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3 Wege, wie ein starker Euro dein Portfolio belasten kann (und 1 Weg vom starken Euro zu profitieren)

Foto: The Motley Fool

Der Euro kennt in den letzten Tagen kaum ein Halten mehr. Vor allem im Vergleich zum US-Dollar konnte unsere heimische Währung zuletzt kräftig zulegen und notiert aktuell nahe an einem Mehrjahreshoch.

Mein Foolisher Kollege Ralf ist kürzlich erst der spannenden Frage nachgegangen, ob der starke Euro nun womöglich die heimischen Aktien abwürgt. Definitiv eine lesenswerte Lektüre im aktuellen Euro-Kontext.

Heute soll es aber an dieser Stelle darum gehen, wo dich der starke Euro als Anleger momentan schwächt. Drei Wege fallen mir dazu ein, sowie ein Weg, wie du trotz alledem vielleicht sogar von der starken Heimatwährung profitieren kannst.

1) Wechselkursverluste im Portfolio

Der erste Belastungsfaktor tritt auf, wenn du in Aktien investiert bist, die ursprünglich in anderen Währungen notiert sind. Steigt der Euro gegenüber dieser Währung, wirst du in deinem Portfolio leider währungsbedingte Kursverluste hinnehmen müssen. Zumindest momentan. Selbst wenn die Aktie womöglich auf der Stelle tritt, beziehungsweise nicht ganz so stark steigt, wie der Euro im Vergleich zur Währung der Auslandsaktie.

Selbst wenn diese Verluste natürlich zunächst nicht realisiert sind und mit der Plausibilität deiner Investitionsthese nichts am Hut haben, könnte das für dich als Investor ärgerlich sein. Dennoch solltest du im Hinterkopf behalten, dass Währungen genauso wie Aktien schwanken können. Doch glaube mir, langfristig wird es bestimmt auch wieder Zeiten geben, die währungstechnisch vorteilhafter für dich sind.

2) Weniger Dividende bei Auslandsdividenden

Bei Auslandsaktien werden zunächst die Dividenden in der Regel in der jeweils heimischen Währung ausgegeben und dann zu aktuellen marktgängigen Wechselkursen umgerechnet. Das bedeutet, dass du im Falle einer Ausschüttung zu einem starken Eurokurs ebenso in der unglücklichen Lage bist, weniger in Euro zu bekommen, als womöglich noch bei der letzten Ausschüttung.

Das ist übrigens ein Aspekt, der im Gegensatz zu den oben genannten, womöglich nur temporären Kursverlusten wirklich deine Rendite unwiderruflich beeinträchtigt. Ein starker Euro führt nämlich effektiv zu weniger Dividende, wenn die ausländische Währung im Vergleich zum Euro abwertet. Aber auch hier gilt der Hinweis, dass es gewiss auch wieder günstigere Wechselkurse geben wird. Langfristig stehen die Chancen nicht schlecht, dass sich die Wechselkurseffekte hier immer mal wieder ausgleichen werden, aber kurzfristig kannst du dir von dieser Erkenntnis leider nichts kaufen.

3) Heimische, exportstarke Werte könnten leiden

Ebenfalls könnte dein Portfolio leiden, wenn du umfangreich in heimische Aktien investiert bist, die stark vom Export abhängig sind. Ein starker Euro kann nämlich zu erhöhten Preisen für die jeweiligen Produkte im Ausland führen, was die Waren im Vergleich zur dort heimischen Konkurrenz weniger attraktiv werden lässt.

Oder aber das zugrundeliegende Unternehmen deiner Aktie entscheidet sich, die Preise beim Export nicht zu erhöhen. Dann verdient es aber unterm Strich an seinen Exporten weniger, da die Kosten in Euro ja in der Regel gleich hoch bleiben.

Egal, wie wir es daher auch drehen und wenden, heimische Aktien von exportierenden Unternehmen profitieren unter einem stärker werdenden Euro in aller Regel nicht.

Dennoch kannst du von einem starken Euro profitieren

Was du aber bei all dem Pessimismus rund um den starken Euro nicht vergessen darfst, ist, dass er grundsätzlich auch eine Chance für dich bereit hält. Letztlich kannst du nämlich von dem währungsbedingten Discount profitieren, den ein starker Euro mit sich bringt.

Klar ist es ärgerlich, dass viele deiner Auslandspositionen mitunter kurstechnisch in Mitleidenschaft gezogen werden. Sofern du aber nach wie vor an den Erfolg dieser Aktien glaubst, kann der angezogene Euro dir die Möglichkeit bieten, deine bereits auserkorenen Lieblinge noch einmal günstiger nachzukaufen.

3 Trends, die Investoren kennen müssen

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