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Die verrückte Parallele zwischen 1998 und 2018 und wieso Aktien so attraktiv bleiben

Foto: Getty Images

Die Zinsen sinken schon seit vielen Jahren immer weiter. Die Aktienindizes sind aus Sicht von konservativen Investoren bereits auf beängstigende Höhen gestiegen. Man sorgt sich darum, dass hohe Schulden in Asien die Weltwirtschaft aus der Bahn werfen könnten. Die SPD zerbricht sich den Kopf darüber, wie sie die nächsten vier Jahre in der Regierung gestalten will.

So sah die Welt im Jahr 1998 aus, und ziemlich ähnlich sieht alles auch zwanzig Jahre später aus. Investoren sahen sich damals und sehen sich heute mit dem Dilemma aus sinkenden Zinsen und gleichzeitig relativ teuer bewerteten Aktienmärkten konfrontiert. Wie ist das eigentlich damals ausgegangen?

Teuer, aber nicht lächerlich teuer

Im Jahr 1998 hatten die Aktienmärkte der westlichen Welt bereits einen anhaltenden Bullenmarkt hinter sich. Dementsprechend waren die Bewertungen bereits ziemlich ambitioniert. Der amerikanische Leitindex S&P 500 hatte Anfang 1998 fast exakt das gleiche Kurs-Gewinn-Verhältnis wie heute, also Mitte Februar, nämlich knapp über 24 (basierend auf den Gewinnen des vorherigen Jahres).

Heißt das aber, dass Investoren damals schon keine Hoffnung mehr auf gute Renditen hatten? Nicht wirklich. Der S&P 500 Total Return-Index, der auch die Dividendenauszahlungen berücksichtigt, stieg zwischen dem 1. Januar 1998 und dem 1. Januar 2018 von 1.313 Punkten auf 5.511 Punkte. Das entspricht einer guten jährlichen Rendite von 7,44 %.

Auch deutsche Aktien waren damals ziemlich teuer, aber rückblickend betrachtet nicht lächerlich teuer. Der DAX eröffnete 1998 bei 4.270,69 Punkten und läutete das Jahr 2018 mit einem Zählerstand von 12.897,69 ein. Wohlgemerkt werden beim DAX stets die Dividenden berücksichtigt, also bieten diese Zahlen einen eindeutigen Vergleich zu der oben genannten Entwicklung des amerikanischen Aktienmarkts. Investoren erhielten am deutschen Aktienmarkt innerhalb dieser zwanzig Jahre eine immer noch respektable jährliche Rendite in Höhe von 5,68 %.

Wie es der Zufall so will, bieten die Jahre 1998 und 2018 einen hervorragenden Vergleich. Man sieht ziemlich klar, dass es für langfristige Investoren erst wirklich gefährlich wird, wenn der Bullenmarkt zu einer richtigen Blase wird. So weit sind wir aber noch nicht gekommen.

Was heute anders ist

Natürlich ist 1998 aber nicht alles exakt so wie heute gewesen. Am Anfang schrieb ich von den seit Jahren sinkenden Zinsen. Das war damals tatsächlich der Fall, denn die gigantischen Zinssätze, die sich während der inflationsgeplagten 1970er Jahre aufgebaut hatten, waren immer noch dabei, sich langsam abzubauen. Somit mussten sich damals viele an Zinsen gewöhnen, die seit einer ganzen Generation nicht mehr so niedrig gewesen waren. Das hat auch damals Aktien im Vergleich attraktiver aussehen lassen.

Bloß waren damals die Zinsen zwar niedrig, aber doch viel höher als heute. Wer 1998 bereit war, sein Geld für einen längeren Zeitraum auf ein Sparbuch zu legen, hat 5 % oder sogar mehr bekommen. So schrieb der Focus 1998: „Das Geld länger als zwei bis drei Jahre festzulegen, lohnt sich kaum. Selbst wer fünf Jahre lang auf sein Erspartes verzichtet, erhält magere fünf Prozent Zinsen.“

Man wusste also nicht, was noch auf einen zukommen würde, sonst hätte man sich die 5 % für möglichst viel Geld für so lange wie möglich gesichert, denn das war letztendlich fast die gleiche Rendite, die der schwankungsanfällige DAX seitdem geliefert hat.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Aktien seit 1998 trotz ihrer hohen Bewertung solide, aber nicht hervorragende Renditen erwirtschaftet haben. Das dürfte in den nächsten zwanzig Jahren ähnlich sein. Bloß bleibt einem im Gegensatz zu damals nicht die Alternative, ähnliche Renditen wie die des Aktienmarkts auch mit Festgeld zu erreichen.

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