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Sollten Anleger jetzt auf US-Staatsanleihen setzen?

Foto: The Motley Fool

In den vergangenen Jahren kannten die weltweiten Börsen nur eine Richtung: Steil nach oben! Der DAX legte in den letzten zehn Jahren 110,6 % zu, der Dow Jones schaffte sogar 119,0 % (Stand: 23.01.2018)! Neben steigenden Unternehmensgewinnen dürfte vor allem das niedrige Rendite-Niveau am Anleihemarkt viele Anleger in die vermeintlich riskanteren Aktien getrieben haben.

Bei zehnjährigen US-Staatsanleihen scheint sich der Wind nun allerdings zu drehen. In den letzten vier Wochen stieg der Zinssatz um 5,6 %, auf Jahressicht waren es 6,1 %. Aktuell beträgt die Rendite 2,61 % (Stand: 23.01.2018). Hoch genug, um der aktuellen Börsenparty ein Ende zu bereiten? Sollten Anleger deshalb vielleicht sogar von Aktien auf US-Staatsanleihen umsatteln?

Nur die Ruhe!

Tatsächlich dürfte ein dauerhaft hoher Zinssatz bei US-Staatsanleihen die Nachfrage nach eben diesen steigen lassen, da sie immer noch den Ruf als sicherer Hafen genießen. Insbesondere institutionelle Anleger, wie Pensionsfonds oder Versicherungen, könnten dann statt Aktien wieder vermehrt auf US-Anleihen setzten. Das würde die Nachfrage nach Aktien drosseln und könnte somit für Kursverluste an den Börsen sorgen.

Allerdings glaube ich, dass die derzeitigen Renditen von US-Staatsanleihen noch nicht hoch genug ist, als dass dieser Effekt schon jetzt zum Tragen kommen sollte. Beispielsweise sprach Philip A. Fisher, ein US-Wertpapieranalyst und Erfolgsautor, verstorben im Jahr 2004, im Jahr 1956 bei einem Zinssatz von 2,19 % von sehr niedrigen Zinsen. Und so viel höher ist die Rendite wie oben erwähnt heute nicht.

Ich teile seine Einschätzung in diesem Punkt. 2,61 % sind kaum mehr als ein Inflationsausgleich, eine reale Rendite dürfte damit nur schwer zu erzielen sein. Dies mag bei institutionellen Anlegern nicht immer im Vordergrund stehen, trotzdem glaube ich, dass das aktuelle Zinsniveau noch nicht ausreicht, um das Kräfteverhältnis zwischen Anleihen und Aktien umzuwerfen.

Dafür spricht auch, dass andere sichere Häfen, wie beispielsweise zehnjährige Anleihen der Bundesrepublik Deutschland, gerade mal 0,50 % Rendite abwerfen. Es scheint schwer vorstellbar, dass diese beiden als sicher geltenden Anleihen dauerhaft mit so unterschiedlichen Renditen gehandelt werden.

Viel mehr sollte sich das Renditenniveau etwas angleichen. Das würde eher für für fallende Zinsen bei US-Anleihen sprechen und so eher die Attraktivität von Aktien fördern.

Mein Tipp: Hin und wieder einen Blick auf US-Staatsanleihen werfen

Derzeit macht es meiner Meinung nach keinen Sinn, sich US-Staatsanleihen statt Aktien zu kaufen. Zumindest nicht für langfristig orientierte Privatanleger, die mehr als einen Inflationsausgleich wollen. Sollten die Zinsen entgegen meiner Erwartung allerdings weiter steigen, könnte sich das Kräfteverhältnis, jedenfalls kurzfristig, verschieben und so durchaus das ein oder andere Störfeuer an den Börsen auslösen.

Hin und wieder ein Blick auf die Zinsentwicklung von US-Staatsanleihen kann also gewiss nicht schaden!

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