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Haben Buffett, Bezos und Dimon gerade den Börsengang von Siemens Healthineers torpediert?

Foto: Getty Images

Siemens (WKN:723610) will schon in Kürze seine Medizintechniksparte an die Börse bringen. Selbstverständlich soll dabei ein möglichst guter Preis für die bis zu 25 % der Anteile erzielt werden. Es geht um Milliarden. Da kommt es ziemlich ungelegen, dass drei der mächtigsten Wirtschaftsakteure der Welt nun den Gesundheitsmarkt aufmischen wollen. Muss Healthineers diese Initiative fürchten oder ergeben sich womöglich sogar neue Chancen?

Worum es geht

Jeff Bezos von Amazon (WKN:906866), der Chef der größten US-Bank JPMorgan Chase (WKN:850628) Jamie Dimon und Warren Buffett von Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) haben ihre Köpfe zusammengesteckt, um zu überlegen, wie sie die schon seit langem ausufernden Kosten des amerikanischen Gesundheitssystems drücken können. Dazu wollen sie zunächst eine Non-Profit-Gesellschaft gründen, welche gezielt nach innovativen Wegen suchen soll, um eine bessere Versorgung der eigenen Mitarbeiter zu geringeren Kosten zu realisieren.

Später sollen die Erkenntnisse auch auf weitere Zielgruppen ausgeweitet werden, weshalb die Ankündigung einem kleinen Erdbeben gleicht. Im ersten Moment wurden fast alle Healthcare-Aktien in den Keller geschickt, egal ob Pharma, Krankenversicherung oder MedTech.

Na und?

Die drei Kameraden sind sich völlig bewusst, dass sie sich hier einer außergewöhnlich komplexen Herausforderung gestellt haben. Bisher haben sie zwar noch keinen konkreten Plan, aber sie wollen ihre komplementären Ressourcen dafür einsetzen, praktikable Ansätze zu entwickeln.

Es liegt auf der Hand, dass durch die verstärkte Nutzung von Online-Plattformen, schlauer Software, Telemedizin, Robotertechnik und 3D-Druck erhebliche Einsparpotenziale gehoben werden könnten bei gleichzeitiger Qualitätsverbesserung.

Patienten mit ähnlichen Leiden könnten zusammengefasst und in Kampagnen effizient „am Fließband“ behandelt werden, so wie das in Ländern wie Indien bereits praktiziert wird. Statt der Nutzung von teuer sterilisierten OP-Räumen könnten mobil einsetzbare, transparente und hermetisch abgeschlossene „OP-Zelte“ über die Operationsstelle gespannt werden. Überall verteilte „Container“ mit automatisierten Analyseinstrumenten und 3D-Videofernverbindung zu Fachärzten könnten Millionen Wege einsparen.

An Ideen mangelt es bestimmt nicht und dem Gesundheitssektor entgehen zukünftig möglicherweise viele Umsatzmilliarden.

Und jetzt?

Manche Beobachter, wie zum Beispiel der Analyst Kirk Spano von Bluemound Asset Management glauben, dass solche Aktien jetzt nachhaltig unter Druck geraten werden. Er rät sogar dazu, sich dagegen zu positionieren, weil er davon ausgeht, dass Amazon letztlich einen disruptiven Gesundheitsversorgungsdienst auf seine Cloudplattform AWS ziehen wird.

Für Medizintechniker wie Healthineers ergeben sich hingegen auch Chancen. Das Siemens-Know-how rund um die Digitalisierung von Krankenhäusern könnte die Initiative gut gebrauchen. Vermutlich wird diese schon bald auch für weitere Unternehmen geöffnet, sodass sich Healthineers und Alternativen wie Philips (WKN:940602) und GE Healthcare anschließen könnten.

Noch ist das alles aber Zukunftsmusik und der Erfolg des Börsengangs sollte aus meiner Sicht nicht wesentlich davon beeinflusst werden.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und Berkshire Hathaway (B-Aktien). 

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