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Häufiger böser Fehler: „Ich kaufe keine Dividendenaktien, sondern Einkommensströme“

Foto: Getty Images

Bei meinen Recherchen über Dividendenaktien durchforste ich das WWW in all seiner Fülle. Ab und an verliere ich mich dabei auch in Foren, Blogs und dergleichen über Dividendenstrategien.

Was ich dort aber so manchmal lese, lässt mich regelrecht erschaudern. Denn bei so manchem womöglich jungem Investor scheint sich ein Credo immer weiter zu verbreiten. Sinngemäß:

Ich kaufe keine Dividendenaktien, sondern Einkommensströme. Solange die Dividendenrendite stimmt, bin ich an Bord!

Diese Vorgehensweise kann sich aber so manches Mal in vielerlei Hinsicht als überaus fahrlässiges Verhalten herausstellen. Lass mich das anhand von ein paar Beispielen verdeutlichen.

Was passieren kann, wenn man so denkt!

Wenn jemand nur auf die Dividendenrendite achtet, kann das mitunter zu verheerenden Resultaten für die Investitionen führen. Hierzu gleich zu Anfang zwei Beispiele:

  • Mal angenommen, du kaufst Aktie A, die dir jährlich 5 % Dividendenrendite zahlt. Erst mal nicht schlecht, oder? Aktie A hat aber operativ ganz große Probleme und im Grunde keine Zukunft. Zu Zwecken der Vereinfachung nehmen wir mal an, die A-Aktie zahlt trotzdem weiterhin 5 % Dividende auf die ursprüngliche Investition aus. Die Aktie bricht allerdings um 70 % ein. Was folgt daraus? Du wirst lange brauchen, bis du eine positive Rendite einfährst, selbst wenn die Dividende ungekürzt bleibt (was übrigens bei derartigen Problemen eher unrealistisch ist).
  • Oder du investierst in die Aktie B. Aktie B zahlt ebenfalls zum Zeitpunkt deiner Investition eine Dividendenrendite in Höhe von 5 % aus. Als Investor, der nur auf die Dividendenrendite schielt, könntest du da definitiv zuschlagen. Nun hat auch Aktie B operative Probleme und sieht sich gezwungen, seine Dividende zu kürzen. Was passiert? Deine Investitionsthese (alles mit 5 % kaufen) geht nicht mehr auf. Die Aktie leidet höchstwahrscheinlich unter der Dividendensenkung. Und du bleibst auf einer schlechten Investition hängen, die nun nicht mal mehr zu deiner Strategie passt.

Soweit das Negative, das passieren kann. Es gibt aber auch etwas, dass du bei einer solch eingeschränkten Sicht verpassen könntest. Schau selbst!

  • Aktie C zahlt beispielhaft eine Dividendenrendite in Höhe von 2,5 % aus. Du lässt sie getrost links liegen, weil dich nur alles ab 5 % interessiert. Was du dabei womöglich übersiehst, ist, dass Aktie C ein jährliches Dividendenwachstum in Höhe von 20 % hat und die Chancen nicht schlecht stehen, dass das so bleibt. Das hieße, dass du schon in wenigen Jahren eine Dividendenrendite von ebenfalls 5 % erreichen könntest. Und vielleicht sogar auch 10 % oder 15 %, wenn du früh eingestiegen bist und die Dividendenwachstumswelle konstant reitest. Allerdings versäumst du es, weil du nur auf die Dividendenrendite geachtet hast. Ganz schön blöd, oder?

Als Letztes könnte aber selbstverständlich auch das Folgende passieren:

  • Du investierst in Aktie D mit 5 % Dividendenrendite. Die Aktie hält die Dividende konstant. Vielleicht wächst sie sogar noch. Du bleibst lange am Ball und wirst eine gute Rendite einfahren. Sprich: Der Fall, den du dir eigentlich wünschst.

Auch das ist natürlich realistisch. Wahrscheinlich hoffst du sogar regelmäßig auf so eine Entwicklung. Dennoch setzt du dich bei dieser Strategie grundsätzlich der Gefahr aus, dass auch die Fälle 1-3 eintreten können und wahrscheinlich auch oft werden.

Wie erreiche ich dann immer den vierten Fall?

Gute Frage! Du bist auf dem richtigen Weg, mein Freund. Die Wahrscheinlichkeit, immer eher den vierten Fall zu erreichen, erhöhst du, wenn du dich bei deiner Analyse nicht nur auf die Dividendenrendite versteifst, sondern dich vollumfänglich mit einer Dividendenaktie aus fundamentaler Sicht auseinandersetzt. Wenn du dich auf Einkommensaktien versteifen möchtest, die mindestens eine Rendite von x % aufweisen, könntest du dieses Kriterium zuletzt noch als Filter verwenden.

Auch dieses Vorgehen wird dich gewiss nicht davor schützen, ab und an mal eine falsche Investitionsentscheidung zu treffen. Sofern du deine Hausaufgaben jedoch richtig machst, stehen die Chancen nicht schlecht, dass du in der Mehrheit deiner Investitionen einen guten Riecher haben wirst.

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