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Warum Google große Summen für Unterwasserkabel ausgibt

Foto: Google

Für manche mag es so aussehen, als ob Alphabet (WKN:A14Y6H) beim Cloud-Computing noch Nachholbedarf hat. Als abgeschlagener Drittplatzierter hinter dem dominanten Amazon (wKN:906866) und der Nr. 2 Microsoft (WKN:870747) hat Google im Jahr 2016 schätzungsweise nur 900 Millionen US-Dollar an Cloud-Einnahmen erzielt, weit hinter den 12,2 Milliarden US-Dollar, von Amazon und den 2,4 Milliarden US-Dollar, die Microsoft in diesem Jahr damit verdient hat.

Vor kurzem jedoch hat Google einen Vorstoß gewagt und seine künstliche Intelligenz und das Hochgeschwindigkeitsnetz im Wettbewerb mit den anderen beiden angepriesen. Das Unternehmen gewann kürzlich einen Vertrag mit PayPal, das sich für die Cloud von Google wegen ihrer konstant hohen Geschwindigkeiten über sein privates Glasfasernetz entschied. Google verfügt bereits über das weltweit größte private Glasfasernetzwerk, das derzeit 25 % des weltweiten Internetverkehrs für seine Such- und YouTube-Angebote abwickelt, so der VP of Engineering für Googles Cloud-Geschäft, Ben Treynor.

Um sein neueres Cloud-Produkt zu stärken und seine Reichweite in neue Regionen auszudehnen, muss Google jedoch auch sein Netzwerk für die Public Cloud stark ausbauen – und hat kürzlich angekündigt, dass es für diese Initiative große Summen ausgeben wird.

Unter dem Meer

Letzte Woche kündigte Google an, dass es drei Untersee-Glasfaserkabel für den Atlantik und den Pazifik baut, die Hunderte von Millionen US-Dollar kosten werden. Ein Kabel wird Los Angeles mit Chile verbinden, wo Google kürzlich ein großes Rechenzentrum gebaut hat. Ein zweites Kabel, das in Partnerschaft mit Facebook (WKN:A1JWVX) gebaut wurde, wird die Ostküste der USA mit Dänemark verbinden. Ein drittes Kabel wird Googles Netzwerk mit Australien und Ostasien verbinden. Mit den drei neuen Kabeln wird Google einen Teil oder alle 11 solcher Unterwasserverbindungen besitzen.

Die neuen Kabel verbinden die Kunden mit fünf neuen „Cloud-Regionen“ weltweit. Eine Cloud-Region ist eine größere Region, die in Zonen unterteilt werden kann, in denen ein Unternehmen Anwendungen und Daten im Rechenzentrum eines Cloud-Providers speichern kann.

Ausbreitung

Neben den neuen Infrastrukturinvestitionen tätigt Google auch ernsthafte Personalinvestitionen in die Cloud. Während der Telefonkonferenz zum dritten Quartal sagte Google, dass der größte Teil der 2.500 neuen Mitarbeiter für Cloud Engineers und Vertrieb bestimmt war. Obwohl Google seine Cloud-Einnahmen nicht einzeln angibt, wuchs das Segment „Google other“ im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um solide 40 %, und das Cloud-Wachstum war wahrscheinlich viel größer als das.

Tatsächlich verzeichnete Google das höchste Cloudwachstum aller Anbieter im dritten Quartal, mit Ausnahme von Microsoft, so die Forschungsgruppe Canalys. Auch wenn zwischen Google und seinen Konkurrenten noch einiges an Distanz aufzuholen ist, könnte sich diese Lücke in den kommenden Jahren sehr schnell schließen. Die drei neuen Unterwasserkabel werden erst 2019 fertiggestellt, so dass Google Jahre vor dem geplanten Umsatz investiert.

Die Gelegenheit

In der Cloud-Branche steht viel auf dem Spiel. Mit den enormen Kosten, die mit dem Bau von Rechenzentren auf der ganzen Welt, privater Glasfaser-Infrastruktur und verschiedenen Plattform- und Software-Tools verbunden sind, gibt es wirklich nur wenige Unternehmen, die über die finanziellen Mittel verfügen, um in der Cloud-Infrastruktur zu konkurrieren, und Google ist einer von ihnen. Amazon ist dafür bekannt, aggressiv zu investieren, und Microsoft hat gerade erst im September mit Facebook zusammen ein ultraschnelles Unterwasserkabel fertiggestellt.

Und obwohl es nur wenige Wettbewerber gibt, die gegeneinander antreten, ist die Einnahmemöglichkeit groß – sehr groß. Tatsächlich glaubt das Marktforschungsunternehmen Gartner (WKN:887957), dass bis 2020 IT-Ausgaben in Höhe von 1 Billion US-Dollar in die Cloud wandern könnten. Angesichts der Milliarden von US-Dollar, um die es geht, ist Google absolut auf dem richtigen Weg, indem es jetzt viel Geld ausgibt. Die Investoren sollten diesen Bereich im Auge behalten, denn das Potenzial im IT-Markt ist riesig — aber mit nur wenigen Schwergewichten im Wettbewerb ist auch der Einsatz extrem hoch.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Tochtergesellschaft von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten ist Mitarbeiterin von LinkedIn und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. LinkedIn ist Eigentum von Microsoft.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Amazon, FB und PayPal Holdings. The Motley Fool hat die folgenden Optionen: Long März 2018 $200 Calls auf FB und Long März 2018 $170 Puts auf FB. The Motley Fool empfiehlt Gartner. 

Dieser Artikel wurde von Billy Duberstein  auf Englisch verfasst und am 1.2.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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