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Warum den Alphabet-Investoren die Stimmrechte egal sind

Bildquelle: Google.

Anfang 2010 machte Alphabet (WKN:A14Y6F) einen damals ungewöhnlichen Schritt. Bei einem Aktiensplit entschied sich das Unternehmen, eine neue Aktiengattung zu schaffen, anstatt einfach nur neue Aktien der bestehenden Aktiengattung auszugeben. Diese neue Klasse verfügte über kein Stimmrecht.

Damals legten die Anleger großen Wert auf die Stimmrechte der älteren A-Aktien, so dass diese eine Prämie auf die nicht stimmberechtigten C-Aktien erhielten. Doch im Laufe der Zeit hat sich diese Prämie verringert, und jetzt ist sie fast vollständig verschwunden. Das führt zu einer offensichtlichen Frage: Was ist passiert, damit sich Alphabet-Anleger nicht mehr um ihre Stimmrechte kümmern? Die Antwort könnte Aufschluss darüber geben, ob es sinnvoll ist, künftig stimmberechtigte Aktien der Klasse A oder stimmrechtslose Aktien der Klasse C zu kaufen.

ALPHABET DATEN VON YCHARTS.

Bewertung der Stimmrechte

Die ungewöhnliche Splitstruktur von Alphabet war damals sehr umstritten. Einige Investoren stellten fest, dass die Aktionäre mit Stimmrecht durch den Schritt im Wesentlichen in die Lage versetzt wurde, einen Teil ihrer wirtschaftlichen Beteiligung an der Gesellschaft zu veräußern, ohne auf die Stimmrechtskontrolle verzichten zu müssen.

Es kam zu Rechtsstreitigkeiten, und Alphabet erzielte schließlich einen Vergleich, in dessen Rahmen es sich bereit erklärte, die Aktionäre in dem Maße zu entschädigen, in dem der Abschlag beim Preis der stimmrechtslosen Aktien auf über 1 % festgelegt wurde. Dieser Vergleich führte schließlich dazu, dass die Alphabet-Aktionäre im Jahr 2015 eine geringfügige Erhöhung der Anzahl der von ihnen gehaltenen stimmrechtslosen Aktien der Klasse C erhielten, was einem Wert von etwas mehr als 1,50 US-Dollar pro Aktie entsprach.

Damals waren die Wertunterschiede zwischen stimmberechtigten und nicht stimmberechtigten Aktien oft beträchtlich. Preisunterschiede von 20 bis 30 US-Dollar pro Aktie waren nicht ungewöhnlich, und bei dem damals niedrigeren Aktienkurs war es nicht ungewöhnlich, Unterschiede von 2 % bis 6 % zu sehen. Noch bis Mitte 2017 konnte man bei den beiden Aktiengattungen Wertunterschiede von 2 % bis 3 % feststellen.

Nun sind diese Disparitäten aber weitgehend verschwunden. Basierend auf den aktuellen Kursen betrug die Differenz zwischen den beiden Aktien nur 6 US-Dollar oder etwas mehr als 0,5 %. Die Anleger scheinen den Stimmrechten, die ihnen die A-Aktien gewähren, nicht viel Wert beizumessen.

Hat sich bei Alphabet etwas geändert?

Es ist nicht so, als hätten die Anleger das Interesse an den stimmberechtigten Aktien verloren. Sowohl die Aktien der Klasse A als auch der Klasse C werden täglich zu etwa gleichen Teilen gehandelt, so dass keine der beiden Aktien einen besonderen Vorteil hat. Beide Aktiengattungen sind Teil wichtiger Indizes, darunter des Nasdaq 100.

Ein Grund für die Konvergenz könnte einfach darin liegen, dass die stimmberechtigten Aktionäre erkannt haben, wie wenig Einfluss sie auf die Unternehmensführung haben. Alphabet-Insider haben Aktienpakete, die das Zehnfache der Stimmrechte von Klasse-A-Aktien geben, was ihnen eine effektive Kontrolle wichtiger Entscheidungen ermöglicht.

Doch die Aktionäre haben nicht aufgegeben. In einem Aktionärsantrag aus dem Jahr 2017 wurde vorgeschlagen, die Stimmrechte der beiden Klassen zu ändern und die Vorteile von Insidern zu reduzieren. Der Antrag wurde abgehlehnt, aber wenn man sich die Stimmen ansieht, dann waren die A-Aktionäre sogar im Verhältnis 3 zu 2 dafür.

Aber auch hier gilt: Solange die Insider die Kontrolle behalten, werden solche Vorschläge erfolglos bleiben und nur die Unzufriedenheit der Stammaktionäre zum Ausdruck zu bringen. Diese Verzweiflung ist der wahrscheinliche Grund, warum stimmberechtigte Aktien nicht mehr viel Prämie haben.

Da stimmberechtigte Aktien fast keine Prämie gegenüber stimmrechtslosen Aktien haben, sollten Anleger in Erwägung ziehen, die Klasse A der Klasse C vorzuziehen, nur in der Hoffnung, dass die Prämie in Zukunft zurückkommen könnte. Das ist alles andere als sicher, aber für diejenigen, die an Aktionärsrechte glauben, ist es zumindest möglich, dass Alphabet in Zukunft mehr Mitspracherecht einräumt.

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Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A-Aktien) und Alphabet (C-Aktien).

Dieser Artikel wurde von Dan Caplinger auf Englisch verfasst und am 18.01.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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