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Seit Trumps Wahl sind die amerikanischen Aktien um weniger als 3 % gefallen

Foto: The Motley Fool.

Die Aktien steigen und sinken, aber in letzter Zeit sind sie meist gestiegen. Wenn wir irgendwann nach dem 7. November 2016 in den S&P 500 investiert hätten, wären unsere Investitionen nie um mehr als 3 % vom Allzeithoch gefallen.

Es ist die längste Siegesserie, die es je gegeben hat, nach Angaben von @CharlieBilello. Es sind mehr als 300 Handelstage seit der letzten 3 %igen „Mini-Korrektur“ vergangen, und die Anleger haben 10 Monate in Folge Gewinne erzielt, ohne auch nur einen Hauch des Risiko, das mit der Investition in Aktien verbunden ist.

Aktien steigen selten geradlinig an. Ein 3%iger Rückgang ist Routine. Tatsächlich fallen Aktien im Durchschnitt etwa alle 11 Monate um 10 % oder mehr von ihrem relativen Höchststand ab. Trotzdem haben wir fast 11 Monate gesehen, in denen Aktien nie mehr als 3% unter dem Allzeithoch gewesen sind.

Aktiengewinne dank Trump?

Donald Trump hat auf Twitter einen Post veröffentlicht, wie seine Regierung dabei hilft, Aktien zu neuen Allzeithochs zu verhelfen.

Ich gebe es nur wirklich ungern zu und es wäre auch eine äußerst zweifelhafte Praktik, Kursgewinne einem Präsidenten zuzuschreiben, aber einige der politischen Schachzüge der Republikaner waren gut für die Geschäftswelt und die Börse

Donald J. Trump

Beispielloser Erfolg für unser Land, in so vielerlei Hinsicht, seit der Wahl. Rekordbörse, starkes Militär, Kriminalität, Grenzen, & ISIS, starke Judikative & Zahlen, niedrigste Arbeitslosigkeit für Frauen, massive Steuersenkungen, Ende des individuellen Mandats – und so viel mehr. Big 2018!

Für die jüngsten Beunruhigungen auf dem Markt gibt es Gründe. Die Small-Cap-Aktien stiegen, da die Investoren glaubten, nach der Wahl von Trump würde die Unternehmenssteuer gesenkt werden. Und tatsächlich haben im Dezember 2017 Trump und ein GOP-kontrollierter Kongress dieses Versprechen wahr gemacht und die Steuern für die meisten Haushalte gesenkt.

Die Steuersenkung ist ein Segen für die Wirtschaft. Für die kleineren Unternehmen wird erwartet, dass sie mehr Steuern sparen können als größere Unternehmen, die mehr Einkommen im Ausland generieren. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht von Bloomberg legt nahe, dass von den großen S&P 500-Unternehmen, die eine gemeinsame Steuerprognose für 2018 haben, durchschnittlich erwartet wird, dass ihr Steuersatz 2018 um 5 Prozentpunkte gegenüber 2017 sinkt.

Ebenso hatten Banken und andere Finanzinstitute nach dem Wahlergebnis von 2016 einen guten Start. Trump´s Vorschläge zu Steuern und Ausgaben für die Infrastruktur wurden als inflationär angsehen. Das sorgt aber dafür, die langfristigen Zinssätze und damit die Gewinne der Finanzindustrie in die Höhe zu treiben.

Die Renditen der 10jährigen Schatzanleihen stiegen nach der Wahl von Trump nach oben und sind nie wieder unter das Niveau gefallen, das sie vor seinem Wahlsieg hatten. Das führte zu dem sogenannten  „Trump Bump“ am Markt. Finanzwerte machen derzeit ca. 17 % des S&P 500-Wertes aus, so dass ein Plus für die Banken ein Schub für den Markt insgesamt ist.

Das Wort des Jahres ist Euphorie

Während die inflationäre Fiskalpolitik den Kursgewinnen zugrunde liegt, bezeichnen viele den aktuellen Aktienmarkt als „euphorisch“. Einige sagen, dass die Investoren selbstgefällig. Mit anderen Worten, einige  Investoren glauben, dass die Aktien nur steigen können.

Verständlicherweise ist es schwer, sich nicht über die Entwicklung an der Börse zu freuen. Der S&P 500 hat in 14 der letzten 15 Jahre zugelegt.

Online-Discount-Broker berichten, dass ihre Kunden optimistischer als je zuvor sind und weniger Bargeld in ihren Brokerage-Konten halten, im Vergleich zu den Erfahrungen aus den Vorjahren. Margenkredite erreichen neue Höchststände.

Der VIX-Index, gemeinhin als „Angst-Index“ bezeichnet, hielt sich die meiste Zeit des Jahres 2017 in einem Tief. Das Wall Street Journal schrieb letztes Jahr, dass Mom- und Pop-Investoren ihn als einen aktiven Weg sehen marktbeherrschende Renditen zu generieren.

Unterdessen steigen Unternehmen mit fragwürdigen Aussichten, nachdem sie ihren Namen um „Blockchain“ ergänzt haben und beleben damit einen Trick aus der Dotcom Ära. In dieser Zeit haben sich Unternehmen in Schlagworte des Tages umbenannt und haben damit ihren Aktienkurs sofort angekurbelt.

Es ist so schlimm geworden, dass der Vorsitzende der Securities and Exchange Commission, Jay Clayton, gerade eine Rede gehalten hat, in der er im Grunde genommen sagte: „Hören Sie auf, die Blockchain in Ihrem Firmennamen zu platzieren“, auch wenn er es dezenter formuliert hat.

Zusammengenommen sind diese Verhaltensweisen – weniger Bargeld halten, höhere Erträge mit komplexen Derivaten und der Boom beim schlechten Unternehmensverhalten – enger mit Höchstständen verbunden, als mit der Talsohle.

Kommst du mit der nächsten Korrektur klar?

Die Wahrheit ist, dass niemand weiß, wohin die Wirtschaft oder die Aktienkurse sich entwickeln werden. Aber eines ist sicher:  die Aktienkurse werden nicht ewig steigen. Der Rückgang von 10 %, wenn nicht sogar mehr, ist sicher, auch wenn es nur vorübergehend ist. Erinnerst du dich?Es braucht keine Rezession oder eine 2008-artige Rezession, damit die Aktienpreise fallen.

Eine zehnprozentige Korrektur an den Aktienmärkten findet im Durchschnitt etwa alle 11 Monate statt, aber Rezessionen treten viel seltener auf.

Ich persönlich habe einige Gewinne gesichert, indem ich meine Investitionen in Aktien verringert und meine Investitionen in ultra sichere, fast cash-ähnliche Anleihen erhöht habe.  Es ist nicht so, dass ich glaube, dass es schon morgen beginnt, sondern weil ich weiß, dass ich auch schon euphorisch werde. Ich bin viel zu aufgeregt über das ”ganze Geld”, das ich in Aktien investiert hatte, die nur stiegen und stiegen.

Das hat mir die Augen geöffnet, denn es ist ein deutliches Zeichen dafür dass meine Mischung aus riskanten und sicheren Anlagen nicht mehr im Gleichgewicht waren.

Wenn Portfoliogewinne mir das gute Gefühl geben könnten, in Aktien zu investieren, wie schlecht würde ich mich fühlen, wenn mein Portfolio anfängt zu sinken, anstatt zu steigen?

Das ist wohl eine Frage, die sich im Moment jeder stellen sollte.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Twitter.

Dieser Artikel wurde von Jordan Wathen auf Englisch verfasst und am 30.01.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde von Peter Stephens/Harvey Jones auf Englisch verfasst und am 06.08.2017 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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