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3 Gründe, warum wir von Bitcoin die Nase voll haben

Foto: Getty Images

Der Krypto-Währungsmarkt ist seit Beginn des Jahres 2017 unaufhaltsam gewachsen. Trotz einiger Volatilitäten ist der Gesamtwert jeder einzelnen kombinierten Krypto-Währung in den letzten 12 1/2 Monaten um fast 4.000 % auf fast 750 Mrd. US-Dollar gestiegen. Das Tempo dieser Gewinnentwicklung ist einfach anders als alles, was die Investoren je erlebt haben.

Bitcoin war das Gesicht der Krypto-Währungsrallye

Als Herzstück dieser Rallye wird oft Bitcoin angesehen, die populärste Kryptowährung der Welt, und derzeit auch die wertvollste nach Marktkapitalisierung. Nach einem Eröffnungswert von 0,003 US-Dollar im März 2010 kletterte Bitcoin bis Dezember 2017 auf fast 20.000 US-Dollar pro Münze. Dabei wurden wirklich bescheidene Investitionen zu Millionen und Milliarden von US-Dollar in nur wenigen Jahren.

Der Reiz von Bitcoin besteht darin, dass immer mehr Händler bereit sind, gerade diese Währung zu akzeptieren als jede andere Kryptowährung. Bitcoin erreichte im Jahr 2014 fünf große Händler, konnte aber immer weiter regelmäßig neue Händler dazu gewinnen, was die Akzeptanz und Attraktivität der Kryptowährung erhöht.

Bitcoin war auch der erste, der die Blockchain-Technologie in den Mainstream brachte. Blockchain ist das digitale, verteilte und dezentrale Ledger, das alle Transaktionen erfasst, ohne dass ein Finanzintermediär benötigt wird, der fast immer eine Bank ist. Es wird erwartet, dass die Entstehung der Blockchain einige häufig wahrgenommene Probleme im Zusammenhang mit dem finanziellen Zahlungssystem angehen wird, darunter lange Abwicklungszeiten (insbesondere bei grenzüberschreitenden Zahlungen) und hohe Transaktionskosten.

Aber, offen gesagt, wir haben genug von Bitcoin.

Doch so gut Bitcoin auch für die Kryptowährungsgemeinschaft war, wir sind einfach nur gelangweilt und genervt davon. Die Bitcoin-Euphorie hat nachgelassen, und stattdessen bleiben uns drei Gründe, Bitcoin im Wesentlichen zu hassen.

1. Die Verarbeitungsgeschwindigkeiten sind langsam (im Vergleich zu den meisten anderen Kryptowährungen)

Die Popularität des Bitcoin-Netzwerks und die schiere Menge an Transaktionen, die von Bitcoin verwaltet werden, haben das zunächst einmal in den Hintergrund gedrängt.

Laut einer aktuellen Analyse von HowMuch.net kann Bitcoin maximal sieben Transaktionen pro Sekunde (tps) verarbeiten. Im Vergleich dazu kann Litecoin, der wohl größte Wettbewerber auf der Händlerseite, bis zu 56 tps verarbeiten. Unterdessen kann Ripple, das sich darauf konzentriert, große Bankkunden zu gewinnen, um seine Blockchain zu testen, angeblich bis zu 1.500 tps handhaben. Im Vergleich dazu kann Visa (WKN:A0NC7B) bis zu 24.000 Transaktionen pro Sekunde abwickeln.

Eines der größten Probleme für Bitcoin, als eine Open-Source-Blockchain-Gemeinschaft, ist der Kampf um einen Konsens, wenn es darum geht, seine Blockchain-Technologie zu verbessern. Die einzige Möglichkeit, wie Bitcoin seine Operationen wirklich skalieren könnte, besteht darin, seine virtuelle Währung aufzuspalten und eine völlig neue Kryptowährung zu schaffen. Abgesehen von bescheidenen Kapazitätserweiterungen hat Bitcoin Mühe gehabt, sich an ein wachsendes Händlernetz anzupassen, das neben dem von Visa immer noch mikroskopisch klein ist.

2. Die Transaktionskosten fressen einem die Haare vom Kopf

Ein weiterer Grund, warum wir Bitcoin nicht ausstehen können, sind seine unverschämt überteuerten Transaktionsgebühren. Einer der Hauptgrundsätze der Blockchain-Technologie ist das Potenzial,, die Transaktionsgebühren drastisch zu senken. Denk daran, dass es weniger Mäuler zu füttern gibt, ohne einen Drittanbieter, der bezahlt werden will. Obwohl es unklar ist, ob niedrigere Transaktionsgebühren an den Verbraucher weitergegeben werden, ist der entscheidende Punkt hier die Erwartung niedrigerer Transaktionsgebühren.

Laut einer Analyse, die vor einem Monat auf Ripple’s Twitterprofil veröffentlicht wurde, kostete die durchschnittliche Bitcoin-Transaktion 28,23 US-Dollar. Wer wird Bitcoin bei vollem Verstand für einen täglichen Kauf verwenden, wenn dafür eine Gebühr von 28.23 US-Dollar festgesetzt wird? Vom Schneckentempo der Transaktionen mal ganz abgesehen, die Lachhaftigkeit dieser Transaktionsgebühr würde zu einer Kernschmelze führen, wenn wir morgen zu Bitcoin als einzige verfügbare Währung für Waren und Dienstleistungen wechseln würden.

Im Vergleich dazu kann jede andere große Kryptowährung, einschließlich Ripple, Litecoin, Ethereum, Bitcoin Cash und sogar der Entwickler der Privatwährung Dash Transaktionen für weniger als 1 US-Dollar abwickeln. Ripple kann das in der Tat sogar für einen Bruchteil eines Cents.

3. Es stehen mehr als 1.400 weitere Krypto-Währungen und unzählige Blockchains zur Auswahl

Wir haben es auch satt, immer wieder nur von Bitcoin zu hören und zu lesen. Für den Fall, dass du über den Tellerrand hinausschauen magst, gibt es jetzt mehr als 1.400 Krypto-Währungen, in die du investieren kannst, von denen die meisten über eine eigene, angebundene Blockchain verfügen.

Laut einer Umfrage von LendEDU, die im vierten Quartal 2017 veröffentlicht wurde, waren nur 31,6 % der Erwachsenen im Alter von 18 bis 34 Jahren mit Ethereum vertraut, und noch weniger (22,2 %) hatten von Ripple gehört. Ja, das mag sich mit Ethereum und Ripple geändert haben, die beide in letzter Zeit auf über 100 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung anstiegen, aber es zeigt, wie blauäugig die Menschen sind, wenn es um Krypto-Währungen geht, die nicht Bitcoin heißen.

Die Sache mit dem Krypto-Währungsmarkt ist die: Der Markt hat eine sehr niedrige Eintrittsbarriere. Es braucht nur Zeit, Geld und ein Team, das es versteht, Computercode zu schreiben, um die Blockchain-Technologie und eine angebundene Krypto-Währung zu entwickeln. Das Ergebnis: Jeden Monat kommen zwischen 50 und 100 neue Krypto-Währungen auf den Markt. Jede dieser neuen oder bestehenden Währungen und Blockchains könnte sich als attraktiver erweisen als Bitcoin.

Kurz gesagt, tu dir selbst einen Gefallen und nimm zur Kenntnis, dass es andere Krypto-Währungen gibt. Das ist in keinster Weise ein verbindlicher Hinweis darauf, dass andere Kryptowährungen in Zukunft besser als Bitcoin abschneiden werden. Aber langfristig wird in der Konkurrenz der virtuellen Währungen auch Potenzial in solchen liegen, die nicht Bitcoin heißen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Twitter und Visa.

The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Kryptowährungen.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und wurde am 18.1.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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