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Könnte Netflix eines Tages Umsätze wie Disney generieren?

Netflix
Foto: The Motley Fool.

Seit seinem Debüt vor zwei Jahrzehnten hat Netflix (WKN:552484) ganze Industrien zerrüttet und das Fernsehen für immer verändert. Was mit kleinen roten Briefumschlägen begann, die DVDs direkt an die Konsumenten auslieferten, verwandelte sich bald in ein neues Unterhaltungsparadigma — das Aufkommen von Streaming als eine der bahnbrechendsten Technologien, die die Zuschauer je gesehen hatten.

Ein Experiment mit selbstproduziertem Content vor fünf Jahren hat sich zu einer Strategie des Unternehmens entwickelt, die Hälfte der Inhalte zu besitzen und an Abonnenten weltweit zu vertreiben. Dieser Weg hat sich bisher als so erfolgreich erwiesen, dass ein Analyst jetzt glaubt, dass es in den nächsten fünf Jahren nur ein einziges Entertainment-Unternehmen geben wird, das größer als Netflix ist: The Walt Disney Company (WKN:855686).

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Ziemlich gewagte Behauptung

Der Analyst Kannan Venkateshwar von Barclays initiierte die Berichterstattung über Netflix mit einer Übergewichtung — was darauf hindeutet, dass es sich bei der Aktie um einen Kauf handelt. Seine These ist leicht verständlich:

Das Netflix-Bullenszenario ist im Kern relativ einfach — wenn im Laufe der Zeit die Zahl der Abonnenten schneller wächst als die Content-Kosten, könnte es zu einem der erfolgreichsten Medienunternehmen werden. Wir glauben, dass dies möglich ist.

Venkateshwar zitierte in einem Brief an die Kunden zahlreiche Gründe für seine optimistische Prognose. Der größte Treiber ist die globale Präsenz von Netflix und der Zugang zu geschätzten 550 Millionen Breitband-Abonnenten weltweit — ein Markt, der fünfmal so groß ist wie die derzeitige Zuschauerzahl des Unternehmens. Er verwies auch auf Netflix‘ Preisstärke, seine wachsende Videothek und die Betonung der Bereitstellung von lokalem Content in den internationalen Märkten.

Aber mit Vorbehalt …

Für das Geschäftsjahr, das am 30. September 2017 endete, erwirtschaftete Disney einen Umsatz von 55 Milliarden US-Dollar, während Netflix in den letzten 12 Monaten knapp 11 Milliarden US-Dollar generierte. Wie denkt Venkateshwar, dass Netflix das erreichen wird?

Es ist wichtig zu beachten, dass der Analyst einen kleinen Disclaimer zu seiner Behauptung hinzugefügt hat (Hervorhebung des Autors): „Unserer Meinung nach wird Netflix in den nächsten drei bis fünf Jahren wahrscheinlich das zweitgrößte Medienunternehmen nach Umsatz (ohne Studios und Themenparks) werden, neben Disney.“

Disneys Studios und Themenparks erwirtschafteten Einnahmen von 18,4 Milliarden US-Dollar bzw. 8,4 Milliarden US-Dollar im Vergleich zu den Vorjahresquartalen. Damit steht Netflix im Wettbewerb mit den Einnahmen aus Disneys Mediennetzwerken und Konsumgüterkategorien, ein viel niedrigeres Ziel, das es zu überwinden gilt. Die beiden Segmente produzierten in Disneys Geschäftsjahr 2017 28,3 Milliarden US-Dollar.

Der Analyst prognostiziert, dass Netflix seinen Umsatz von 2016 bis 2019 jährlich um 27 % steigern wird. Netflix erwirtschaftete im Jahr 2016 8,83 Milliarden US-Dollar, die bis 2019 voraussichtlich auf 18 Milliarden US-Dollar anwachsen werden, wobei die Annahmen der Analysten zugrunde gelegt werden. Wenn für weitere zwei Jahre ähnliches Wachstum generiert werden kann, wird Netflix‘ Umsatz bis 2021 29 Milliarden US-Dollar erreichen — mehr als die 28 Milliarden US-Dollar, die Disney im letzten Jahr generiert hat. Dies setzt wenig bis gar kein Wachstum in diesen Segmenten für das House of Mouse voraus. Die Umsätze mit Mediennetzen und Konsumgütern gingen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 1 % bzw. 13 % zurück.

Nicht so weit hergeholt

Netflix erreicht diese Wachstumsrate vielleicht leichter, als es sich anhört, denn das Unternehmen hat in jedem Quartal, das bis Anfang 2015 zurückreicht, ein Umsatzwachstum von 28 % gegenüber dem Vorjahr erreicht und im letzten Quartal 30 % überschritten.

Es gibt andere Möglichkeiten, wie Netflix den Umsatz steigern könnte, abgesehen von Expansion und möglichen Preiserhöhungen. Das Unternehmen hat erst kürzlich einen ernsthaften Vorstoß in die Lizenzierung von Merchandising-Artikeln aus seinen Erfolgsshows unternommen. Während sich diese Bemühungen noch in einem frühen Stadium befinden, könnte sich der Umsatz des Streaming-Giganten auf 1 Milliarde US-Dollar pro Jahr belaufen.

Bis dahin kann viel passieren

Das Unternehmen plant, im Jahr 2018 zwischen 7 und 8 Milliarden US-Dollar für Content auszugeben. Netflix hat weiterhin Talente der ersten Riege für seine Streaming-Originale gewonnen. David Letterman wird My Next Guest Needs No Introduction moderieren, das diese Woche mit Barack Obama als erstem Gast debütiert. In den letzten Monaten hat Netflix Shonda Rhimes unter Vertrag genommen, die für Hits wie Grey’s Anatomy, Scandal und How to Get Away with Murder verantwortlich ist sowie Jenji Kohan, die Weeds, Orange is the New Black und GLOW geschrieben hat.

Es gibt jedoch auch viele Faktoren, die die Sache verkomplizieren könnten. Einige befürchten, dass der negative Cashflow, den Netflix generiert, dem Unternehmen schaden könnte, wenn sich das Teilnehmerwachstum verlangsamt. Während Netflix derzeit Marktführer im Streaming-Bereich ist, verstärken andere Unternehmen ihre Bemühungen, sich im Wettbewerb zu behaupten. Amazon.com (WKN:906866), Netflix‘ Hauptkonkurrent, gab 2017 schätzungsweise 4,5 Milliarden US-Dollar für die Programmierung aus und plant, die Ausgaben 2018 zu erhöhen, obwohl das Unternehmen hinsichtlich der Beträge zurückhaltend war. Apple (WKN:865985) wird im Jahr 2018 Berichten zufolge 1 Milliarde US-Dollar für Content ausgeben, um das Wachstum im Dienstleistungssegment zu fördern. Der Analyst Gene Munster glaubt, dass diese Ausgaben bis 2022 auf 4,2 Milliarden US-Dollar anwachsen könnte.

Abwarten und fernsehen

Wir werden abwarten müssen, ob Netflix dieses etwas willkürliche Ziel erreichen kann. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist zwar keine Garantie für zukünftige Ergebnisse, aber sie gibt einen Einblick in die Möglichkeiten.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market – einer Tochtergesellschaft von Amazon –, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon, Apple, Netflix, und Walt Disney. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple, Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

Dieser Artikel wurde von Danny Vena auf Englisch verfasst und am 15.01.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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