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Das Wichtigste aus den aktuellen Zahlen der Deutschen Bank

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Nun war es heute soweit, die Deutsche Bank (WKN: 514000) hat ihre Zahlen für das vierte Quartal 2017 und die vorläufigen Zahlen für das Gesamtjahr veröffentlicht. Nach einer heftigen Gewinnwarnung und trotzdem steigender Boni-Zahlungen war die Nachrichtenlage in den letzten Tagen eher schlecht. Darunter hat auch der Aktienkurs ordentlich gelitten. Schon in der letzten Woche ist der Kurs von knapp 16 Euro auf unter 15 Euro zurückgefallen. Die Zahlen wurden vom frühen Markt sehr schlecht aufgenommen und die Aktie der Deutschen Bank startete am Freitag (02.02.2018) mit einem Verlust von mehr als 6 % in den Handel.

Verlust von 500 Millionen Euro im Jahr 2017

Schauen wir mal, ob die Zahlen wirklich so schlecht sind oder ob nicht sogar die Wunden der letzten Tage etwas kuriert werden können. In meinem Ausblick auf die Zahlen habe ich bereits geschrieben, dass die Deutsche Bank mit einer Ad-hoc Meldung am 05. Januar 2018 vor einem „geringen“ Verlust gewarnt hat. Dieser Verlust beläuft sich nun auf rund 500 Millionen Euro. Das heißt, die „Deutsche“ schreibt das dritte Jahr in Folge tiefrote Zahlen.

Der nun mit einer knappen halben Milliarde Euro doch nicht so geringe Verlust für 2017 wird vor allem mit den Sonderbelastungen durch die US-Steuerreform begründet. Rund 1,4 Milliarden Euro kommen hier zusammen. Die Steuerreform senkt zwar die Steuerbelastung für Unternehmen, allerdings können vor allem Banken nun Verluste aus den Zeiten der Finanzkrise nicht mehr im gleichen Maße auf zukünftige Steuern anrechnen wie vor der Reform. In den kommenden Jahren kann dann aber durch die geringere Steuerquote in den USA mit einer verminderten Belastung gerechnet werden. Ohne die Sonderbelastung durch die Steuerreform hätte die Bank einen Gewinn nach Steuern von rund 900 Millionen Euro erwirtschaftet.

Ertragslage hat sich stark verschlechtert

Nun ja … hätte, wäre, wenn überzeugt in der Regel keinen Investor. Und leider ist das nicht das einzige Problem der Deutschen Bank im aktuellen Bericht. Auch die Ertragslage in fast allen Bereichen hat sich zum Teil enorm verschlechtert. Die Gesamterträge in 2017 sind um 12 % im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Ganze 3,5 Milliarden Euro weniger hat die DeuBa verdient. Allein in Q4 2017 verringerten sich die Erträge der Bank um ganze 19 %!

Wie bereits in der Gewinnwarnung vom Januar angekündigt, fiel vor allem das Ergebnis des sonst so ertragreichen Investmentbankings sehr enttäuschend aus. Die Erträge für das Gesamtjahr 2017 sanken um rund 2,5 Milliarden Euro auf knapp 14,2 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis hat sich von rund 1,7 Milliarden Euro in 2016 auf nun nur noch 877 Millionen Euro mehr als halbiert. Begründet wird der enorme Rückgang mit einer geringen Volatilität an den Märkten und einer damit verbundenen Zurückhaltung der institutionellen Anleger. Nichtsdestotrotz ist diese Entwicklung in meinen Augen sehr besorgniserregend.

Alle Unternehmensbereiche sind betroffen

Auch in den anderen Unternehmensbereichen gingen die Erträge in einem beträchtlichen Ausmaß zurück. Im Privat- und Firmenkundengeschäft haben sich die Erträge um knapp 900 Millionen Euro auf rund 10,2 Milliarden Euro verringert. Das Ergebnis vor Steuern ging um mehr als 1 Milliarde Euro auf 382 Millionen Euro zurück.

Positiv erwähnt wird im Bericht, dass die gesamten Aufwendungen um 16 % auf 24,6 Milliarden Euro gesunken sind. Der Rückgang kam vor allem durch die Auflösung von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten zustande. Allerdings werde ich diese Zahl mit Vorsicht genießen, da ich mir bei der Deutschen Bank nach der enormen Anzahl an Prozessen und Klagen der letzten Jahre nicht sicher bin, ob nicht doch noch die eine oder andere „Überraschung“ auftaucht.

Zusammenfassend hat die Deutsche Bank mit den Zahlen für das Q4 2017 und den vorläufigen Zahlen für das Gesamtjahr 2017 die negativen Erwartungen der Analysten bestätigt. US-Steuerreform hin oder her, die Deutsche Bank hat ein Ertrags- und Kostenproblem, das schnell gelöst werden muss. Von daher kann ich den hohen Abschlag von knapp 6 % im frühen Handel am Freitagmorgen durchaus nachvollziehen und bleibe bei meiner Einschätzung, dass die Deutsche Bank vor einem herausfordernden Jahr 2018 steht.

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David Ehlers besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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