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Gazprom-Aktie bleibt volatil: Währungsschwankungen nicht vergessen!

Foto: Gazprom

Es sollte sowieso klar sein, dass man als Gazprom (WKN:903276)-Aktionär starke Nerven braucht. Das Unternehmen ist für seine Einnahmen auf einen schon immer volatilen Rohstoff angewiesen und ist noch dazu in einem politisch recht unberechenbaren Land zuhause.

Diese zwei Faktoren tragen ohne Frage zu der Volatilität der Gazprom-Aktie bei, aber Euro-Investoren sollten nicht vergessen, dass auch der Wechselkurs eine enorm wichtige Rolle spielt. Betrachten wir also mal die drei Gründe für die anhaltende Volatilität.

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1. Der Preis für Erdgas

Der Name verrät es ja schon, Gazprom verdient sein Geld in erster Linie mit Erdgas und dementsprechend stehen und fallen die Geschäfte in einem sehr großen Maße mit dem Erdgaspreis. Das Ganze ist ein Stück komplizierter, denn oftmals werden in Lieferverträgen Preise längerfristig festgeschrieben und so ist der aktuelle Gaspreis nicht zwangsläufig der Gaspreis, den Gazprom bekommt, aber letztendlich ist Gazprom den Schwankungen der Gaspreise zumindest langfristig immer ausgesetzt.

Gaspreise haben zuletzt tatsächlich auch für ein ziemliches Auf und Ab gesorgt. Zwischen dem Hoch im Jahr 2014 und dem Tief im Jahr 2016 hat der Erdgaspreis circa zwei Drittel an Wert verloren. Seit dem Tief hatte er kürzlich seinen Wert wieder verdoppelt, um dann wieder massiv nachzugeben. Die Preise an den Rohstoffmärkten waren also ohne Frage eine Quelle der Volatilität.

2. Gazprom als politischer Spielball

Hinzu kommt, dass Gazprom sich auch im Kreuzfeuer der kontroversen russischen Außenpolitik befindet. Präsident Putin ist in Europa ohnehin unbeliebt, auch Präsident Trump musste sich wieder von ihm distanzieren, nachdem der Skandal um russische Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl hochkochte.

So kam es dazu, dass vor allem Gazproms Großprojekt Nord Stream 2 ins Visier der Russlandfeinde geraten ist. Die neue Pipeline soll Europa jährlich mit 55 Mrd. Kubikmetern Gas versorgen und würde zusätzliche Milliardeneinnahmen (in Euro gerechnet) für Gazprom bedeuten.

Besonders in Osteuropa stemmt man sich aber gegen das Projekt, weil man einerseits nicht von Russland abhängig sein will und andererseits auch um die Transitgebühren aus bestehenden Pipelines fürchtet. Die USA sind gegen Nord Stream 2, da sie selbst bald zu einem wichtigen Gasexporteur werden und die neuen Russlandsanktionen haben es genau auf solche Projekte abgesehen.

3. Der verrückte Rubel

Dass Rohstoffpreise und russische Außenpolitik ein Unsicherheitsherd sind, wissen die meisten, weniger oft wird allerdings der Wechselkurs bei einer Betrachtung der Gazprom-Aktie berücksichtigt. Dabei ist der absolut wichtig, denn Gazprom ist nun einmal ein russisches Unternehmen, dessen Aktie ihren Preis in einem hohen Maße auch an den dortigen Börsen bildet.

Deshalb hat auch der verrücktspielende Rubel eine große Rolle bei all den Schwankungen, unter denen europäische Gazprom-Aktionäre leiden. Noch vor fünf Jahren bekam man für einen Euro gerade einmal circa 40 Rubel, bis die russische Währung dann immer weicher wurde und Anfang 2016 eine Zeit lang ganze 90 Rubel in die Hand genommen werden mussten, um einen Euro zu erhalten.

Seitdem hat sich die Lage wieder stabilisiert und der Euro-Rubel-Wechselkurs schwankt seit dem letzten Sommer um die 70er-Marke. Wobei auch 2017 noch ziemlich große Schwankungen zu verzeichnen waren, als ein Minicrash die Währung im März und April für eine kurze Zeit unter die 60er-Marke gedrückt hat.

Dementsprechend schwankt auch der Aktienkurs. Auf Sicht von einem Jahr ist die Gazprom-Aktie in ihrer Heimatwährung kaum verändert, in Euro ist aber ein recht großer Verlust zu verbuchen. An der Moskauer Börse konnten zuletzt Hochs verbucht werden, die auf Jahressicht deutliche Höchstmarken darstellten, wohingegen diese Phase in Frankfurt unter den Höchstmarken von Februar und Mai blieb.

Wer in Gazprom investiert, sollte besser den wild schwankenden Rubel als weiteren und vermutlich unberechenbaren Grund für die vielen Kursschwankungen akzeptieren.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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