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Zeigte der CEO der Bank of America zwei Gesichter, als er Bitcoin kritisierte?

Foto: Getty Images

Brian Moynihan, CEO von Bank of America (WKN:858388) ist ein allseits bekannter Kritiker von Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Im letzten Herbst behauptete er, dass Bitcoin für nicht zurück verfolgbare Geldwäsche und andere illegale Aktivitäten missbraucht wird. Traditionelle Banken, wie Bank of America, leisten bereits eine großartige Arbeit bei der Verfolgung und Verwaltung großer Geldtransfers auf der ganzen Welt und lassen dabei keinen Platz übrig für eine digitale Währung im neuen Zeitalter, die zu demselben fähig wäre.

Letzte Woche legte Moynihan nochmal zu, was seine Kritik an Bitcoin betrifft. Bei einer Telefonkonferenz mit Reportern am Mittwoch sagte der CEO, dass er immer noch nicht an Bitcoin als Investition interessiert sei.

Keine Bitcoins bitte

„Wir haben uns eingeschränkt und ich denke, die Sache spricht für sich selbst“, gab Moynihan laut Business Insider preis. „Wir haben den Leuten im Grunde gesagt, dass sie es woanders kaufen können, aber nicht bei Merrill Lynch. Deshalb sind wir der Meinung, dass die Kunden hier vorsichtig sein sollten.“

Die Merrill Lynch Investment Service-Sparte von Bank of America bot keinen Zugang zu Bitcoin-Futures, als die CME Group (WKN:A0MW32) diesen Markt im Dezember öffnete. Natürlich war es für die Kunden der Bank nie möglich, Bitcoin-Token direkt zu kaufen und zu verkaufen. Brian Moynihan kann also sagen, dass er nicht an Bitcoin als ernsthafte Investition glaubt, was es für die Kunden der Bank of America schwierig macht, die digitale Währung in die Hände zu bekommen.

…aber wir lieben die Technologie, die es verwendet….

Gleichzeitig forscht Bank of America mehr über Blockchain-basierte Transaktionen als jeder andere.

Laut einem Bericht der Anwaltskanzlei EnvisionIP hat das Unternehmen bisher mindestens 43 Blockchain-Patente angemeldet oder erhalten. Mastercard (WKN:A0F602)und IBM (WKN:851399) haben jeweils nur 27 Blockchain-Patente und liegen damit weit hinter Bank of America.

So scheint es, dass Bank of America an die technologischen Grundlagen des Blockchain-basierten Bitcoin glaubt, auch wenn es die führende Kryptowährung in ihrer jetzigen Form nicht gut findet.

…auf rein platonische Art und Weise, weißt du.

Ich konnte 42 der 43 gemeldeten Blockchain-Patente der Bank finden, daher können wir einen genaueren Blick auf das werfen, was hier vor sich geht.

Die meisten Patente von Bank of America in diesem Bereich betreffen die Transaktionsverarbeitung und zielen darauf ab, Betrug und Risiken in Zahlungssystemen zu reduzieren. Ein Patent betrifft die Offline-Speicherung sensibler Kryptowährungsdaten. Ein anderes behandelt die Identifizierung verdächtiger Nutzer und ihrer fragwürdigen Geschäfte, wieder ein anderes behandelt das Zahlungssystem von Mensch zu Mensch, das auf einem Blockchain-Netzwerk basiert.

Wenn Bitcoin jemals namentlich erwähnt wird, liegt dabei nie der ausschließliche Fokus auf dem betreffenden Patent, sondern wird nur als ein Beispiel aufgeführt. Es geht um Datenmanagementsysteme, die nie auf die Ebene des Kryptowährungshandels oder Bitcoin-spezifisches Asset Managements absinken. Das ist alles hochkarätiges Material.

Daher kann man, glaube ich, sagen, dass Bank of America es vermieden hat, Bitcoin für irgendeinen bestimmten Gebrauch festzulegen, selbst wenn das Unternehmen ein großes Portfolio von Blockchain-Patenten aufgebaut hat.

Sie müssen sich nicht zwingend an Bitcoin binden, um  Forschung über die nächste Generation von Zahlungstechnologien durchzuführen.

Sei vorsichtig da draußen!

Moynihan irrt sich nicht, wenn er uns daran erinnert, dass wir „da draußen vorsichtig sein sollten“. Der Preis für einen Bitcoin ist kürzlich innerhalb von fünf Tagen von 20.000 auf 13.000 US-Dollar gesunken. Ein neuerer Systemabsturz ließ die Bitcoin-Preise von 14.400 auf 9.400 US-Dollar in zwei Tagen sinken. Dies ist keine „set it and forget it“-Investition für die meisten Menschen. Nerven aus Stahl sind eine Grundvoraussetzung für den Besitz dieser Kryptowährung und der nächste Absturz könnte der sein, von dem es keine Erholung mehr geben könnte.

Meine eigenen Bitcoin-Bestände sind reines Spielgeld und ich bin voll und ganz darauf vorbereitet, alles zu jedem beliebigen Zeitpunkt zu verlieren. Das ist keine echte Investition – nur ein kleines Experiment-, das mir hilft, mehr über Kryptowährungen im Allgemeinen zu erfahren.

Und nein, ich kann es ihm nicht verübeln, dass er die eine Sache gesagt hat und die andere getan hat. Die grundlegende Forschung zu Blockchain ist weit entfernt von der Erforschung jeglicher Kryptowährung im Detail. Diese Forschungsbemühungen würden Moynihan wie ein Genie aussehen lassen, wenn die Blockchain die Finanzwelt in fünf Jahren übernehmen würde, egal ob es Bitcoin dann noch gibt oder nicht.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Mastercard, hat aber keine Position in den genannten Kryptowährungen. The Motley Fool empfiehlt CME Group.

Dieser Artikel wurde von Anders Bylund auf Englisch verfasst und am 18.01.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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