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Kanadier kauften 2017 jede Menge Marihuana

Foto: Getty Images

Marihuana ist gerade unaufhaltsam. Laut ArcView, einem führenden Forschungsunternehmen, soll der legale Cannabisverkauf bis 2021 jährlich um 26 % wachsen. Sollte sich diese Prognose bewahrheiten, könnte der nordamerikanische Markt einen Jahresumsatz von fast 22 Milliarden US-Dollar erwirtschaften.

Auch die Verbrauchermeinungen zum Thema Pott haben sich zum Positiven verändert. Im Jahr 1995, im Jahr bevor Kalifornien als erstes Land das medizinische Cannabis legalisierte, favorisierte nur ein Viertel der Befragten in der jährlichen Gallup-Umfrage die Legalisierung. Bis Oktober 2017 waren es laut einer Umfrage 64 %, die für legales Marihuana sind.

Eine Geschichte über zwei nordamerikanische Märkte

In Nordamerika gibt es einen großen Unterschied zwischen dem US-amerikanischen und dem kanadischen Cannabismarkt. Der Markt in den USA unterstützt die Expansion nicht. Das bedeutet, dass die Substanz nach wie vor illegal ist und keinen anerkannten medizinischen Nutzen hat.

Darüber hinaus widerrief Generalstaatsanwalt Jeff Sessions vor kurzem das Cole-Memo, ein loses Regelwerk, das die Staaten zur Legalisierung einsetzten. Dazu gehörte es, Cannabis von Jugendlichen fernzuhalten.

Im Vergleich dazu ist Kanada das Vorzeigeland für den Erfolg des Marihuanas geworden. Seit 2001 ist medizinisches Cannabis legal und Health Canada überwacht weiterhin die Erteilung von Lizenzen für den medizinischen Gebrauch. Tatsächlich haben eine Handvoll kanadischer Erzeuger wahnsinnige Gewinne damit erzielt, da die Nachfrage stark angestiegen ist.

Außerdem scheint Kanada auch Pott für den Freizeitgebrauch im kommenden Sommer legalisieren zu wollen. Konservative und andere Gegner, sind im kanadischen Parlament in der Minderheit. Die Bundesregierung hat kürzlich eine Vereinbarung über die steuerliche Aufteilung von Umsatz und Gewinn vorgeschlagen, dem die Provinzen zugestimmt haben. Der Gewinn bei Freizeit-Konsumenten kann einen zusätzlichen Jahresumsatz von 5 Milliarden US-Dollar bedeuten.

Die Kanadier haben letztes Jahr sehr viel Gras gekauft

Es ist wohl offensichtlich, dass die Kanadier Cannabis lieben. Nach den kürzlich veröffentlichten Daten von Statistics Canada haben schätzungsweise 4,9 Millionen Kanadier im Alter von 15 bis 64 Jahren im Jahr 2017 Marihuana im Wert von 4,6 Milliarden US-Dollar (5,7 Milliarden CAD) gekauft. Das entspricht etwa 974 US-Dollar pro Konsument. Das schließt sowohl medizinisches als auch Freizeit-Cannabis ein. In einigen Provinzen gab es schon grünes Licht für den Freizeit-Konsum.

Hat das Auswirkungen auf die anderen Industrien?

Die Daten zeigen, dass die Alkohol- und Tabakindustrie in Kanada im Jahr 2016 einen Umsatz von 18,1 Milliarden US-Dollar bzw 13 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete. Bis Cannabis diese Werte erreicht, hat es noch einen langen Weg vor sich. Doch mittlerweile wird das gesamte Cannabis, das an die Kanadier verkauft wird, innerhalb des Landes angebaut. Das ist ein Vorteil, denn der überwiegende Teil des in Kanada verkauften Alkohols und Tabaks wird importiert. Und der Verkauf von kanadischem Cannabis außerhalb des Landes ist in der Gesamtproduktion von 2 % im Jahr 1961 auf 20 % im Jahr 2017 gestiegen. Die Landwirte finden also Verbraucher, egal ob im Inland oder im Ausland.

Hier noch ein weiterer interessanter Fakt: Laut Statistics Canada waren mehr als 90 % des Umsatzes von 4,6 Milliarden US-Dollar für nicht-medizinische Zwecke bestimmt! Dies zeigt wie viel man noch erwarten kann, wenn die Legalisierung in Kraft tritt.

Auch interessant zu wissen ist, dass die Preise für das nicht medizinische Cannabis seit mehreren Jahren sinken. Der Preis ist seit 1990 um durchschnittlich 1,7  % jährlich gesunken. Im Vergleich dazu ist der kanadische Verbraucherpreisindex im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 1,9 % jährlich gestiegen. Dies deutet darauf hin, dass die Landwirte möglicherweise größere Mengen benötigen, um die sinkenden Preise in der Zukunft auszugleichen, sollte sich dieser Trend fortsetzen.

Es sollte für die Anbauer funktionieren

Diese  Tendenzen zeigen generell eine positive Entwicklung für die Cannabis-Aktien. Zu sehen ist, dass die Verbraucher Cannabis verlangen und dass die Landwirte diese Nachfrage befriedigen können. Dazu gehören verschiedene Kanäle wie Inlandverkäufe, erweiterte Produktlinien und Exporte in Länder, die ebenfalls das medizinische Cannabis legalisiert haben.

Die kanadische Cannabis-Industrie ist sehr gestärkt im Gegensatz zum Markt in den Vereinigten Staaten. Die Befürworter von Marihuana in den USA setzen auf kleine Unternehmen, um mit dem “grünen Ansturm” mitzuhalten. In der kanadischen Industrie ziehen alle gleichsam mit, was den Vorteil bringt, die wachsenden Kosten niedrig zu halten und das wird wahrscheinlich die bereits erwähnten sinkenden Cannabis-Preise eindämmen.

Nur 4 Erzeuger teilen sich rund die Hälfte des kanadischen Marktes, auch wenn Health Canada die Beschränkungen lockert und versucht mehr Lizenznehmer zu bekommen. Zum Beispiel, Canopy Growth (WKN:A140QA) besitzt den größten Marihuanabestand, baut derzeit in British Columbia 2,4 Millionen Quadratmeter Marihuana an und hat die Option weitere 1,7 Millionen Quadratmeter gepachtet. Wenn man alle Flächen zusammenrechnet ist es möglich, dass Canopy 15 % des gesamten legalen Pottmarktes kontrollieren könnte. Das Unternehmen verfügt über die nötigen Ressourcen und Produktionskapazitäten, um die Margen vorübergehend zu senken, wenn nötig, um kleinere Unternehmen aus dem Wettbewerb zu drängen.

Die Investoren, die sich auf den grünen Ansturm einlassen wollen, sollten sich auf Kanada konzentrieren und nicht auf die USA. Kanada ist momentan das Vorzeigeland in der Cannabis-Produktion.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und wurde am 03.02.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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