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Bitcoin-Crash: Es gehen die Greater Fools aus

Foto: Getty Images

Bitcoin erlebte in den letzten Wochen und vor allem Tagen einen regelrechten Crash. Von den Höchstkursen kurz vor Weihnachten ist mittlerweile nur noch deutlich weniger als die Hälfte übrig.

Gründe werden viele gennant, aber Bitcoin-Fans sehen sowieso schon die nächste Welle nach oben kommen. Das war in der Vergangenheit nach solchen Crashs tatsächlich der Fall, ob das allerdings auch diesmal wieder passieren wird, zweifele ich an. Es gehen nämlich die Greater Fools aus, die den Preis noch nach oben treiben könnten.

Das besagt die Greater Fool-Theorie

Die sogenannte Greater Fool-Theorie hat nichts mit The Motley Fool zu tun, und ist eigentlich schnell erklärt.

An sich sollten rationale Investoren bei einer Investition nicht an den Wiederverkauf denken, sondern an die zukünftigen Geldströme, die eine Immobilie, ein Wertpapier oder eine andere Anlageklasse in Zukunft generieren kann. Der Verkauf kann später trotzdem je nach Liquidität zumeist relativ einfach gemacht werden, ergibt sich aber dann zu einem Preis, der die aktuellen Einschätzungen des zukünftigen Werts widerspiegelt.

Es gibt aber Situationen, bei denen diese Herangehensweise komplett ausgehebelt wird. Niemand oder zumindest kaum jemand denkt dann noch über den wirklichen Wert einer Investition nach, sondern es wird in erster Linie gekauft, weil der Preis steigt und weil man erwartet, etwas zu einem höheren Preis an jemand anderen weiterzuverkaufen.

Das heißt, es wird ein immer noch größerer Narr (greater fool) benötigt, um die Preise nach oben zu treiben. Solange, bis auf dem Höhepunkt der Spekulation sich die Letzten zu den höchsten Preisen eingekauft haben und niemand anderes mehr weitermachen will. Dann geht die Talfahrt los, denn man kann sich auf keine zukünftigen Geldströme verlassen und Anleger fliehen in Angst und der Panik, nie wieder weitere Käufer zu finden.

Wieso die Greater Fools ausgehen

Lange Zeit war Bitcoin wie ein Lauffeuer. Von einem Land ist die Euphorie ins nächste übergeschwappt und hat eine Kaufwelle nach der nächsten losgelöst. Besonders in Asien ließen sich in den letzten Jahren Horden von Kleinanlegern von Bitcoin und anderen Kryptowährungen überzeugen.

In den Jahren bis Mitte 2017 hatte China einen Anteil am gesamten Bitcoin-Handel in Höhe von 90 %. Japan und Südkorea wurden ebenfalls schnell zu Spitzenmärkten. Vor allem diese Länder haben Bitcoin zu neuen Höhenflügen verholfen.

Das Problem ist jetzt aber, dass die Käufer langsam ausgehen. Viele, die sich für ein Thema wie Kryptowährungen begeistern lassen, sind wahrscheinlich schon investiert und immer mehr werden durch die zunehmenden Verbote, wie beispielsweise in China und Südkorea, von Bitcoin abgeschreckt. Es könnte sehr gut sein, dass gerade die Reservearmee an Investitionswilligen empfindlich schrumpft.

Hinzu kommt, dass mit einem steigenden Preis auch die Anforderung an neue Investoren steigt. Wer wirklich eine Bitcoin besitzen will, der wird in vielen Ländern der Welt schon 5.000 US-Dollar oder das Äquivalent in seiner Landeswährung aufbringen müssen. Wenn man aber 20.000, 40.000 oder 100.000 US-Dollar hinblättern muss, sieht die ganze Sache schon anders aus. Das heißt, dass auch der hohe Anspruch an den Geldfluss die mögliche Anzahl an Greater Fools verringert.

Bitcoin steht jetzt vor einer Sackgasse. Die Kryptowährung findet aufgrund von Sättigung immer weniger neue Investoren, bereits Investierte werden zunehmend von Regulierungen abgeschreckt und darüber hinaus steigt mit dem Preis auch die Hürde für jede neue preistreibende Kaufwelle.

Die Zukunft wird zeigen, ob sich trotz dieser Faktoren noch einmal größere Narren finden lassen werden.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Kryptowährungen. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Kryptowährungen.

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