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So denkt Daimler-CEO Zetsche über die Gegenwart und Zukunft von Daimler

Foto: Daimler

Vernetzte und autonom fahrende Fahrzeuge, Elektromobilität und Mobilitätsdienstleistungen sind die Schlagworte, die die Automobilbranche durcheinanderbringen. Auf der Anfang Februar abgehaltenen Jahrespressekonferenz präsentierte Daimler (WKN:710000) nicht nur die hervorragenden Zahlen des letzten Geschäftsjahres, Daimler-CEO Dieter Zetsche ließ uns auch an seinen Gedanken über die Gegenwart und Zukunft von Daimler teilhaben.

Zetsche über die Zahlen der Gegenwart

Natürlich ist es spannend und aufregend über die Zukunft zu reden und die bestehenden Herausforderungen anzupacken. Ohne ein profitables und gesundes Bestandsgeschäft bleibt einem Unternehmen aber nichts anderes übrig, als die notwendigen Ausgaben für die Zukunft mit neuen Schulden oder der Ausgabe neuer Aktien zu finanzieren.

Zetsche drückt seinen Stolz auf das Bestandsgeschäft folgendermaßen aus:

Unser Unternehmen ist kerngesund und hochprofitabel. Wir sind stolz darauf: Wer sich auf Daimler verlässt, hat als Kunde ein hervorragendes Produkt, als Aktionär eine profitable Wertanlage und als Mitarbeiter einen attraktiven Arbeitgeber.

Schaut man sich die Zahlen an, dann ist dieser Stolz auch nachvollziehbar. Der Umsatz stieg um 7 % auf 164 Milliarden Euro, die verkauften Einheiten um 9 % auf 3,3 Millionen Fahrzeuge und das Ergebnis vor Steuern und Zinsen um 14 % auf 10,5 Milliarden Euro.

Zumindest Zetsche will sich auf diesen Erfolgen aber keinesfalls ausruhen:

Aber Stabilität ist kein Grund für Stillstand. Deshalb treiben wir in allen Bereichen von Daimler den Wandel voran.

Daher hat Zetsche auch einen großen Anteil seiner Redezeit den Zukunftsthemen autonomes Fahren, Elektromobilität und dem notwendigen Kulturwandel gewidmet.

Zetsche über vernetztes und autonomes Fahren

Das heißeste Buzzword der Autobranche sind derzeit wohl Roboter-Taxis. Also selbstfahrende Autos, die einen auf Zuruf von selbst abholen und einen ohne weiteres zutun an das gewünschte Ziel chauffieren.

Laut Zetsche arbeitet Daimler ebenfalls an „Flotten für Metropolregionen, die Level 5-autonom unterwegs sind“, also an Robo-Taxis. In den frühen 2020er-Jahren möchte Daimler dann auch die ersten selbstfahrenden Taxis auf die Straße bringen.

Die weiteren Ausführungen von Zetsche zeigen allerdings die noch zu meisternden Herausforderungen. Zunächst müssen die Nutzer von der Sicherheit und Zuverlässigkeit solcher Neuheiten überzeugt sein, oder wie es Zetsche formuliert:

Wir bringen schrittweise automatisierte Fahrfunktionen in unsere Serienautos. So können die Kunden mehr und mehr Vertrauen in die Technologie gewinnen.

Neben der Akzeptanz gibt es aber auch vielfältige operative und technologische Herausforderungen:

Es beginnt mit der Technik im Auto und den Software-Plattformen und geht über die intelligente Flottensteuerung bis hin zur Finanzierung.

Trotz der vielfältigen Herausforderungen ist Zetsche aber zuversichtlich, dass Daimler sich „in allen Feldern über die letzten Jahre in eine hervorragende Ausgangsposition gebracht“ hat.

Auch bei Nutzfahrzeugen setzt Daimler künftig auf Vernetzung:

Und da es für die Zukunft des Transports entscheidend ist, dass das Fahrzeug mit den anderen Teilen der Logistikkette vernetzt ist, wird der neue Sprinter mit der dafür erforderlichen Hardware ins Internet der Dinge integriert.

In meinen Augen ist das eines der größten Pluspunkte bei Daimler. Die Abdeckung der gesamten Wertschöpfungskette von Produktion, Finanzierung und Mobilitätsdienstleistungen für die unterschiedlichen Sparten PKW, LKW, Busse und Vans.

Zetsche über Elektromobilität

Auch wenn autonomes Fahren sicherlich die größeren Auswirkungen auf die Transport- und Mobilitätsbranche haben wird, so ist der Elektromobilitätstrend deutlich reifer. Auch Zetsche sieht das so und drückt es mit folgendem Statement auch aus:

Wir haben jetzt die technischen Voraussetzungen, um Elektroautos zu bauen, die Verbrennern ebenbürtig – in manchen Feldern sogar überlegen – sind.

Eine Aussage, die vor einigen Jahren bei Daimler wohl undenkbar gewesen wäre. Die Frage ist nun natürlich, ob Daimler diese Erkenntnis zu spät erlangte. Laut den Verkaufszahlen für reine Elektroautos, bei denen es im Daimler-Konzern nur welche der Marke Smart gibt, liegt Daimler ziemlich abgeschlagen hinter BMW, Tesla und den chinesischen Herstellern.

Für die Zukunft hat Daimler nun aber angekündigt, bei der Marke Smart ab 2020 ausschließlich Elektromodelle verkaufen zu wollen. Bis zum Jahr 2022 soll im Automobilbereich auch in jedem anderen Segment eine rein elektrische Alternative zur Verfügung stehen.

Auch bei Vans, Bussen und LKWs sollen rein elektrische Antriebe eine deutlich größere Rolle spielen. Teilweise schon ab 2018, beispielsweise mit dem eVito oder einem pilothaften voll-elektrischen Bus oder auch dem bereits verfügbaren Leicht-LKW Fuso eCanter.

Zetsche über kulturelle und organisatorische Veränderungen

Zetsche und sein Management-Team sehen in den anstehenden Herausforderungen auch die Notwendigkeit, die innere Einstellung der Daimler-Mannschaft und die Organisationsstrukturen zu ändern:

Denn innere Einstellung und äußere Aufstellung sollten sich ergänzen: Es ist einfacher, marktnah, schnell und flexibel zu sein, wenn das auch die Strukturen um uns herum unterstützen.

Um diesen Kulturwandel zu unterstützen sollen die einzelnen Divisionen künftig in drei rechtliche selbstständige Einheiten – Cars & Vans, Trucks & Buses und Financial Services – weiterentwickelt werden. Diese drei Einheiten sollen unter dem Dach der Daimler AG gebündelt werden. Durch diese Teilung sollen die kleineren Einheiten laut Zetsche beweglicher, fokussierter und schlagkräftiger agieren können. Außerdem werde Daimler so noch attraktiver für Investoren und mögliche Partner.

Das hört sich nun schon bereits nach einer Öffnung der einzelnen Divisionen für weitere Investoren an. Eine Zerschlagung des Konzerns in komplett eigenständige Einheiten macht ein weiteres Statement von Zetsche allerdings unwahrscheinlich:

Dabei geht es um die richtige Balance: Wir stärken die Eigenverantwortung in unserer Organisation und bewahren gleichzeitig die Synergien, die wir bei Daimler haben.

Die Neuorganisation muss allerdings erst noch vom Vorstand, dem Aufsichtsrat und anschließend von der Hauptversammlung genehmigt werden. Die Vorlage der entsprechenden Entscheidung sei dabei aber erst für die Hauptversammlung 2019 geplant. Also gilt auch hier, wie bei den genannten Zukunftsthemen: Die Zukunft wird zeigen, welche Richtung Daimler und die restliche Mobilitäts- und Transportbranche einschlagen wird.

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Sven besitzt Aktien von BMW und Daimler. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

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