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Warum Bitcoin, Ethereum, Ripple und Litecoin gefallen sind

Foto: Getty Images.

Den Kryptowährungsmarkt konnte man als Investor nur bestaunen. Während ein gutes Jahr bei traditionellen Aktien einen Wertzuwachs von rund 10 % bedeuten könnte (Aktien steigen historisch betrachtet im Durchschnitt 7% pro Jahr, inklusive Wiederanlage der Dividende), stieg die aggregierte Marktkapitalisierung aller Krypto-Währungen im vergangenen Jahr um mehr als 3.300 %. Sicher, dies beinhaltete die Einführung neuer Coins, aber es war auch eine Folge von weit über einem Dutzend virtueller Münzen, die 2017 um mehr als 10.000 % anstiegen.

Während eines Zeitraums von etwa 53 Wochen (zwischen dem 31. Dezember 2016 und dem 7. Januar 2018 katapultierten sich die Bewertungen der Kryptowährungen von 17,7 Milliarden Dollar rauf auf bis zu 835 Milliarden Dollar, was einer Wertsteigerung von mehr als 4.500 % entspricht. Im Vergleich dazu hat der breit aufgestellte S&P 500 mehrere Jahrzehnte gebraucht, um ähnliche Renditen zu erzielen.

Kryptos Fall

Allerdings neigen große Gewinne auch dazu, mit großen Korrekturen einherzugehen. Zwischen dem Höchststand am 7. Januar und seinem Tiefpunkt am 17. Januar (414,9 Milliarden Dollar) gingen etwa 420 Milliarden. Dollar an Marktkapitalisierung verloren. Tatsächlich wurde die Hälfte der Krypto-Marktkapitalisierung über einen Zeitraum von 10 Tagen hinweg ausgelöscht.

Betrachten wir das mal aus einer anderen Perspektiven. Hier die Höchst-und Tiefstände für vier der beliebtesten virtuellen Coins zwischen dem 7. Januar und 17. Januar, nach CoinMarketCap.com, zusammen mit dem Prozentsatz des Maximalverlusts in Klammern:

  • Bitcoin: 17.579,60 Dollar / 9.402,29 Dollar (46.5 %)
  • Ethereum: 1.432,88 Dollar / 780,92 Dollar (45,5 %)
  • Ripple: 3,49 Dollar / 0,8978 Dollar (74,3 %)
  • Litecoin: 305,53 Dollar / 141,01 Dollar (53,8 %)

Auf prozentualer Basis sind das riesige Schritte. Bitcoin, die populärste Kryptowährung der Welt, verlor fast die Hälfte ihres Wertes, ebenso wie die zweitgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung, Ethereum. Ripple, das von zwei wichtigen Blockchain-Partnerschaften mit globalen Bankinstituten profitiert hat, verlor praktisch drei Viertel seines Wertes von der Spitze bis zur Talsohle. Litecoin folgte mit einem Verlust von fast 54 %.

Aber das Ausmaß dieser Rückgänge ist umso aufschlussreicher, wenn man bedenkt, welche Art von Marktkapitalisierung verloren gegangen ist:

  • Bitcoin: 137,5 Milliarden
  • Ethereum: 63,3 Milliarden
  • Ripple: 100,4 Milliarden
  • Litecoin: 9 Milliarden

Die Marktkapitalisierung, die von Bitcoin über einen Zeitraum von 10 Tagen gelöscht wurde, ist die gleiche Marktkapitalisierung für die Gesamtheit von NVIDIA (WKN:918422), dem Entwickler und Hersteller von Grafikkarten, der eine entscheidende Rolle bei Rechnern von Endverbrauchern und Unternehmen für die Gewinnung von Krypto-Währungen gespielt hat.

Unterdessen ist Ripples Verlust von $100,4 Milliarden Dollar höher als die Marktkapitalisierung des Finanzinvestors Morgan Stanley. Und Ethereum, das $63,3 Milliarde verloren hat, ist analog zu der Marktkapitlalisierung von General Motors, die vollständig in 10 Tagen verschwand.

Ist diese Korrektur gerechtfertigt? Wahrscheinlich

Die großen Fragen sind natürlich, warum die Korrektur überhaupt stattgefunden hat und ob sie gerechtfertigt war.

Obwohl es bei virtuellen Währungen so gut wie keine Gewissheiten gibt, scheint die Abwärtsbewegung an vier Katalysatoren gebunden zu sein. Dazu gehören Unsicherheiten in Südkorea, dass China immer strenger den Handel mit virtuellen Währung beschränkt, Stop-Loss-Aufträge, und Kleinanleger, die einfach nur Angst haben.

Vielleicht gehöre ich zur Minderheit, bin aber der Meinung, dass diese Korrektur durchaus gerechtfertigt war.

Wenn wir uns die primären Katalysatoren für Bitcoin, Ethereum, Ripple und Litecoin ansehen, dann war es die Evolution der Blockchain-Technologie. Blockchain ist das digitale und dezentrale Ordnungsbuch, das an virtuelle Münzen angebunden ist und alle Transaktionen protokolliert.

Die Möglichkeiten mit Blockchain scheinen endlos, zumindest vorläufig. Besonders attraktiv ist der Einsatz für Finanzdienstleistungsunternehmen, die derzeit bei internationalen Geldgeschäften Abwicklungszeiten von bis zu drei bis fünf Tagen haben. Blockchain löst dieses Problem, indem es die Abwicklungs- und Validierungszeiten in einigen Fällen auf wenige Sekunden reduziert und gleichzeitig die Transaktionsgebühren durch den Wegfall des Zwischenhändlers senkt (Banken agieren in der Regel als Drittpartei bei Transaktionen).

Die Blockchain-Technologie wird jedoch nicht von Unternehmen mit offenen Armen akzeptiert. Das ist eine Technologie, die Bitcoin vor fast einem Jahrzehnt ins Rampenlicht gerückt hat, und es hat so lange gedauert, bis sie in kleinen Projekten getestet wurde. Außerdem gibt es keine Garantien dafür, dass die Blockchain-Technologie mit den aktuellen Zahlungsnetzwerken aus der Ferne kompatibel ist, was eine teure und zeitaufwändige Überholung der Infrastruktur erforderlich machen könnte, falls Finanzdienstleistungsunternehmen an Bord gehen sollten.

Wenn die Geschichte etwas bewiesen hat, dann ist es die Tatsache, dass Investoren berüchtigt dafür sind, dass sie überschätzen, wie schnell neue Technologien eingeführt werden. Das kann bedeuten, dass die Blockchain-Technologie als Allheilmittel für die Wirtschaft noch ein bisschen auf sich warten lässt. Wenn das der Fall ist, dann könnte diese jüngste Korrektur der Krypto-Währungen durchaus gerechtfertigt sein.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Nvidia.

Dieser Artikel von Sean Williams erschien am 20.1. auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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