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Ferrari strebt nach einem starken Jahr 2017 eine Verdoppelung des Gewinns an

Foto: The Motley Fool

Am 1. Februar verkündete der italienische Super-Automobilhersteller Ferrari (WKN:A2ACKK), dass sein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) im Jahr 2017 um 18 % auf 1,04 Milliarden Euro gestiegen sei, und zwar bei einem moderaten Umsatzanstieg und einem stärkeren Absatz seiner profitabelsten Fahrzeuge.

Dieses Ergebnis entsprach den Erwartungen der Analysten. Bemerkenswert ist jedoch, dass Ferrari die Marke von 1 Milliarde Euro bereinigtem EBITDA zwei Jahre früher erreicht hat, als zum Zeitpunkt des Börsengangs im Jahr 2015 prognostiziert wurde. Dieser Erfolg veranlasste das Unternehmen, ehrgeizige Gewinn- und Cashflow-Ziele für die nächsten fünf Jahre anzukündigen.

Im vierten Quartal betrug das bereinigte EBITDA von Ferrari 258 Millionen Euro, das damit 7 % über dem Vorjahreswert lag.

Die wichtigsten Zahlen

Kennzahl Q4 2017 Veränderung zu. Q4 2016 Gesamtjahr 2017 Veränderung zu 2016
Fahrzeugauslieferungen 2.017 4 % 8.398 5 %
Umsatz 840 Millionen 1 % 3,417 Milliarden 10 %
bereinigtes EBITDA 258 Millionen 3 % 1,036 Milliarden 18 %
bereinigtes EBIT (Gewinne vor Zinsen und Steuern) 194 Millionen 7 % 775 Millionen 23 %
bereinigte EBIT-Marge 23,1% 1,2 Punkte 22,7 % 2,3 punkte
Reingewinn 136 Millionen 24 % 537 Millionen 34 %
industrieller freier Cashflow* 13 Millionen verbessert um 84 Millionen 328 Millionen 17 %

DATENQUELLE: FERRARI N.V. „BEREINIGTE“ ZAHLEN OHNE SONDEREINFLÜSSE, INSBESONDERE KOSTEN IM ZUSAMMENHANG MIT DEM RÜCKRUF DES TAKATA-AIRBAGS, DIE BEI FERRARI IM JAHR 2016 ANGEFALLEN SIND. FERRARI HATTE IM JAHR 2017 KEINE SONDEREINFLÜSSE.

*“industrieller freier Cashflow“ = Cashflow im Bereich Automobilproduktion

Die „Netto-Industrieschulden“ von Ferrari, d.h. die Schulden, die den Kassenbestand und die Forderungen übersteigen, beliefen sich Ende 2017 auf 473 Millionen Euro, verglichen mit 653 Millionen Euro Ende 2016.

Das Ferrari-Jahr 2017

Ferrari hat mehrere Automodelle im Angebot, die zum besseren Verständnis der Berechnungen zwei Gruppen zugeordnet werden:  Die 8-Zylinder-Motoren und die mit 12 Zylindern. 12-Zylinder-Ferraris sind teurer und profitabler als 8-Zylinder-Modelle.

Die Sache ist ziemlich einfach: Der Verkauf von 12-Zylinder Ferraris stieg um 25 %, was vor allem auf die starke Nachfrage nach dem neuen Superfast Coupé 812 und dem limitierten LaFerrari Aperta zurückzuführen ist. Der Verkauf von 8-Zylinder-Modellen blieb dagegen im Jahresvergleich nahezu unverändert. Ferrari konnte seine Erfolge im Jahr 2017 auch deshalb erhöhen, da auch von anderen Modellen aktualisierte Versionen auf den Markt gebracht wurden.

Die insgesamte Verbesserung ist ein wesentlicher Grund dafür, dass ein Anstieg des Fahrzeugabsatzes um 4,8 % zu höheren Zuwächsen bei Umsatz, bereinigtem EBIT und der Marge führte. Ferrari verzeichnete auch eine gewisse Margenverbesserung durch sein erweitertes „Personalisierungsprogramm“, das es den Kunden ermöglicht, ihre Fahrzeuge mit einzigartigen, verbesserten Verkleidungen und Optionen zu bestellen – natürlich zu einem (nicht unerheblichen) Preis.

Wie Ferrari in der Region abgeschnitten hat

Amerika: Die Auslieferungen stiegen ab 2016 um 4,6 %. In den USA, dem größten Einzelmarkt von Ferrari, stiegen die Auslieferungen um 2,8 %, was auf den starken Absatz von (meist) 8-Zylinder-Modellen zurückzuführen ist. Der neue 812 Superfast wurde in dieser Region erst im vierten Quartal auf den Markt gebracht.

Europa, Naher Osten und Afrika: Die Auslieferungen stiegen um 3,5 % aufgrund der starken Nachfrage aus Italien, Frankreich und Großbritannien. Damit konnte ein Nachfragerückgang aus dem Nahen Osten, der 2017 in wichtigen Märkten unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen stattfand, mehr als ausgeglichen werden.

China, Hongkong und Taiwan: Die Auslieferungen blieben in der gesamten Region von Jahr zu Jahr unverändert, da die starke Nachfrage aus China (+11 %) durch einen Umsatzrückgang in Hongkong ausgeglichen wurde.

Übriges Asien/Pazifikregion: Die Versandmengen stiegen in der gesamten Region um 12,3 %, da die starke Nachfrage in Australien durch einen moderateren Anstieg in Japan etwas gedämpft wurde.

Was Ferraris CEO dazu meint

CEO Sergio Marchionne war in seiner Zusammenfassung für 2017 charakteristisch nüchtern:

Im Großen und Ganzen war es ein gutes Jahr. Wir haben all die Zahlen geschafft, die wir ins Visier genommen haben. Ich denke, Sie haben aus der Schlagzeile zu Ferrari’s Pressemitteilung über die Einnahmen gesehen, dass wir unsere eigenen Ambitionen sogar übertroffen haben.

Wenn man auf den Zeitpunkt des Börsengangs zurückblickt, dann hatten wir in einigen Jahren ein EBITDA von rund 1 Milliarde Euro im Visier. Wir sind schon viel früher dort angekommen. Uns gefällt die Form der EBIT- und EBITDA-Margen, die wir erzielen konnten. Das ist ein Indiz dafür, dass wir die Qualität des Angebots ständig verbessern. Ich denke, es spiegelt sich in der Marge des Hauses wider.

Ausblick: Ferraris Prognose für 2018 und längerfristige Ziele

Hier ist Ferrari’s Ausblick für 2018:

Kennzahl 2018 Ausblick 2017 Zahlen
Auslieferungen über 9.000 8.398
Umsatz über 3,4 Milliarden EUR 3,4 Milliarden EUR
bereinigtes EBITDA mindestens 1,1 Milliarden EUR 1,04 Milliarden EUR
Nettoschulden weniger als 400 Millionen EUR 473 Millionen EUR
Investitionsausgaben c.a. 550 Millionen EUR 387 Millionen EURs

DATENQUELLE: FERRARI.

Zusätzlich zur Prognose für  2018 hat Ferrari drei „mittelfristige“ Ziele formuliert: Das Unternehmen strebt ein bereinigtes EBITDA von 2 Milliarden Euro bis 2022, einen industriellen freien Cashflow von 1,2 Milliarden Euro bis 2022 und eine Reduzierung der industriellen Nettoverschuldung bis 2021 auf Null an.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear  auf Englisch verfasst und wurde am 2.02.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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