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Mit diesem Investment hat Volkswagen kurzfristig 195 % Gewinn gemacht

Trotz wieder aufwallender negativer Presse wegen Rückrufen, Feinstaub und Tierversuchen haben sich keine DAX-Aktien über die letzten drei Monate besser entwickelt als die Vorzüge von Volkswagen (WKN:766403). Offenbar hat das Management in letzter Zeit auch das ein oder andere richtig gemacht. Dazu gehört sicherlich der Einstieg beim amerikanischen Truck-Hersteller Navistar International (WKN:886965).

Der Hintergrund

Nachdem der VW-Konzern nach langem Ringen die beiden stolzen LKW-Marken MAN und Scania unter einen Hut bekommen hat, gab es noch einen großen weißen Flecken auf der Weltkarte: der US-Markt. Schon 2014 gab es Gerüchte, dass die Sparte VW Truck & Bus Interesse habe, die ähnlich große PACCAR (WKN:861114) zu übernehmen. Daraus wurde nichts. Stattdessen wurde zwei Jahre später eine Allianz mit dem großen Lokalrivalen Navistar International verkündet.

Dabei geht es zum einen um das Heben von Synergien bei Einkauf, Vertrieb und Entwicklung. Zum anderen hat VW auch Geld in die Hand genommen, um Navistar den Rücken zu stärken und enger an sich zu binden. Für 256 Mio. US-Dollar erhielten die Wolfsburger etwa einen Sechstel der Anteile. Die Aktie hatte zu dem Zeitpunkt ein tiefes Tal durchschritten und seither geht es fast nur noch bergauf.

Heute (30.01.) ist der Anteil über 750 Mio. Euro wert, womit erstaunlicherweise in der Spitze eine Verdreifachung des Einsatzes innerhalb von weniger als eineinhalb Jahren gelungen ist. Die am 13. März 2018 vorgelegte Bilanz zum Geschäftsjahr 2017 wird folglich mit einer zusätzlichen halben Milliarde Dollar unterfüttert, was nur von der Eurostärke etwas getrübt wird.

Die Gründe für den Boom

Auch bei PACCAR läuft es ziemlich rund. Gerade wurden ausgezeichnete Zahlen vorgelegt, wobei als Highlight ein Anstieg von 42 % bei den Truck-Verkaufserlösen in Nordamerika heraussticht. Das wurde allerdings bereits von den Anlegern antizipiert und viele davon haben sich für die Börsenregel „sell on good news“ entschieden.

Dass der amerikanische LKW-Markt so stark ist, liegt zum einen daran, dass der Erneuerungsbedarf bei den zum Teil arg veralteten Flotten dringlich geworden ist und zum anderen am allgemeinen Optimismus, was die Konjunktur angeht. Bereits über die letzten Monate haben die Frachtraten angezogen, womit sich das Transportgeschäft wieder mehr lohnt. Das hohe Bestellvolumen im letzten Quartal lässt zumindest für das aktuelle Geschäftsjahr auf weiterhin gute Geschäfte hoffen.

Wie es jetzt weitergeht

Das ist eine Menge Rückenwind für die noch junge Allianz. Mittlerweile wurde auch konkretisiert, welche gemeinsamen Projekte man in Angriff nehmen will. Dazu gehört beispielsweise der für Anfang 2020 angekündigte Elektro-Truck. „Wir werden mehr elektrifizierte LKWs auf den Straßen haben als Tesla (WKN:A1CX3T)“, verkündete der Navistar-Chef Troy Clarke vor wenigen Tagen, wobei das geplante mittelschwere Modell allerdings nur bedingt mit Teslas Semi vergleichbar ist.

Als besonders wichtig eingestuft wird die gemeinsame Entwicklung einer globalen, markenübergreifenden Fahrzeugvernetzungs-Plattform. Nur wenn das gelingt, wird man wirklich auf Augenhöhe mit den Branchenführern Daimler (WKN:710000) und Volvo AB (WKN:871229) sein können. Troy Clarke sieht sein Unternehmen im Zusammenspiel mit den schwedisch-deutschen (und brasilianischen) Partnern sogar auf der Nummer 1, was die Anzahl der zukünftig vernetzten Trucks angeht.

Gut möglich, dass die 2016 auf den US-Markt zurückgekehrte VW Nutzfahrzeuge ebenfalls mit der Marke Navistar kooperieren wird, nachdem die Crafter-Kastenwagen seit einiger Zeit auch unter dem Label MAN TGE laufen. In das umfangreiche Produktportfolio der derzeit noch auf schwerere Fahrzeuge fokussierten Amerikaner würden die gut passen.

Ich denke, es lohnt sich, beim unübersichtlichen Volkswagen-Konzern nicht nur immer auf die Marktanteile bei den Autos zu schielen, sondern auch die weniger beachteten Sparten wie MAN Diesel & Turbo und eben VW Truck & Bus im Blick zu behalten. Von dort kommen fast nur gute Nachrichten.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt Aktien von Paccar. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. The Motley Fool empfiehlt Daimler.

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