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Amazons KI-Lebensmittelladen ist eröffnet: Was Investoren wissen müssen

Foto: The Motley Fool.

Als Amazon.com (WKN:906866) vor 20 Jahren als Online-Buchhändler eröffnet wurde, gab es nur wenige, die vorhersagen konnten, wie sehr sich die Welt des Einzelhandels in den folgenden zwei Jahrzehnten verändern würde. Jüngste Berichte deuten darauf hin, dass das Unternehmen im Jahr 2017 44 % aller E-Commerce-Umsätze in den USA und 4 % des gesamten Einzelhandels landesweit ausmachte, so der E-Commerce-Analytikanbieter One Click Retail.

Amazon hatte sich jahrelang mit Angeboten wie Amazon Fresh auf dem Lebensmittelmarkt versucht, aber das volle Ausmaß der Ambitionen des Unternehmens in diesem Bereich wurde mit der Übernahme von Whole Foods im Wert von 13,7 Milliarden US-Dollar deutlich, was dem Unternehmen eine sofortige und beträchtliche Präsenz in der Lebensmittelbranche verschaffte. Dies folgte auf die Nachrichten, dass Amazon mit einem kassenlosen Lebensmittelgeschäft experimentierte, obwohl sich die Technologie als schwierig erwies.

Amazon Go – der automatisierte KI-Lebensmittelladen des Unternehmens – ist jetzt für die Öffentlichkeit zugänglich.

Futuristisches Einkaufen

Ab Montag, 22. Januar, können Käufer die Amazon Go App auf ihre Handys herunterladen, um in dem Shop einzukaufen, der sich bei Amazon in Seattle befindet. Einmal drinnen, gehen die Kunden wie gewohnt einkaufen. Ein System verfolgt die Bewegungen der Kunden als 3D-Objekte ab dem Moment, in dem sie das Geschäft betreten, und kombiniert die Daten, die von Kameras erfasst werden, mit Informationen von einer Vielzahl von Sensoren. Auf diese Weise kann das System automatisch Artikel erkennen, die aus Regalen entnommen (oder in die Regale zurückgelegt) werden.

Eine Kombination aus Computervision, Gewichtssensoren und künstlicher Intelligenz – oder genauer gesagt, Deep Learning – erkennt und verfolgt die Produkte. Sobald der Kunde das Geschäft verlässt, werden seine Konten belastet und er erhält eine digitale Quittung.

Bereit für die Prime Time?

Das Unternehmen führte Amazon Go Ende 2016 ein und testete das Konzept zunächst mit den Mitarbeitern des Unternehmens. Es wurde gemunkelt, dass Pläne, den Laden im Frühjahr 2017 für die Öffentlichkeit zu öffnen, gestrichen wurden, als die Technologie angeblich Schwierigkeiten hatte, mehr als 20 Kunden gleichzeitig zu bedienen, was zu einem Systemabsturz führte. Seitdem hat Amazon die Technologie kontinuierlich verbessert.

Die Filiale benötigt noch immer Mitarbeiter in den Filialen für eine Vielzahl von Funktionen, von der Wiederauffüllung der Regale bis hin zur Überprüfung der Ausweise für Alkoholeinkäufe. Es gibt auch eine Reihe von Köchen vor Ort, die eine Reihe von Fertiggerichten wie Sandwiches, Salate und Wraps zubereiten.

Was die Zukunft bringt

Amazon hat keine Pläne offenbart, über den einzelnen Standort hinaus zu expandieren, aber die Investoren brauchen sich nur die Geschichte ihrer physischen Buchhandlungen anzusehen, um einen Hinweis darauf zu erhalten, wie das Unternehmen vorgehen könnte. Von einem einzigen Geschäft, das Ende 2015 eröffnet wurde, ist Amazon Books auf derzeit 13 Standorte angewachsen, drei weitere folgen in Kürze. Die physische Buchhandlung bietet eine sorgfältig kuratierte Auswahl von Tausenden von Büchern im Laden unter den Millionen von Titeln, die auf der Website verfügbar sind. Es fungiert auch als Schaufenster für die wachsende Familie von Echo, Kindle, Fire Tablet und Fire TV-Produkten und bietet potentiellen Käufern einen Platz, um die Geräte physisch zu testen.

Foolisches Fazit

Die Ambitionen von Amazon in diesem Sektor sind klar, aber der Weg ist ungewiss. Der US-Lebensmittelsektor erwirtschaftet einen geschätzten Jahresumsatz von 800 Milliarden US-Dollar, wobei Amazon laut einem Bericht von One Click Retail im Jahr 2017 nur 2 Milliarden US-Dollar davon erwirtschaftet. Während das Unternehmen derzeit nur einen kleinen Teil des Marktes ausmacht, ist es wichtig zu beachten, dass Amazon im vergangenen Jahr 18 % aller Online-Verkäufe von Lebensmitteln abgewickelt hat — mehr als doppelt so viel wie sein nächster Konkurrent.

Laut einem gemeinsamen Bericht des Food Marketing Institute und Nielsen, „The Digitally Engaged Food Shopper“, wird dieser Markt in den kommenden Jahren stark wachsen. Der Online-Verkauf von Lebensmitteln könnte im kommenden Jahrzehnt auf das Fünffache ansteigen, von 20,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 auf geschätzte 100 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Internet-Lebensmittelverkäufe könnten von 4,3 % der US-Lebensmittel und Getränke auf bis zu 20 % in diesem Zeitraum steigen, so der Bericht.

Amazon ist einzigartig positioniert, um diesen Weg fortzusetzen. Das etablierte E-Commerce-Geschäft, die Übernahme von Whole Foods und die Innovationsbereitschaft in einer ansonsten eher stagnierenden Branche werden dem Unternehmen gute Dienste leisten. Daher erwarte ich, dass das Unternehmen seine automatisierte Einkaufstechnologie mit Whole Foods testen wird, sobald alle Probleme ausgeräumt sind.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Tochtergesellschaft von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon. 

Dieser Artikel wurde von Danny Vena auf Englisch verfassst und am 23.01.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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