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DriveNow und car2go fusionieren: Kann hier ein Riese geschaffen werden?

Foto: car2go

Es scheint nun tatsächlich so weit zu sein. BMW (WKN:519000) und Daimler (WKN:710000) wollen ihre zwei Carsharing-Sparten zusammenlegen.

Das sieht erst einmal wie eine gute Idee aus, sollte Aktionäre aber nicht vom langfristig wichtigeren Thema ablenken.

DriveNow und car2go wollen ein Bündnis der Stärke

Noch ist zwar nichts in trockenen Tüchern, aber es sind schon einige Details der geplanten Fusion an die Medien durchgesickert. BMWs Carsharing-Tochter DriveNow soll mit car2go von Daimler fusionieren. Da die beiden Premiumhersteller stark an ihrer Markenidentität hängen, ist verständlich, dass die beiden einzelnen Marken erhalten bleiben. Die aufwändige IT und weitere organisatorische Bereiche sollen aber zusammengelegt werden, was alleine schon immense Ersparnisse einbringt. Es heißt, trotz Erhalt der zwei Marken sollen sie in Zukunft beide auf einer gemeinsamen Plattform bzw. App angeboten werden.

Noch scheint nicht ganz klar oder zumindest nicht bekannt zu sein, welche Rolle in Zukunft die wichtigen Partner der jeweiligen Tochterfirmen haben werden. Die Europcar Groupe (WKN:A14U65) besitzt immerhin einen Anteil in Höhe von 25 % an car2go, während Sixt (WKN:723132) sogar mit 50 % an DriveNow beteiligt ist und somit theoretisch so viel Mitspracherecht wie BMW selbst hat.

An sich sprechen die Zahlen für die beiden Unternehmen. In dem Exklusivbericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gab man an, dass car2go mittlerweile ganze 3 Mio. registrierte Kunden vermelden kann, 870.000 davon in Deutschland. DriveNow kommt immerhin auf 1 Mio. Kunden, mit 720.000 deutschen Kunden hat es im heimischen Markt aber eine ähnlich hohe Kundenzahl wie car2go. Auch das Wachstum geht in die richtige Richtung. Car2go konnte die Zahl registrierter Kunden im letzten Jahr um  30 % steigern, DriveNow um 25 %. Nur ein Blick auf die Flotte zeigt, dass Carsharing noch kein Massenphänomen ist. Daimlers Flotte besteht aus 14.000 und BMWs aus 6.000 Autos.

Guter Schachzug, aber der König bleibt in Gefahr

Auch wenn die Details und, noch viel wichtiger, die rechtliche und operative Umsetzung noch auf sich warten lassen, kann man durchaus sagen, dass diese Fusion ziemlich viel Sinn macht. BMW und Daimler können hier innerhalb ihrer Carsharing-Sparten ziemlich große Synergien erringen.

Zwar sind die beiden natürlich in vieler Hinsicht Konkurrenten, aber beide haben ein fokussiertes Management, dass die Fähigkeiten besitzt, diese Fusion erfolgreich umzusetzen. Insofern steht einem Erfolg eines fusionierten Unternehmens nicht viel im Weg. Die Fähigkeiten, der Wille und der Markt sind da.

Bevor sich Aktionäre der beteiligten Unternehmen aber die Hände reiben, sollte man nicht vergessen, dass diese geplante Fusion den wirklichen Zukunftsmarkt noch nicht gesichert hat. Der wird nämlich aus einer vernetzten Flotte aus autonomen Autos bestehen, und das vielleicht schon früher, als viele denken. Nicht Carsharing, sondern Robotaxis sind der wahre Zukunftsmarkt.

Falls Daimler und BMW eine konkurrenzfähige autonome Technologie entwickeln können, ist eine fusionierte Carsharing-Sparte durchaus ein guter Startpunkt, um diese Technologie anzuwenden. Falls ihnen das aber nicht gelingt, können sie langfristig höchstens auf ein Nischendasein im Zukunftsmarkt der Mobilitätsdienstleistungen hoffen.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

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