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2 Möglichkeiten, was Apple dieses Jahr mit seinem Berg an Cash anstellt

Foto: The Motley Fool.

Mit den Massen an Geld, das Apple (WKN:865985) zur Verfügung hat, könnte man nach Herzenslust andere Unternehmen kaufen.

Der Tech-Riese hatte nach Schätzungen von Moody’s Investor Service Stand Ende 2017 etwa 285 Milliarden Dollar in bar zur Verfügung. Das ist etwas mehr als die 268,9 Milliarden Dollar, die Apple am 30. September berichtet hatte.

Noch wichtiger ist aber, dass es eine Steigerung von etwa 16 % gegenüber dem Cash-Vorrat Jahresende 2016 gab. Damals betrug der Stand 246 Milliarden Dollar.

Die Technologieunternehmen als Branche schneiden in dieser Hinsicht gut ab, konnte Moody’s feststellen. Die fünf Unternehmen mit den größten Cash-Vorräten in den USA (ohne Banken) sind allesamt Technologieunternehmen, darunter Apple, Microsoft, Alphabet, Cisco und Oracle.

Aber Apple hat definitiv die Nase vorn und besitzt fast 15% aller Barmittel in der Tech-Branche.

In der Vergangenheit hat Apple damit zu kämpfen gehabt, wieder in den USA zu investieren, weil die überwiegende Mehrheit seines Cashs in Übersee gehalten wird. Mit der Verabschiedung der Steuerreform kann Apple nun mit einer einmaligen Steuer von 15,5 % gegenüber dem bisherigen Steuersatz von 35 % Bargeld in die USA zurückbringen. Das sind 52 Milliarden Dollar an Bargeldeinsparungen.

„Man will ja, dass Unternehmen dieses Geld in den Vereinigten Staaten investieren“, sagte Apples CEO Tim Cook in einem Interview auf CNBC im vergangenen Mai.

Was also könnte Apple, ein Unternehmen, das scheinbar alles hat, mit seinem Geld anstellen? Hier ein paar Überlegungen dazu.

Eine große Akquisition – oder, wie gewohnt, kleinere Deals?

Einige Leute haben Apple schon bekniet, endlich mal einen halbwegs aufregenden Kauf zu tätigen, der helfen wird, sich vom iPhone als Haupteinnahmequelle zu lösen.

Apples bisher größte Akquisition war der Kauf des Kopfhörerherstellers Beats Electronics und des Musik-Streaming-Dienstes Beats Music im Jahr 2014, der Deal war 3 Milliarden US-Dollar wert. Kürzlich hat Apple die Musik-App Shazam für angeblich 400 Millionne Dollar gewinnen können, wohl um sich für den Wettbewerb mit dem Top-Musik-Abonnementunternehmen Spotify zu wappnen.

Nun, da Apple im vergangenen Jahr einen vorsichtigen Schritt in Richtung selber erstellter Inhalte gewagt hat, fragen sich einige Analysten, ob das Unternehmen sich vielleicht Netflix (WKN:552484) krallen könnte. Als Verbündeter im Medienbereich. Dies würde Apple über Nacht zum Branchenführer machen. Der Deal wäre eine sehr willkommene Abkürzung für Apple, da Netflix eine weltweit bekannte Marke ist, die bereits die Rechte an Inhalten für eine Reihe von beliebten Shows und Filmen besitzt.

Apple könnte Netflix‘ Video-Streaming, das derzeit 9,99 Dollar im Monat kostet, mit Apple Music (ebenfalls 9,99 Dollar im Monat) zusammenschnüren. Damit hätten Nutzer ihre Musik- und Videoinhalte an einem Ort haben und auf allen Geräten synchronisiert.

Allerdings gibt es hier einige offensichtliche Hürden. Erstens müsste Apple einen Weg finden, Netflix auch für User zugänglich zu machen, damit Netflix keine Kunden verliert. Zweitens beträgt Netflix‘ Marktkapitalisierung derzeit 92 Milliarden Dollar und wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 213,99 für die letzten 12 Monate gehandelt. Mit anderen Worten, Apple müsste auf den aktuellen Preis von Netflix mächtig draufzahlen.

Es gibt gute Gründe dafür, dass die beiden Unternehmen besser dran sind, getrennt zu bleiben und sich auf ihre Stärken zu konzentrieren. Aber es wäre auch schön für Netflix, mehr Geld für zusätzliche Inhalte zur Verfügung zu haben. Für das Jahr 2018 rechnet Netflix damit, 7 bis 8 Milliarden Dollar allein für Inhalte auszugeben, sagte Netflix-Finanzvorstand David Wells neulich.

Möglicherweise wird es am Ende nicht Netflix, aber Apple kann eben mit einer riesigen Menge Geld spielen, was man vorher nicht hatte. Dies gibt ihm mehr Freiheit bei Akquisitionen. Wenn Apple traditionell Fan kleinerer Zukäufe ist, könnte 2018 das Jahr werden, in dem man von dieser Strategie abweicht.

9to5mac will herausgefunden haben, dass Apple wahrscheinlich 200 Milliarden Dollar seines Geldes aus Übersse in die USA zurückbringen wird, um es teilweise für „größere M&A-Aktivitäten“ zu verwenden. 9to5Mac deutete an, dass Netflix wahrscheinlich nicht in Frage kommt, da man erwartet, dass die Deals immer noch unter 2 Milliarden Dollar bleiben werden, aber auch, dass es an der Zeit ist, dass Apple einen „aggressiven“ Kauf im Mediensektor tätigt.

Dagegen sagt der berühmte Apple-Analyst und Loup Ventures-Mitbegründer Gene Munster, dass er erwartet, dass zwar Apple 214 Milliarden Dollar in die USA zurückbringt, er aber nicht erwartet, dass sich die M&A-Strategie ändert. Munster glaubt, dass Apple weiterhin bei Zukäufen unter einer Milliarde bleiben wird.

Ich neige dazu, Munster zuzustimmen, weil Apple sehr vorsichtig agiert. So läuft es dort einfach nicht. Soweit wie möglich stellt Apple immer noch gerne eigene Produkte her und bleibt dabei für sich. Darüber hinaus entwickelt sich Apples Aktie mit einem Kursanstieg von 48 % im vergangenen Jahr sehr gut.

Apple Dividende. Daten von YCharts

Mehr Rückkäufe und Dividendenzahlungen

Apple hat seit 2012 ein großzügiges Kapitalrückkaufprogramm am Laufen, und ich gehe davon aus, dass das nicht abreißen wird. Seit 2014 hat Apple den Aktionären durch Dividenden und Rückkäufe atemberaubende 234 Milliarden Dollar zurückgegeben.

Davon wurden etwa 61 Milliarden Dollar für Dividenden ausgegeben, während ein weitaus größerer Teil von 166 Milliarden Dollar für Rückkäufe aufgebracht wurde. „Wir haben jetzt fast 234 Milliarden Dollar unseres Kapitalrückgabeprogramms abgeschlossen, das insgesamt 300 Milliarden Dollar umfasst, einschließlich 166 Milliarden Dollar an Aktienrückkäufen“, sagte Apple CFO Luca Maestri in einer Konferenz des Unternehmens.

Auch Munster geht davon aus, dass Apple sein Dividenden- und Rückkaufprogramm erhöht. Er rechnet damit, dass Apple in den nächsten drei bis vier Jahren Aktien im Wert von 69 Milliarden Dollar zurückkaufen und die jährliche Dividende um 15 Prozent erhöhen wird, was zusätzlich zu den beiden im April 2017 und 2016 angekündigten Erhöhungen von 10 Prozent ist. Da Apple in diesem Zeitraum weiterhin Bargeld einnehmen wird, erwartet Munster keine große Veränderung im Kontostand des Unternehmens von heute bis zum Jahr 2022.

In der Theorie ist eine Verbindung von Apple und Netflix sicherlich schön. Aber ich denke, dass die Realität ein wenig unspektakulärer daherkommen wird. Ich denke, dass Apple auch weiterhin kleinere Tech-Akquisitionen tätigen wird, vielleicht mit einem mittelgroßen Deal hier und da, während man gleichzeitig seine Rückkäufe und Dividenden erhöht. Aber ich kann es Apple nicht übelnehmen. Die haben schon so lange nachweislich Erfolg, dass sie wohl selber am besten wissen, was gut für sie funktioniert.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet, Apple und Netflix. The Motley Fool empfiehlt Aktien von Oracle.

Dieser Artikel von Natalie Walters erschien am 14.1.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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