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Größter Hedgefonds wettet Milliarden auf DAX-Crash: Diese Aktien sollen tief fallen

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Bridgewater Associates ist der größte Hedgefonds der Welt. Sein Gründer Ray Dalio hat mit seinen Strategien über die lange Frist den Markt geschlagen und dabei ein Vermögen von vielen Milliarden US-Dollar angehäuft.

Da sein Investitionsstil im Fachjargon als „makro“, also ausgerichtet auf die Veränderungen in der Weltwirtschaft, einzustufen ist, ist seine Meinung zu vielen wirtschaftlichen Themen stets gefragt. Jeder neue Schachzug findet viel Beachtung. So hat gerade wieder eine der neuesten Positionen von Bridgewater hohe Wellen geschlagen.

Der Hedgefonds hat zwischenzeitlich eine 22 Milliarden US-Dollar schwere Wette gegen Europas größte Firmen aufgebaut. Ungefähr ein Fünftel davon war Anfang Februar laut Handelsblatt auf DAX-Schwergewichte verteilt. Bridgewater setzt also auf einen DAX-Crash, der die angesammelten Short-Positionen profitabel machen würde.

Auf welche Unternehmen hat es Bridgewater besonders abgesehen? Sind vielleicht auch Aktien aus deinem Portfolio dabei, und wenn ja, sollte dich das überhaupt interessieren?

13 von 30

Bekanntlich sind im DAX die Aktien von 30 verschiedenen Unternehmen enthalten. Generell gilt, dass eine größere Marktkapitalisierung die Wahrscheinlichkeit steigert, in den deutschen Leitindex aufgenommen zu werden, allerdings wird die endgültige Entscheidung auch anhand ein paar weiterer Kriterien getroffen.

Im Bundesanzeiger müssen alle Netto-Leerverkaufspositionen oberhalb von 0,50 % der Aktien eines Unternehmens aufgelistet werden. Meine Recherche der dort aktuell gelisteten Short-Positionen hat ergeben, dass Bridgewater aktuell Short-Positionen von 13 der 30 DAX-Aktien aufgebaut hat. Ansonsten befinden sich keine deutschen Aktien im Visier des Hedgefonds.

So sieht die aktuelle Liste aus:

Quelle: Bundesanzeiger, Position in % der Aktien, Datum der aktuellsten gemeldeten Position; Stand: 18.02.2018

Eine ziemlich breite Mischung

Wie man sieht, hat sich Bridgewater viele unterschiedliche DAX-Unternehmen für seine Shorts herausgepickt. So ziemlich jede Branche ist vertreten und man könnte nicht einmal sagen, dass mithilfe der Positionsgröße sonderlich differenziert wurde.

Genau genommen müsste man natürlich noch die Marktkapitalisierung der einzelnen Unternehmen berücksichtigen, um die absoluten Short-Positionen in den Vergleich zueinander zu setzen, aber da sich die Unternehmen in der Liste nicht massiv in ihrer Marktkapitalisierung unterscheiden, wären selbst dann die Unterschiede überschaubar.

Manche vermuten, dass die Shorts eine Wette auf einen Zusammenbruch der Weltwirtschaft und ein Sinken der Exporte ist, aber ich finde nicht, dass diese Auswahl unbedingt auf eine extrem exportabhängige Gruppe an Unternehmen schließen lässt. Wären Unternehmen wie Bayer (WKN:BAY001), die Deutsche Post (WKN:555200) oder die Münchener Rück (WKN:843002) wirklich am schlimmsten von einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums betroffen? Muss Daimler (WKN:710000) schwere Zeiten mehr fürchten als BMW (WKN:519000)? Ich habe daran meine Zweifel.

Wer tiefer gräbt, findet eine bessere Erklärung.

Diese Shorts stinken nach purem Opportunismus

Ich bin der Ansicht, dass diese groß angelegte Wette auf fallende Aktienkurse in Europa weniger tiefgründig ist, als viele denken. Bridgewater setzt wahrscheinlich nicht auf einen Megacrash in Europa, sondern hat sich einfach nach der Euphorie der letzten Monate eher defensiv positioniert und wollte vielleicht auch noch zusätzlich Gewinne durch erwartete Wechselkursschwankungen mitnehmen.

Für diese These spricht ein Blick auf die Entwicklung der Short-Positionen. Von den 13 Positionen wurden sechs am 26. Januar initiiert. Der Rest wurde in den Tagen danach aufgebaut. Das heißt, dass Bridgewater genau in die fallenden Kurse hinein geshortet hat. Wer noch genauer hinsieht, merkt, dass Bridgewater nicht unbedingt einen weiteren Crash an den Börsen erwartet, denn die Positionen wurden in den letzten Tagen bereits wieder verringert:

Quelle: Bundesanzeiger, Position in % der Aktien, Datum der aktuellsten gemeldeten Position; Stand: 18.02.2018

Die Detailanalyse zeigt, dass Bridgewater mit absoluter Präzision alle seine Short-Positionen bei 0,50 % oder ein wenig mehr begonnen, sie dann in den darauffolgenden Tagen noch erweitert und zuletzt wieder gesenkt hat.

Für mich sieht das alles nach purem, kalkulierendem Opportunismus aus. Als Aktionär würde ich mir keine Sorgen machen, wenn sich eine oder mehrere meiner Aktien in der Liste befinden. Die Verringerung der Short-Position lässt darauf schließen, dass Bridgewater gar nicht mehr allzu pessimistisch ist, und außerdem wurde sowieso nie wirklich zwischen den einzelnen Unternehmen differenziert.

Das sind genug Gründe, um dieser milliardenschweren Wette nicht allzu viel Gewicht zu geben.

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Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurden versehentlich die BMW- und Daimler-Empfehlungen nicht im Disclosure gelistet. The Motley Fool bedauert den Fehler.

Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW, Daimler und Fresenius.

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