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Royal Dutch Shell springt auf den Zug der erneuerbaren Energien auf

Foto: Getty Images

Die Ölkonzerne hatten in den letzten zehn Jahren eine Hassliebe zu erneuerbaren Energien. Einige (BP (WKN:850517)) sahen darin den Schlüssel für ihre Zukunft. Andere (Total (WKN:850727)) haben sich langsam und ohne große Risiken umgestellt. Aber es ist klar geworden, dass erneuerbare Energien auf lange Sicht die größte Bedrohung für das Ölgeschäft sein könnten.

Erneuerbare Energien nehmen den fossilen Brennstoffen immer mehr die Abnehmer ab — nicht nur bei den Versorgungsunternehmen, sondern auch als Treibstoff für den Transport, da Millionen von Elektrofahrzeugen auf der ganzen Welt unterwegs sind. Royal Dutch Shell (WKN:A0D94M) musste erkennen, dass es in erneuerbaren Energien investieren sollte. Dafür kaufte es für circa 217 Millionen US-Dollar in bar eine 44%ige-Beteiligung an dem Entwickler für erneuerbare Energien “Silicon Ranch”. Shell könnte noch immer eigene Strategien für erneuerbare Energien entwickeln.

Shell steigt in das Erneuerbare-Energien-Geschäft ein

Silicon Ranch ist ein Solarentwickler, der Projekte mit rund 880 MW in den USA und eine Pipeline mit 1 GW unter Vertrag hat. Es ist nicht der größte Entwickler im Land, aber es hat einen hohen Bekanntheitsgrad und kann das Kapital von Shell nutzen, um weiter zu wachsen. Im Jahr 2021 kann Shell die Beteiligungsquote auf über 44 % erhöhen.

Shell erwarb im vergangenen Jahr auch MP2 Energy, ein Erdgas- und Solarunternehmen.

Obwohl diese beiden Deals Shell noch nicht zu einem führenden Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien machen, könnte Shell damit seine grundlegende Einstellung ändern — eine Veränderung, die andere Unternehmen bereits vollzogen haben. Und wenn Shell beide Unternehmen expandieren kann, könnte es ein beträchtliches Geschäft mit erneuerbaren Energien aufbauen.

Alte Energiekonzerne spielen mit neuen Energieanlagen

Shell ist nicht der erste Ölkonzern, der einen Schritt in Richtung erneuerbare Energien macht. Total, der Mehrheitseigentümer des Solarproduzenten SunPower (WKN:A1JNM7), ist der größte Ölkonzern, der die meisten Nachrichten aus dem Bereich der erneuerbaren Energien bringt.Total hat sich auch an dem Entwickler EREN Renewable Energy beteiligt und das Energieeffizienzunternehmen GreenFlex übernommen. Total hat auch damit begonnen, Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien selbst zu starten.

Utility AES (WKN:882177) hat im vergangenen Jahr 853 Millionen US-Dollar ausgegeben, um sPower, einen Entwickler von Solaranlagen im Versorgungsvertrieb, zu kaufen. Das Unternehmen ist dabei, Vermögenswerte im Bereich Kohle und anderer veralteter fossiler Brennstoffe zu veräußern und die Investitionen in erneuerbare Energien und Energiespeicherung zu verdoppeln.

Nachdem BP vor einigen Jahren ein Solarunternehmen veräußert hat, hat es nun 200 Mio. US-Dollar in Lightsource gesteckt.

Du wirst einen Trend erkennen: Öl- und Energieversorgungsunternehmen beginnen, in die Entwicklung erneuerbarer Energien zu investieren und nicht in die Hersteller. Dies liegt zum einen daran, dass der Besitz von Vermögenswerten in der Energiewirtschaft ein stabiles Geschäft für sie ist, in das sie investieren können, zum anderen aber auch daran, dass sie ihr eigenes Entwicklungs-Know-how und ihren Zugang zu Kapital für erneuerbare Energien nutzen können, anstatt ein neues Technologieverständnis im Bereich der erneuerbaren Energien zu entwickeln.

Unterm Strich

Der Name eines Ölkonzerns im Bereich der erneuerbaren Energien fehlt noch: ExxonMobil (WKN:852549). Das Unternehmen hat sich bewusst von Wind und Sonne ferngehalten und hat sich auf Investitionen in alternative Energien, wie Kraftstoffe und Kohlenstoffbindung konzentriert, wenn auch mit sehr geringem kommerziellen Erfolg.

Mit all den Hauptkonkurrenten, Shell und BP, die Milliarden in erneuerbare Energien investieren, um ihr Geschäft umzustellen, wird ExxonMobil vielleicht irgendwann feststellen, dass die Zukunft dort liegt. Shell zieht schließlich nach und wahrscheinlich gerade rechtzeitig, um ein nachhaltiges Geschäft mit erneuerbaren Energien aufzubauen, um das alternde Ölgeschäft zu ersetzen.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium  auf Englisch verfasst und wurde am 20.1.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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