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Bitcoin-Gewinne und die Steuer: Darauf musst du unbedingt achten!

Foto: Getty Images.

Du hast in Bitcoins und/oder andere Kryptowährungen investiert und deine Position befindet sich selbst nach dem massiven Kurssturz der vergangenen Wochen noch im positiven Bereich oder du hast bereits – möglicherweise zum Höchststand – alle oder ein paar deiner Kryptowährungen mit Gewinn veräußert.

Dann könnte dir der folgende Artikel dabei helfen, die steuerlichen Probleme der digitalen Währungen zu umschiffen.

Sind Gewinne aus der Veräußerung von Kryptowährungen steuerpflichtig?

Wie auch immer deine persönliche Beziehung zu den Kryptowährungen momentan auch sein mag, eines ist auch dir sicherlich klar: Wenn Gewinne anfallen, hält Vater Staat gerne seine Hand auf und nimmt sich seinen Teil. Und wenn du dachtest, diese Regel gilt bei deinen Gewinnen aus der Veräußerung von Bitcoins & Co. nicht, muss ich dir leider sagen, dass du hier falsch liegst.

Denn nach der Meinung von Steuerexperten sind Geschäfte mit digitalen Münzen als privates Veräußerungsgeschäft zu klassifizieren, genau wie die Gewinne aus der Veräußerung von Immobilien, Goldbarren oder auch Bargeld von fremden Währungen, und damit steuerpflichtig.

Hinzu kommt, dass der Staat, anders wie bei deinen Aktiengewinnen, nicht unbedingt gleich Wind von deinen Gewinnen bekommt, weswegen du auch verpflichtet bist, dem Staat deine Gewinne, die du durch die Veräußerung von digitalen Währungen erzielt hast, mitzuteilen. Und das solltest du auch in jedem Fall tun, alles andere wäre eine Steuerhinterziehung, die mit Geldstrafen oder Gefängnisaufenthalt bestraft werden kann!

Du willst dennoch vermeiden, Steuern auf deine Kryptowährungen zu bezahlen und das ganz legal? Dann schau dir die folgenden Abschnitte an:

Es kommt auf die Haltedauer an

Besitzt du deine Bitcoins & Co. schon länger als ein Jahr, gemessen vom Kaufzeitpunkt bis zum Verkaufszeitpunkt, so tritt die vollkommene Steuerfreiheit ein, aber solange das Jahr noch nicht vorbei ist, bleiben die Gewinne zu 100 % steuerpflichtig. Dementsprechend könnte es sehr ärgerlich sein, wenn du kurz vor dem Einjahreszeitraum deine Kryptowährungen verkaufst und damit massiv zur Kasse gebeten wirst.

Also schau schnell, wann du deine digitalen Währungen erworben hast, damit du weißt, wann die Steuerfreiheit eintreten würde. Schließlich ist doch der Idealfall riesige Gewinne und keine Steuern zu haben.

Das Risiko beachten

Jetzt weißt du, ab wann deine Gewinne steuerfrei sind, aber lohnt es sich deshalb immer, seine Kryptowährungen mindestens ein Jahr zu behalten. Meiner Meinung nach nicht, schließlich nützt es wenig, wenn der Gewinn steuerfrei ist, es aber gar keinen Gewinn oder, noch schlimmer, nicht einmal mehr einen Gegenwert für deine Währungen gibt. Dieses Worst-Case-Szenario klingt für Investoren wie dich vielleicht verschreckend, doch dieses Risiko ist durchaus real, wie beispielsweise der Bitcoin-Kurssturz in den letzten Wochen verdeutlich hat.

Dementsprechend finde ich, dass man bezüglich der Frage, ob es sich lohnt, Bitcoins & Co, wegen der Steuer länger zu halten als ursprünglich geplant, stark differenzieren sollte. Dabei ist die Antwort vor allem von folgenden zwei Faktoren abhängig, nämlich wie lange die Anschaffung deiner Kryptowährungen schon her ist und wie hoch dein gesamtes zu versteuerndes Einkommen einschließlich der Gewinne aus der Veräußerung von digitalen Münzen ist.

Das Warten auf die Steuerfreiheit könnte sich lohnen

Solltest du, so wie ich, noch jung sein und die großen Verdienstmöglichkeiten noch vor dir stehen, könnte es sehr gut sein, dass du gar nicht ein Jahr auf die Steuerfreiheit deiner Bitcoin-Gewinne warten musst. Schließlich kannst du jährlich einen gewissen Betrag steuerfrei vereinnahmen. 2018 wird sich dieser Betrag auf immerhin 9.000 Euro für Alleinstehende und das Doppelte für gesetzlich anerkannte Paare belaufen. Und sollte dein bzw. euer gesamtes zu versteuerndes Einkommen inklusive deiner Bitcoin-Gewinne diesen Grundfreibetrag nicht übersteigen, spielt die Haltedauer gar keine Rolle, da die Steuer sowieso null Euro beträgt.

Anders sieht es aus, wenn dein zu versteuerndes Einkommen bereits im Jahr 2018 über 54.950 Euro als Alleinstehender oder euer zu versteuerndes Einkommen als Paar 109.900 Euro übersteigt. Hier ist es mit der Steuerfreiheit längst vorbei. Im Gegenteil, ab jetzt will nämlich der Staat für jeden weiteren Euro den du verdienst 42 % als Steuer einbehalten, plus 5,5 % Solidaritätszuschlag versteht sich.

Entsprechend müsstest du, wenn du beispielsweise 2 Bitcoins zum Preis von jeweils 2.000 Euro (Anschaffungskosten insgesamt 4.000 Euro) gekauft hast und diese am 10.02.2018 für jeweils ungefähr 7.000 Euro (insgesamt 14.000 Euro) verkauft hättest, von deinem Gewinn in Höhe von 10.000 Euro insgesamt 4.431 Euro an Steuer an den Staat abdrücken.

Hier könnte es sich meiner Meinung nach lohnen, zu warten, sollten nur noch ein, zwei oder auch drei Tage bis zu einjährigen Haltedauer und der damit verbundenen Steuerfreiheit fehlen.

Schließlich könntest du dir die Steuer und damit ganze 4.431 Euro sparen. Aber natürlich gibt es auch einen Grund, nicht zu warten, nämlich das Risiko, dass der Bitcoin-Kurs innerhalb des oben genannten Zeitraums mehr an Wert verliert, als du Steuern sparen würdest. Genau das wäre im oben genannten Beispiel bei einem Wertverfall der Bitcoin um mehr als 30 % der Fall.

Dementsprechend kommt es darauf an, für wie wahrscheinlich du so einen Absturz des Bitcoin-Kurses innerhalb von nur drei Tagen hältst. Meiner Meinung nach ist es unwahrscheinlich genug, doch du kannst gerne anderer Meinung sein.

Fazit

Auch für die Gewinne aus der Veräußerung von Bitcoins & Co. werden Steuern fällig, solange du sie nicht mindestens ein Jahr behalten hast. Trotzdem könnte es sich lohnen, deine Kryptowährungen jetzt sofort zu verkaufen und sie nicht ein Jahr zu halten, da meiner Meinung nach ein weiterer Wertverfall nur eine Frage der Zeit ist.

Solltest du anderer Meinung sein, kein Problem, dann weißt du jetzt wenigstens mehr darüber, was bei Bitcoin-Gewinnen steuerlich zu beachten ist.

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Tom Seiz besitzt keine der erwähnten Kryptowährungen. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Kryptowährungen.

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