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Wie lange kann Fresenius noch weiterwachsen?

Fresenius (WKN: 578560) wurde 1912 gegründet und wächst bereits seit über 100 Jahren. Vielleicht fragst du dich, ob das überhaupt noch lange so weitergehen kann. Kann sich Fresenius noch einmal verdoppeln oder verzehnfachen? Oder investierst du hier nur in einen unbeweglichen Tanker, der irgendwann auf ein Riff aufläuft?

Mit Sicherheit kann ich dir das natürlich nicht sagen. Aber ich kann dir ein bisschen ausführen, warum ich immer noch an das weitere Wachstum von Fresenius glaube.

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Wachstum durch alle Krisen

Allein in den letzten 5 Jahren hat sich die Aktie inklusive Dividenden mit 122 % rentiert, annähernd doppelt so hoch wie der DAX, der ja auch die Dividendenzahlungen enthält.

Dazu kommt das krisensichere Geschäftsmodell: Ich halte das Betreiben von Kliniken und die Herstellung von Medikamenten und medizinischen Geräten für deutlich sicherer, als was der durchschnittliche DAX-Konzern macht.

Die Autokonzerne müssen selbstfahrende Autos entwickeln und sich vom Verbrennungsmotor verabschieden. Die Energiekonzerne haben ihre Krise mit der Energiewende. Die Luftfahrt ist enorm vom Ölpreis abhängig (willst du den Beweis sehen? – dann schau dir mal die Dividendenhistorie der Lufthansa an).

Die Menschen werden jedoch in allen Wirtschaftslagen krank (in schlechten Zeiten ja vielleicht sogar noch mehr). Im Vorteil: Fresenius.

Die vielen Geschäftsbereiche von Fresenius

Dabei ist Fresenius auch noch breit aufgestellt. Zunächst haben wir da die hübsche Tochtergesellschaft Fresenius Medical Care (WKN:578580), die allerdings nur noch zu etwa 30 % von Fresenius beherrscht wird.

FMC hat sich auf Dialyseprodukte spezialisiert, was eine Therapie für Patienten mit chronischem Nierenversagen ist. Vielleicht hast du schon mal mitgekriegt, dass es anscheinend doch nicht so günstig war, den Menschen zu raten „reichlich Brot und Getreideprodukte“ zu essen (Rat der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, bis vor ca. einem Jahr), weil jetzt Diabetes Typ 2 die vorherrschende Volkskrankheit ist. Und die Endstufe davon ist… richtig, chronisches Nierenversagen.

Es gibt noch weitere Tochtergesellschaften, die sich gegenseitig gut ergänzen. Fresenius Helios betreibt Kliniken, Fresenius Kabi liefert die Ausstattung und Medizin, usw. Die Frage, der ich hier eigentlich nachgehen möchte, ist folgende: Wohin soll dieser Koloss eigentlich noch wachsen?

Der Weg zum weiteren Wachstum

Wie bereits angedeutet, kann das Dialysegeschäft vermutlich noch ein gutes Stück größer werden. Die Folgen falscher Ernährung machen sich erst Jahrzehnte später bemerkbar und ich glaube nicht, dass wir hier schon den Höhepunkt sehen. Bis jetzt ist die Zahl der Diabetes-Fälle jedenfalls immer noch ansteigend.

In den Bereichen, in denen Fresenius nicht mehr aus eigener Kraft wachsen kann, wird vor allem ein Wachstum durch strategische Übernahmen angestrebt.

Hier eine Liste der letzten Übernahmen:

April 2017 Biosimilars von Merck KGaA (WKN: 659990) 170 Mio. – 670 Mio. EUR (abhängig von Meilensteinen) Biosimilare-Sparte von Merck
April 2017 Akorn 4,3 Mrd. USD (plus 450 Mio. USD Schulden von Akorn) US-Medikamentenhersteller
September 2016 IDC Salud Holding 5,76 Mrd. EUR Spanischer Klinikbetreiber

Wie du siehst, handelt es sich hierbei nicht um Kleinigkeiten. Fresenius investiert Milliarden pro Jahr in Übernahmen, und diese Übernahmen sind größtenteils mit Schulden finanziert. Auf die Frage, ob diese Schulden denn tragbar seien, antwortete die Finanzchefin wie folgt: „Auf jeden Fall. Fresenius generiert einen sehr hohen und vor allem stabilen Free Cash-flow und kann die Verschuldung nach Akquisitionen entsprechend schnell wieder zurückführen.“

Ich bin geneigt, dieser Einschätzung zuzustimmen. In den Jahren 2016 und 2015 sowie in den ersten 3 Quartalen 2017 entsprach der freie Cashflow fast 1:1 dem Bilanzgewinn. Zum 30. September hatte Fresenius auch noch 1,472 Mrd. Euro Cash auf der Hand. Das ist eine ziemlich komfortable Situation, denn sollte Fresenius trotz des Cash-Bergs das Geld ausgehen, müssten sie sich nur zurücklehnen und warten, bis die Kassen sich wieder füllen.

Das ist noch nicht das Ende der Wachstumsstory

Damit hängt das weitere Wachstum eigentlich nur noch von einem Faktor ab: Wie gut sich die übernommenen Unternehmen entwickeln und in das laufende Geschäft von Fresenius integriert werden können. Darüber sollten die nächsten Geschäftsberichte Auskunft geben können.

Außerdem werden die größeren Geschäftsbereiche eigenständig geführt und getrennt bilanziert. Wir werden also mindestens nachvollziehen können, wie viel die Übernahme dem übergeordneten Bereich gebracht hat. Ich bin jedenfalls schon mal sehr gespannt.

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Michael Firbach besitzt Aktien von Fresenius. The Motley Fool empfiehlt Fresenius.

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