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Was ist Inflation?

Foto: The Motley Fool.

Inflation, Deflation, Inflationsziel und Deflationsgefahr – bitte was? Du verstehst nur Bahnhof? Keine Sorge, wir helfen dir!

Im folgenden Artikel werde ich versuchen, etwas Licht in das Gewirr von Fachbegriffen zu bekommen und dir einige Zusammenhänge aufzeigen, die dich hoffentlich zum Nachdenken anregen.

Aber der Reihe nach.

Was ist Inflation?

Falls du schon etwas älter sein solltest, kennst du bestimmt das Gefühl, dass z. B. Brot oder eine Kugel Eis vor 10 oder 20 Jahren deutlich weniger gekostet haben. Dein Gefühl sagt dir, dass „alles“ immer teurer wird.

Herzlichen Glückwunsch, dein Gefühl täuscht sich nicht. Was du erlebst ist Inflation: der mehr oder weniger schnelle Verlust der Kaufkraft des Geldes. Um das Ganze mal etwas plastischer zu machen:

Nehmen wir an, du besitzt 100 Euro. Die sind heute genau 100 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ein Inflationsziel von nah, aber unter 2 %. Das heißt, in zehn Jahren kannst du für deine 100 Euro nur noch Waren im Wert von rund 82,03 Euro kaufen. Die Inflation hat voraussichtlich knapp 20 Euro „vernichtet“. Oder umgekehrt: du benötigst in zehn Jahren rund 121,90 Euro, um die gleiche Kaufkraft wie heute zu haben.

Wie entsteht Inflation?

Die Frage ist leider nicht ganz so einfach zu beantworten und löst immer wieder hitzige Debatten unter Ökonomen aus. Die wichtigsten Faktoren für die Inflation dürften aus meiner Sicht wohl Folgende sein:

  • Eine Ausweitung der Geldmenge
    • Wird die Geldmenge erhöht, ohne dass die Wirtschaft im gleichen Maße wächst, steigen die Preise, da mehr Geld „im System“ ist und die Nachfrage dadurch steigt.
  • Eine Erhöhung der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes
    • Wir das Geld sehr schnell wieder ausgegeben, erhöht sich die Umlaufgeschwindigkeit und die Nachfrage nach Waren nimmt zusätzlich zu. Die Händler erhöhen die Preise immer weiter.
  • Verknappung von Rohstoffen
    • Sind Rohstoffe knapp oder werden sie künstlich (z. B. durch Förderquoten) knapp gehalten, erhöht sich der Preis. Das hat vor allem bei volkswirtschaftlich bedeutenden Rohstoffen (z. B. Öl) Auswirkungen auf die Inflation.
  • Lohnsteigerungen
    • Läuft die Wirtschaft rund und sind viele Menschen in Lohn und Brot, steigen in der Regel die Löhne. Die Leute haben mehr Geld in der Tasche und konsumieren mehr. Aufgrund der erhöhten Nachfrage werden die Preise nach oben angepasst.

Die Liste ist selbstverständlich nicht vollständig. In der Makroökonomie gibt es noch viele weitere Faktoren, den ein Einfluss auf die Inflation nachgesagt wird.

Eine Inflation von bis zu 5 % wird unter Volkswirten als „normal“ angesehen. Ab einer Inflationsrate von 50 % pro Monat spricht man von Hyperinflation. Das kann so weit gehen wie zu Zeiten der Weimarer Republik, als die Löhne von Arbeitern aufgrund der enormen Inflationsraten zwei Mal pro Tag ausgezahlt wurden.

Was ist das Gegenteil von Inflation?

Das Inflationsziel der EZB (und aller anderen großen Notenbanken) liegt bei nahe zwei Prozent. Der hauptsächliche Grund dafür ist, dass man einen Puffer für ein mögliches Deflationsszenario haben möchte.

Das Gegenteil von Inflation ist nämlich die Deflation. Dabei handelt es sich um den Kaufkraftgewinn von Geld über einen bestimmten Zeitraum. Das klingt ja eigentlich ganz gut. Es kann auch gut sein, aber eben auch schlecht.

Die „gute Deflation“ entsteht z. B. durch Preissenkungen aufgrund von Innovationen in der Produktion von bestimmten Gütern. Ein gutes Beispiel ist der rasende Fortschritt in der Produktion von Computern. Durch die Automatisierung und Fortschritte in der Produktion sind die Preise vor allem für Speichermedien stark gesunken. Noch vor wenigen Jahren waren z. B. Festplatten mit wenigen Gigabyte Speicherkapazität unbezahlbar.

Daneben gibt es noch die gefürchtete „schlechte Deflation“. Hier müssen (meist überschuldete) Unternehmen um jeden Preis ihre Waren absetzen und/oder Vermögenswerte verkaufen, um ihre Schulden bedienen zu können. Dadurch werden die Preise gesenkt. Das wiederum verleitet auch andere Unternehmen zum Senken der Preise und gleichzeitig sinkt der Preis von Vermögenswerten (z. B. Immobilien) durch das verstärkte Angebot.

Durch das Tilgen von Krediten ohne gleichzeitig neue Kredite für bspw. Investitionen aufzunehmen, sinkt die Geldmenge und die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes nimmt ab.

Das führt zu einer Deflation bzw. zu einer Aufwertung des Geldwertes. Dadurch kommt es im schlimmsten Fall zu der gefürchteten „Deflationsspirale“, in der es aufgrund von fehlender Nachfrage (keiner will mehr kaufen) zu Insolvenzen, Arbeitslosigkeit und Pessimismus kommt.

Genau das ist es, was die Europäische Zentralbank meint, wenn sie von einer Deflationsgefahr spricht und damit unter anderem ihr Anleihen-Kaufprogramm und die niedrigen Zinsen rechtfertigt.

Was sind die Schlussfolgerungen daraus?

Inflation und Deflation sind in unserem Wirtschaftssystem normale Effekte, mit denen du dich als Investor auseinandersetzen musst. Aufgrund der aktuellen Verschuldungssituation der westlichen Welt und den sehr niedrigem Zinsniveau solltest du dich mit deinen Investments sowohl auf inflationäre als auch auf deflationäre Tendenzen einstellen. In beiden Fällen sind Aktien von Qualitätsunternehmen eine gute Möglichkeit, zumindest weitestgehend unbeschadet sowohl Inflations- als auch Deflationsszenarien zu überstehen und dein Vermögen zu schützen.

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