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Geht Tesla die Zeit aus?

In den letzten fünf Jahren hat Tesla (WKN:A1CX3T) die Automobilindustrie revolutioniert, indem es bewiesen hat, dass Elektrofahrzeuge cool sein könnten – und kommerziell erfolgreich.

Im vergangenen Jahr hat Tesla mit dem Einstieg in den Massenmarkt mit der Limousine Model 3 einen großen Schritt nach vorn gemacht. Der anfängliche Hochlauf der Produktion verlief langsamer als geplant. Dennoch sind CEO Elon Musk und sein Team bei Tesla zuversichtlich, dass das Unternehmen bis Juni 5.000 Model 3s pro Woche bauen kann – mehr als doppelt so viele wie im gesamten vierten Quartal.

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Tesla hat jedoch nicht gezeigt, dass es in der Lage sein wird, ein erschwingliches Elektroauto profitabel zu bauen. Mit zahlreichen großen Autoherstellern, die sich schnell in den Markt für Elektrofahrzeuge (EV) begeben — angeführt von General Motors (WKN:A1C9CM) — könnte die Zeit knapp werden, um sich eine führende Position im EV-Markt zu sichern.

Tesla hat ein Renditeproblem

Einige Tesla-Bären argumentieren, dass das Unternehmen eine Katastrophe ist, die nur darauf wartet, zu passieren, weil es immer unrentabel war und der freie Cashflow tief in den roten Zahlen lag. Die Verluste und die Geldverbrennung von Tesla lassen sich jedoch durch die hohen Investitionen erklären, die Tesla tätigt, um Wachstum zu ermöglichen. Beispielsweise baut das Unternehmen seine Produktionskapazitäten zügig aus und investiert dabei enorme Summen in die Forschung und Entwicklung.

Andererseits ist Teslas niedrige Bruttomarge ein berechtigtes Anliegen. Ohne den Vorteil aus dem Verkauf von Zero-Emission Vehicle (ZEV) Credits fiel die Bruttomarge von Tesla im letzten Quartal auf 13,8 %, nach 22,2 % im Vorjahr. (Das Unternehmensziel liegt bei 25 %.)

Ein Teil dieses Rückgangs ist auf Ineffizienzen im Zusammenhang mit dem Produktionsanlauf des Model 3 zurückzuführen, aber auch Tesla leidet unter Margendruck bei seinen voll ausgereiften Modellen S und X. In der Zwischenzeit hat das Management auf Teslas kürzlich erfolgter Telefonkonferenz erklärt, dass die Bruttomarge des Model 3 wahrscheinlich erst im nächsten Jahr 25 % erreichen wird. Dies deutet darauf hin, dass Tesla sein Ziel erreichen muss, 10.000 Model 3s pro Woche zu bauen, um eine Bruttomarge von 25 % zu erreichen. Und selbst das könnte Wunschdenken sein, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen in der Vergangenheit zu viel versprochen hat.

Eine gefährliche Lösung

Der Plan von Tesla, sein Bruttomargenziel zu erreichen, sollte für die Investoren noch besorgniserregender sein. Das Management hat ausdrücklich erklärt, dass es mehr von den teuersten Varianten des Model S und X verkaufen will.

Tesla scheint auf die gleiche Taktik für das Model 3 zurückzugreifen, was eine viel bedeutendere Entscheidung ist. Denn selbst die billigsten Versionen des Model S und des Model X sind extrem teuer. Im Gegensatz dazu soll die Erschwinglichkeit des Model 3 ein wichtiges Verkaufsargument sein.

Das Model 3 hat theoretisch einen Startpreis von 35.000 US-Dollar, aber es ist nicht klar, wann Tesla mit der Produktion dieses Basismodells beginnen wird. Vorerst baut es nur eine Top-Version im Wert von 49.000 US-Dollar. Kürzlich hat Tesla seine Schätzung nach hinten verschoben, wann das Basismodell Ende 2018 verfügbar sein wird. Dieser Schritt könnte erhebliche Auswirkungen auf preissensible Kunden haben, die darauf zählen, dass sie die 7.500 US-Dollar Bundessteuergutschrift (die irgendwann auslaufen wird) erhalten, nur um sich das 35.000 US-Dollar teure Basismodell leisten zu können.

General Motors holt auf — und andere sind nicht weit

Es ist durchaus möglich, dass Tesla in der Lage sein wird, alle seine relativ begrenzten Produktionskapazitäten für 2018 aufzufüllen, ohne die Basisversionen der drei Modelle zu bauen. Allerdings wird Tesla niemals die Erwartungen der Investoren erfüllen, wenn es mindestens 40.000 US-Dollar pro Auto verlangen muss, um einen angemessenen Gewinn zu erzielen.

Im Moment sieht sich Tesla nicht viel Konkurrenz auf dem EV-Markt gegenüber. GM’s Chevy Bolt war ein bescheidener Erfolg, mit mehr als 23.000 Auslieferungen in den USA im vergangenen Jahr. Es gibt derzeit einfach keine ernsthaften Konkurrenten auf dem Langstrecken-EV-Markt. Allerdings wird sich die Branchenlandschaft in den nächsten Jahren dramatisch verändern.

Beispielsweise plant General Motors, bis 2023 mindestens 20 neue EV-Modelle einzuführen, wobei die meisten von ihnen 2021 und danach eintreffen werden. Ende letzten Jahres hat das Unternehmen bekannt gegeben, dass es an einem neuen Batteriesystem arbeitet, das die Kosten pro Zelle um mindestens ein Drittel gegenüber dem Bolt reduziert und gleichzeitig eine verbesserte Leistung bietet. Darüber hinaus plant GM eine modulare EV-Architektur, die es ermöglicht, all diese unterschiedlichen Modelle kostengünstig zu entwickeln.

GM geht davon aus, dass es in wenigen Jahren in der Lage sein wird, erschwingliche Langstrecken-EVs profitabel zu bauen, mit Fokus auf die begehrten Crossover-/SUV-Marktsegmente. Viele der anderen Top-Automobilhersteller der Welt verfolgen das gleiche Ziel – und liegen nicht weit hinter General Motors zurück.

So wird der EV-Markt in den nächsten fünf Jahren extrem überfüllt sein. Tesla ist bereits sehr erfolgreich im Luxussegment des Marktes, und daran wird sich auch bei mehr Konkurrenz nichts ändern. Daher wird die Sache schwer für Tesla, es sei denn das Unternehmen findet heraus, wie man ein erschwingliches elektrisches Auto innerhalb des nächsten Jahres oder zwei baut.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla.

Dieser Artikel wurde von Adam Levine-Weinberg auf Englisch verfasst und am 12.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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