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Aktien oder Immobilien? Es gibt eine Kennzahl, für die Warren Buffett Betongold lieben könnte!

Bildquelle: Flickr-User Fooleditorial

Warren Buffett ist dafür bekannt, in Aktien zu investieren. Manchmal kauft er mit seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) sogar ganze Unternehmen. Das macht er so gut, dass er damit zu einem der reichsten Männer der Welt geworden ist.

Für Immobilieninvestments hingegen ist die Börsenlegende nicht bekannt. Dabei gibt es mindestens einen guten Grund, warum Warren Buffett von Immobilien als Kapitalanlage begeistert sein könnte.

Was ich damit meine

Damit meine ich nicht, dass Buffett sich eine Wohnung kaufen und dann auf eine Wertsteigerung spekulieren sollte. Nein, ich spreche von den Mieteinnahmen. Aber was könnte Warren Buffett an Mieteinnahmen bitte so spannend finden? Die Antwort liefert eine Kennzahl, die der Börsenlegende besonders wichtig ist: Die Eigenkapitalrendite.

Sie stellt das Verhältnis von Gewinn zum Eigenkapital dar. Erzielt ein Unternehmen also beispielsweise einen Gewinn von 100.000 Euro bei einem Eigenkapital von 1.000.000 Euro, beträgt die Eigenkapitalrendite 10 %. Sie gibt also Aufschluss darüber, wie rentabel ein Unternehmen ist.

Die Eigenkapitalrendite lässt sich auch für vermietete Wohnungen berechnen. Nehmen wir an, eine 2-Zimmer-Wohnung kostet 200.000 Euro inklusive aller Nebenkosten. Um ein Bankdarlehen zu erhalten, wird man meist ungefähr 15–20 % der Gesamtkosten selbst aufbringen müssen, was in diesem Fall das Eigenkapital darstellt.

Rechnen wir mal mit den 15 % weiter. Man müsste für unsere oben genannte Wohnung also 30.000 Euro Eigenkapital aufbringen. Dem gegenüber stehen die Mieteinnahmen minus den Zinsbelastung durch das Darlehen für die restliche Summe. Nehmen wir an, die Wohnung wirft monatlich 550 Euro Kaltmiete ab, das wären dann 6.600 Euro im Jahr. Für das Darlehen in Höhe von 170.000 Euro rechnen wir mit einem Zinssatz von 2 %, was einer jährlichen Zinslast von 3.400 Euro entspricht.

Von den 6.600 Euro Mieteinnahmen bleiben dir also nach Zinsen 3.200 Euro übrig, was den Gewinn in dieser Betrachtung darstellt. Nun können wir die Eigenkapitalrendite berechnen: 3.200 Euro Gewinn geteilt durch 30.000 Euro Eigenkapital ergibt eine Eigenkapitalrendite von 10,7 %. Gar nicht schlecht, oder?

Warum Buffett trotzdem Aktien bevorzugt

Ich glaube, dass es zwei gute Gründe gibt, warum Buffett Aktien und den Kauf von Unternehmen bevorzugt. Erstens: Wer Mitte der 1960er Jahre Aktien von Berkshire Hathaway gekauft hat, der kann sich heute über eine durchschnittliche Jahresrendite von 21 % freuen. Das ist knapp doppelt soviel wie die theoretische Rendite unserer oben genannten Wohnung.

Warren Buffett ist einfach viel zu gut darin, herausragende Aktien und Unternehmen zu finden, als dass eine Wohnung eine für ihn interessante Rendite liefern könnte. Klar, dass er da lieber weiter in Unternehmen investiert, die liquiden Mittel erhöht oder Aktienrückkäufe tätigt, als in Immobilien zu investieren.

Der zweite Punkt, der ihm am Immobiliengeschäft nicht gefallen dürfte, ist die Tatsache, dass die oben errechnete Eigenkapitalrendite nur zustande kommt, wenn man so wenig wie möglich Eigenkapital einsetzt. Verdoppelt man das Eigenkapital im oben genannten Beispiel auf 60.000 Euro, liegt die Rendite auf das eingesetzte Kapital nur noch bei 6,3 %.

Hohe Schulden sind also Teil des Immobiliengeschäfts, wenn man hohe Renditen auf sein eingesetztes Kapital erwirtschaften will. Und hohe Schulden kann Buffett mal so gar nicht leiden! In Anbetracht dieser beiden Aspekte denke ich, dass Buffett auch zukünftig nicht im großen Stil ins Immobiliengeschäft einsteigen wird.

Was du daraus lernen kannst

Stehst du nun vor der Frage, ob du in Immobilien oder in Aktien investieren sollst, stell dir einfach die Frage, wie du zu diesen beiden Punkten stehst. Welche Rendite wirst du an der Börse wohl erwirtschaften können? Liegt sie deutlich über der einer Immobilie? Und wie kannst du mit der Verschuldung umgehen? Sind liquide Rücklagen vorhanden? Kaufst du in einer guten Lage? Hier wären Schulden eher verkraftbar als in einer schlechten Lage.

Und natürlich solltest du überlegen, wofür du dich mehr interessiert, was dich mehr begeistert. Denn wer langfristig erfolgreich sein will, der sollte brennen, für das, was er tut!

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Thomas Brantl besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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