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Eine Woche voller Neuigkeiten bei Aurelius: Welche hat wirklich Gewicht?

Quelle: Getty Images

Die in München ansässige Beteiligungsgesellschaft Aurelius (WKN:A0JK2A) hat nicht nur ein großes Portfolio, sondern macht auch rege neue Deals. Deshalb ist es gar nicht einfach, hier den Überblick zu behalten.

In der letzten Woche gab es bei Aurelius eine Flut an verschiedenen Meldungen, die vielleicht bei dem Hype um die Quartalszahlen der Tech-Schwergewichte und anderen Börsenmeldungen ein wenig untergegangen sind. Hier gibt es die Neuigkeiten im Überblick und eine Einschätzung dazu, welche wirklich Gewicht hat.

AH Industries wurde nach kurzer Zeit im Portfolio verkauft

So ganz weiß man nicht, ob der Verkauf von AH Industries ein Erfolg war oder nicht, da man den Verkaufspreis nicht kennt. Das dänische Unternehmen AH Industries wurde erst vor knapp über einem Jahr übernommen und hatte damals einen erwarteten Jahresumsatz von 110 Millionen Euro. Das ist nicht gerade wenig, aber mittlerweile nur eine kleinere Summe im Vergleich zum Umsatz von Aurelius als Gesamtkonzern.

AH Industries wurde bei der Übernahme als „führender Anbieter von Komponenten, Modulen und Systemen für die Wind-, Mineral- und Zementindustrie“ bezeichnet. Der Fokus liegt aber vor allem auf der Windkraftbranche, und das schmerzt vermutlich gerade, da die Windkraftbranche aktuell ein eher schwieriges Umfeld ist.

Deshalb würde ich nicht unbedingt davon ausgehen, dass Aurelius hier einen fantastischen Preis bekommen hat. Wahrscheinlicher ist es, dass man sich früh trennen wollte, bevor das Unternehmen jahrelang mit den strukturellen Problemen der Branche zu kämpfen hat. Das neue dänische Management scheint sich gut in der Branche auszukennen und hat bereits bei den Restrukturierungsmaßnahmen geholfen. Es hat also wahrscheinlich die nötigen Fähigkeiten, um das Unternehmen durch magere Jahre zu steuern.

GHOTEL wächst auch weiterhin

GHOTEL ist für die Verhältnisse der schnelllebigen Private Equity-Branche ein richtiges Urgestein. 2005 wurde das Unternehmen von der Deutschen Post übernommen. Unter Aurelius ist es daraufhin zu einer Größe der deutschen Hotellandschaft gewachsen. Immer wieder gab es Eröffnungen neuer Standorte oder Renovierungen bereits bestehender.

So wurde letzte Woche der Zukauf von zwei 4-Sterne-Hotels bekannt gegeben, jeweils eins in Ludwigsburg und Neckarsulm. Noch sind die Wachstumsambitionen aber scheinbar noch nicht am Ende, GHOTEL will seinen Umsatz unter anderem mithilfe dieser Zukäufe bis 2020 verdoppeln.

Der Connect Book-Deal läuft ins Leere, Abelan wird abgeschlossen

Die letzten Verkäufe von Aurelius waren so erfolgreich, dass man vergessen konnte, dass nicht immer alles perfekt läuft. Das ist natürlich normal, bildet aber eben einen Kontrast zu der jüngsten Erfolgsserie.

Kurz vor Weihnachten hatte man die Übernahme des breit aufgestellten, britischen Buchhändlers Connect Books angekündigt. Nun hat die Buchsparte der Connect Group allerdings viel schlechtere Zahlen, vor allem beim sogenannten EBIT, vorgelegt, als in Aussicht gestellt wurde, und Aurelius findet laut aktuellen Aussagen wahrscheinlich keine Möglichkeit, sich unter diesen neuen Bedingungen noch einmal auf einen Kauf zu einigen. Zwar hätte Connect Books ursprünglich immerhin ungefähr eine Viertelmilliarde an jährlichem Umsatzplus bedeutet, aber falls der Umsatz nie eine angemessene Profitabilität erreichen kann, ist ein Abbruch des Kaufs die bessere Wahl.

Im Gegensatz dazu wurde der Kauf des spanischen Verpackungsspezialisten Abelan letzte Woche wie erwartet abgeschlossen. Abelan hatte im letzten Jahr einen Umsatz in Höhe von 70 Mio. Euro. Damit baut Aurelius seine Präsenz in der Verpackungsbranche weiter aus.

Was wirklich wichtig ist

Es gab also in der letzten Woche tatsächlich einige Meldungen bei Aurelius. Keine verändert für sich die operative Entwicklung grundsätzlich, dafür sind alle anderen Beteiligungen in ihrer Summe zu groß.

Wirklich wichtig ist es, sich zu merken, dass bei Aurelius auch mal etwas nicht perfekt läuft, das Management damit aber umzugehen weiß. Wenn der Connect Book-Kauf nicht zustande kommt, sollte man ihm wahrscheinlich auch nicht nachtrauern, und auch beim Verkauf von AH Industries wird Aurelius vermutlich schon gewusst haben, was es macht.

GHOTEL und Abelan zeigen hingegen den Weg für stetes Wachstum. Das ist für Aurelius-Aktionäre nicht nur wertvoll, da so irgendwann aussichtsreiche Verkaufskandidaten entstehen, sondern auch weil daraus die attraktive Basisdividende gezahlt wird.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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