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Die mangelnde Nachfolge könnte ein Milliardenmarkt für Aurelius sein

Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Aurelius (WKN:A0JK2A) ist bisher mit ihrem Geschäftsmodell extrem erfolgreich gewesen. Die übernommenen Beteiligungen werden saniert und auf neues Wachstum und Profitabilität getrimmt. Danach findet man einen Käufer für die nun viel attraktivere Beteiligung.

Damit diese Strategie allerdings auch in Zukunft gelingt, braucht man genug geeignete Kandidaten. Ein jahrzehntelanger Wachstumsmarkt könnten die bisher noch von ihren Besitzern geführten Unternehmen in ganz Deutschland sein, denn die haben immer öfter ein Problem, das Aurelius lösen kann.

Die Nachfolge wird immer schwieriger

Es ist zwar ein Klischee, aber trotzdem wahr. Die Söhne wollen in immer weniger Fällen ihren Vätern nacheifern. Das merken auch die vielen Tausenden von kleinen und mittelständischen Betrieben, die bisher noch in Familienbesitz sind. Die finden aktuell so schwer einen Nachfolger für die Betriebsübernahme wie nie zuvor.

Im letzten Jahr vermeldete der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, dass sich 2016 eine Rekordzahl an Unternehmern auf der Suche nach einer geeigneten Nachfolge an die IHK gewendet hat. Ganze 6.654 baldige ehemalige Unternehmensinhaber ließen sich bei einer regionalen Industrie- und Handelskammer zum Thema Nachfolge beraten, 2.947, also ein Stück weniger als die Hälfte davon, konnten keinen geeigneten Nachfolger finden.

Die Suche nach willigen und fähigen Nachfolgern wird immer schwerer. Die jüngeren Generationen haben generell weniger Interesse an Unternehmertum und somit an der Übernahme eines Betriebs. Eine Besserung ist darüber hinaus nicht in Sicht, denn die jüngere Kohorte, die typischerweise am interessiertesten an einem eigenen Unternehmen ist, hat nicht nur immer weniger Interesse, sondern wird auch in absoluten Zahlen immer kleiner.

Darüber hinaus verursacht die laufende Unklarheit über die Erbschaftssteuerreform ein zusätzlich sinkendes Interesse und ist möglicherweise eine große Hürde für die wenigen Willigen. Die Unsicherheit ist an sich schon abschreckend, aber die vielleicht bald immensen Steuern, die bei einer Übernahme fällig werden könnten, sind ein weiterer Grund, sich von der Nachfolge fernzuhalten. Teilweise könnten so mögliche Übernahmekandidaten einfach aus finanziellen Gründen ausscheiden müssen.

Aurelius wäre oft der perfekte Gesprächspartner

Durch mangelndes Interesse am Unternehmertum und unzureichende Liquidität zeichnet sich Aurelius mit Sicherheit nicht aus. Die Münchener würden hier bei vielen Betrieben mit Sicherheit perfekt an den Verhandlungstisch passen. Besonders Betriebe mit etwas größerem Umsatz und die noch operatives Potential haben, wären sehr interessante Übernahmekandidaten.

Da jetzt schon Tausende Unternehmen keine geeignete Nachfolge finden und die Zahl immer weiter zu steigen scheint, könnte Aurelius hier also langfristig eine verlässliche Quelle an Übernahmekandidaten haben. Bloß werden viele Unternehmer beim Preis nachgeben müssen, damit Aurelius eine Übernahme in Betracht zieht. Laut des Deutschen Industrie- und Handelskammertags nennen 41 % der Altunternehmer einen zu hohen Verkaufspreis.

Natürlich müsste bei einer Übernahme dann auch das geeignete Management gefunden werden, aber Aurelius dürfte in der Sanierungsphase relativ leicht die geeigneten Manager finden und danach könnten viele Unternehmen als Add-on-Akquisitionen Teil eines anderen Unternehmens werden.

Es sieht so aus, als ob die Hürden auf der Seite von Aurelius überschaubar bleiben, wohingegen die vielen Unternehmer kurz vor der Rente immer noch größere Schwierigkeiten haben, eine geeignete Nachfolge zu finden. Wenn also viel Angebot auf wenig Nachfrage trifft, ist man als Beteiligungsgesellschaft in einer hervorragenden Position.

Erste Fühler in diesem vielversprechenden Bereich streckt Aurelius bereits mit Aurelius Wachstumskapital aus. Dieser Teilbereich nennt als erste Zielgruppe „mittelständische Nachfolgelösungen“, und listet in seiner Unternehmenspräsentation viele Leistungen auf, mit denen Aurelius bei der Nachfolge unterstützen kann. Wenn Aurelius sich hier gut positioniert, kann es sich einen Milliardenmarkt erschließen

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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