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5 Dinge, die die Investoren über die Zukunft von Celgene wissen sollten

Foto: The Motley Fool.

Für Celgene (WKN:881244) war 2017 ein extrem schlechtes, gar schreckliches Jahr. Zumindest sehen das manche Leute so.

In Wirklichkeit stieg der Nettoumsatz des großen Biotech-Unternehmens im Vergleich zum Vorjahr um 16 % und der bereinigte verwässerte Gewinn pro Aktie um 25 %. Der Aktienkurs von Celgene ging 2017 jedoch um fast 10 % zurück, nachdem er zu einem bestimmten Zeitpunkt um mehr als 25 % gestiegen war. Das machte es für die Anleger zu einem sehr enttäuschenden Jahr.

Wie sieht die Zukunft von Celgene aus? Der CFO des Unternehmens, Peter Kellogg, und Patrick Flannigan, der Corporate Vice President of Investor Relations, sprachen am Donnerstag auf der Leerink Healthcare Conference. Hier sind fünf Dinge, die sie über Celgenes Zukunft gesagt haben.

1. Gute Ergebnisse von Q4 sollten sich 2018 fortsetzen

Celgene verpasste im dritten Quartal die Umsatzschätzungen der Wall Street und senkte den Ausblick für das Gesamtjahr 2017 sowie den Ausblick bis 2020. Dieses schlechten Nachrichten ließen die Aktie gegen Ende des letzten Jahres zusammenbrechen. Allerdings kam das Unternehmen im vierten Quartal mit tollen Ergebnissen zurück. Peter Kellogg sagte auf der Leerink-Konferenz, dass sich die Dynamik des vierten Quartals 2018 fortsetzen solle.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, warum Celgene im dritten Quartal stockte. Die Umsätze von Otezla, einem Medikament gegen Psoriasis und Psoriasis Arthritis, waren geringer als erwartet. Dafür waren zwei Hauptfaktoren ausschlaggebend: Zum einen verlangsamte sich das Wachstum des US-amerikanischen Psoriasis-Marktes, zum anderen spürte Celgene die Auswirkungen von Brutto-Netto-Anpassungen aus Managed-Care-Verträgen, die zu Beginn des Jahres umgesetzt wurden.

Aber beides scheint weitgehend der Vergangenheit anzugehören. Kellogg sagte, dass Otezla den Patienten wieder besser zugänglich werden könnte, nachdem Verträge mit Kostenträgern, die etwa 80 % der Patienten repräsentieren, abgeschlossen wurden. Zusätzlich bedürfen die Patienten keiner Zweitlinientherapie, bei der sie zuerst Biologika einnehmen müssen, bevor sie Otezla bekommen.

2. Kein Grund zur Sorge um Revlimid

Du wirst dich vielleicht fragen, wie die Aktien von Celgene für weniger als das 9,4-fache des erwarteten Gewinns gehandelt werden können. Die Antwort — zumindest teilweise — ist, dass viele Investoren über die Aussichten des Unternehmens besorgt sind, wenn Revlimid die Exklusivität verliert. Revlimid war im vergangenen Jahr das am zweitmeisten verkaufte Medikament der Welt und erwirtschaftet immer noch 63 % des Gesamtumsatzes von Celgene.

Mehrere Generika-Hersteller fordern die Patente von Revlimid heraus. Gelingt es einem oder mehreren dieser Unternehmen, wird Celgene Schwierigkeiten bekommen. Kellogg bemerkte jedoch, dass Celgene sich bereits mit einem Unternehmen namens Natco Pharma zusammengeschlossen hätte. Das Abkommen erlaubt es Natco, eine generische Version von Revlimid in den USA ab März 2022 in begrenzten Mengen zu vermarkten, nach dem 31. Januar 2026 dann ohne Mengenbeschränkungen.

Kellogg räumte ein, dass die Investoren wahrscheinlich gerne sehen würden, dass sich Celgene mit anderen Parteien einigt, wie es bereits mit Natco geschehen ist. Er sagte jedoch, dass diese Art des Arrangements „ein langwieriger Prozess“ sei. Andere Herausforderer werden laut Kellogg erst die Stärke von Celgenes geistigem Eigentum sehen müssen, bevor weitere Abmachungen zu erwarten sind. Kellogg schien jedoch nicht besorgt darüber zu sein, dass Revlimid seine Exklusivität früher als 2022 verliert; wahrscheinlich, weil das Unternehmen erwartet, dass andere Generika-Hersteller letztendlich ähnliche Bedingungen wie Natco akzeptieren werden.

3. Hohes Umsatzwachstum und die hohen Margen bleiben erhalten

Celgene rechnet bis 2020 mit einem jährlichen Umsatzwachstum zwischen 14 % und 15 %. Im Jahr 2017 wies das Unternehmen eine operative Marge von 58 % aus. Kann Celgene auch in den nächsten zehn Jahren ein solches Umsatzwachstum und eine solche operative Marge erzielen? Kellogg denkt, dass das Unternehmen das kann.

Er merkte an, dass die Übernahme von Juno Therapeutics (WKN:A12GMP), die voraussichtlich im März abgeschlossen wird, die operative Marge ein wenig nach unten drücken würde. Die höheren Kosten, die mit komplexeren Produkten wie Zelltherapien und Biologika verbunden sind, könnten sich ebenfalls negativ auf die Margen auswirken. Dennoch denkt Kellogg nicht, dass „dramatische“ Margenveränderungen bevorstehen würden.

Was das Umsatzwachstum anbelangt, so erwartet Celgene, in den nächsten fünf Jahren zehn neue potenzielle Kassenschlager auf den Markt zu bringen. Diese Medikamente könnten einen kombinierten jährlichen Spitzenumsatz von über 16 Milliarden US-Dollar schaffen. Zum Vergleich: Celgene erzielte 2017 einen Gesamtumsatz von nur 13 Milliarden US-Dollar. Einige dieser Medikamente, insbesondere Ozanimod und bb2121, weisen ein besonders hohes Potenzial auf.

4. Einige Medikamente in der Anfangsphase haben ein enormes Potenzial

Wie sieht die Zukunft von Celgene über die Medikamente hinaus aus, die in den nächsten fünf Jahren auf den Markt kommen sollen? Kellogg sagte, dass das Unternehmen acht neue Programme in frühen klinischen Studien vorantreibt. Er hob ausdrücklich drei dieser Programme hervor.

Die nächste Generation des CEL-MoD (Cereblon Modulator) CC-92480 geht in eine Phase-1-Studie zur Behandlung des Multiplen Myeloms über. Kellogg meinte, es sei „eine Bereicherung, von der man künftig viel hören wird“. CC-93269, das auch zu einer Phase-1-Studie zur Behandlung des Multiplen Myeloms voranschreitet, ist ein weiteres Medikament im Frühstadium, das ein hohes Potenzial hat. Kellogg mochte auch die Aussichten für CC-90010, einen BET-Inhibitor, der in einer Phase-1-Studie zur Behandlung solider Tumore getestet wird.

5. Weitere Übernahmen folgen

Celgene hat bereits in diesem Jahr zwei Übernahmen angekündigt: Impact Biosciences und Juno. Auf die Frage, ob das Unternehmen bei Fusionen und Übernahmen eine Verschnaufpause einlegen wolle, antwortete Kellogg: „Das liegt nicht in unseren Genen.“

Was für Geschäfte könnte Celgene tätigen? Kellogg sagte, dass das Unternehmen weiterhin auf vollständige Übernahmen von Unternehmen und Vermögenswerten sowie auf Lizenzverträge achten würde. Er sagte, dass Celgene gerne Vermögenswerte in der Spätphase erhalten möchte, obwohl sie manchmal teuer sind. Kellogg fügte jedoch hinzu, dass wenn die Vermögenswerte „in Bereichen liegen, die wir für wichtig und potenziell lukrativ halten, wir gerne einen Deal machen“.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Celgene.

Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und am 16.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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