab. Fast alle der 10 Millionen berechneten Vergleiche konnten die Affen für sich beanspruchen. Uff, das schlaucht. Und wirft wohl kein gutes Licht auf die Finanzindustrie.

Doch woran liegt es, dass Affen bessere Auswahlentscheidungen als Menschen getroffen haben? Und wie kannst du möglicherweise von diesen Erkenntnissen profitieren? Finden wir es heraus!

Unser Gehirn ist Schuld

Ein wesentlicher Grund für den Misserfolg der Börsenbarometer liegt in dem Aufbau gängiger Indices. Diese sind nämlich in der Regel so aufgebaut, dass sie einen Querschnitt unserer Wirtschaft zeichnen. Oftmals sind sie zudem nach Marktkapitalisierung gewichtet, wodurch der Erfolg kleinerer Unternehmen nicht so stark zur Geltung kommt wie die Bewegungen der häufig trägeren, höher kapitalisierten Unternehmen.

Ein anderer, für unsere Auswertungszwecke wichtigerer Grund für den Misserfolg der menschlichen Finanzkonstruktionen hängt mit unserer Denkweise zusammen. Oder kurz: Unsere Intelligenz behindert uns bei unseren Anlageentscheidungen in nicht unerheblicher Weise.

So würden wir gerade bei Finanzanalysen aufgrund unserer Intelligenz oft unter Fehlannahmen und Selbsttäuschungen leiden. Wir würden uns Vorstellungen von der Funktionsweise der Märkte und Aktien bilden und anhand dieser die zukünftige Entwicklung vorhersehen wollen, was sich oftmals als falsch herausstellt, so die Verfasser der Studie. Trends der Vergangenheit könnten oftmals nicht ohne Weiteres in die Zukunft fortgeschrieben werden, weshalb wir uns bei der Aktienauswahl Fehlgriffe leisten.

So weit, so gut. Aber was sollen wir nun anhand dieser Erkenntnisse für den Erfolg unserer eigenen Investitionen mitnehmen?

Mach es hin und wieder wie die Affen!

Anhand der Ergebnisse drängen sich vier smarte affige Handlungsweisen meiner Meinung nach förmlich auf:

  • Zunächst einmal wäre das der Aspekt der Diversifizierung. Wir Fools weisen regelmäßig darauf hin, wie wichtig es ist, zumindest einigermaßen diversifiziert in der Börsenwelt unterwegs zu sein, um einzelne Schwankungen auszugleichen. Die Affenportfolios haben auch noch einmal gezeigt, dass selbst ein groß angelegtes diversifiziertes Portfolio (1.000 Einzelaktien) in der Lage ist, gängige Vergleichswerte zu schlagen.
  • Zum anderen zeigt das Affenportfolio deutlich, dass man auch abseits der gängigen großen Indices schauen sollte. Viele Aktien, die bereits im Fokus der Medien oder Anleger sind, haben womöglich bereits viel von ihrem Potenzial ausgereizt. In der Breite müssen diese Werte daher nicht immer die beste Entscheidung sein.
  • Ebenso sollten Anleger in Erwägung ziehen, in kleinere Werte zu investieren. Zwar sind diese oftmals volatiler, können aber prinzipiell noch einen langen Wachstumsweg bis zu einer Marktkapitalisierung im Mid- beziehungsweise Largecap-Bereich gehen. Die willkürliche Auswahl der Affen dürfte daher gewiss auch so manch kleinere Position inhärent gehabt haben, die womöglich einen ausschlaggebenden Renditekick verursacht haben.
  • Zudem sollten wir bei unseren Blicken in die Zukunft Vorsicht walten lassen und besonders defensiv prognostizieren. Denn eine nicht zu unterschätzende Wahrscheinlichkeit, dass alles anders kommt, als wir denken, liegt in jeder noch so scheinbar plausibel erdachten Prognose. Selbst die klarsten Wachstumstreiber sollten auf Risiken und Fehleinschätzungen überprüft werden. Wie gesagt, wir Menschen neigen hier scheinbar zu einem zu hohen Maß an Zuversicht und Selbstüberschätzung.

Auf den Affen gekommen?

Letztlich zeigt diese Studie jedoch in meinen Augen auch, dass der Börsenerfolg viel von Ausdauer und einer Prise Glück abhängig ist. Dennoch können wir, wenn wir klassische menschliche Fehler vermeiden, mit so einigen Tricks zu außerordentlichen Erfolgen kommen.

Falls dir das nun allerdings noch nicht zu einem tierischen Vergnügen reicht, kann ich dir noch einen überaus lesenswerten Artikel meines Foolischen Kollegen Ralf empfehlen. Auch er ist kürzlich erst auf den Affen gekommen und hält weitere interessante tierische Aspekte zum Investmenterfolg bereit, die du vielleicht besser in gleicher Manier nachäffen magst.

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