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Verliert Oracle sein Mojo?

Quelle: Getty Images.

Sollten sich die Gerüchte als wahr erweisen, könnten einige wichtige Kunden von Oracle (WKN:871460) kurz vorm Abschied stehen.

The Information meldete am 2. Januar, dass sowohl Amazon (WKN:906866) als auch Salesforce (WKN:A0B87V) aktiv daran arbeiten, die proprietäre Oracle-Datenbank in ihrem Betrieb durch Open-Source-Alternativen zu ersetzen.

Das ist im Moment nur ein Gerücht, und mindestens ein professioneller Analyst behauptet bereits, dass die Geschichte wie „Fake News“ klingt. Aber Foolische Investoren wollen nie unvorbereitet erwischt werden, und wir sollten erkennen, was für ein Schlag es für Oracle sein könnte, wenn Amazon und Salesforce davonlaufen.

Warum die Oracle-Datenbank wichtig ist

Fangen wir mit etwas Hintergrund an. Die Oracle-Datenbank ist eine  Datenbank, die für Softwareanwendungen verwendet wird, um Informationen abzurufen und auf Websites anzuzeigen. Es ist vergleichbar mit der Aufforderung, ein mathematisches Problem zu lösen, bei dem wir einen Moment nachdenken müssen, bevor wir die Antwort geben.

Oracles Datenbank hat sich zu einem der weltweit beliebtesten Entwicklertools entwickelt. Erstmals 1979 veröffentlicht, hat es sich zum Industriestandard entwickelt. Tausende von maßgeschneiderten Programmen sind darauf aufgebaut, was Oracle einen unglaublich starken Wettbewerbsvorteil in Form von Wechselkosten verschafft hat: Weil Oracle so fest in die Softwareapplikationen eines Unternehmens eingebettet ist, wird es extrem schwierig, es zu ersetzen. Kein Unternehmen ist bestrebt, die gesamte IT-Infrastruktur umzubauen.

Aber obwohl es schwierig wäre, die Oracle-Datenbank zu ersetzen, wäre es nicht unmöglich.

Amazon und Salesforce haben inzwischen sehr große und kompetente IT-Abteilungen aufgebaut. Wenn sie genügend Zeit und Motivation haben, können sie Alternativen zur Oracle-Datenbank finden, um die hohen Lizenz-, Wartungs- und Support-Gebühren zu vermeiden. Oracle hat bereits ein Team von 400 Mitarbeitern, die weltweit unterwegs sind, um die Lizenzbestimmungen aggressiv durchzusetzen, was manchmal bedeutet, dass Geldbußen für Verstöße erhoben werden müssen.

Mit anderen Worten, Oracle hat nicht gerade ein warmes und freundliches Verhältnis zu seinen Kunden. Viele von ihnen sind sauer, weil sie jahrzehntelang zu viel bezahlt haben.  Diese haben den Punkt erreicht, dass sie bereit sind, woanders nach einer anderen Lösung zu suchen.

Die anderen Lösungen

Berichten zufolge hat Amazon auch bereits zwei seiner internen E-Commerce-Datenbanken auf Open-Source-Projekte umgestellt, die für die Pflege der Kundenkonten- und Bestelldaten unerlässlich sind. Auch Salesforce entwickelt ein eigenes Open-Source-Datenbankprojekt und plant, bis 2023 Oracle-frei zu sein. Berichten zufolge haben sie bereits einen geeigneten Codenamen für das Frühphasenprojekt gewählt: Sayonara.

Open-Source-Tools sind für Unternehmen verfügbar geworden, die damit beginnen, ihre eigenen Datenbanken zu entwerfen, insbesondere für  unstrukturierte Datensätze wie bei Social Media oder in der Machine-to-Machine-Kommunikation. „Open Source“ bedeutet, dass der Softwarecode kostenlos ist. Eine Flut neuer mobiler Softwareanwendungen, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, hat die Datenbankkosten in die Höhe getrieben und einige dieser Open-Source-Tools sehr populär gemacht. MongoDB ist ein Unternehmen in diesem Bereich. Es ging erst im Oktober an die Börse und hat bereits mit einer Marktkapitalisierung von 1,5 Milliarden US-Dollar.

Aber Amazon und Salesforce werden wahrscheinlich mehr als nur Geld sparen wollen.

Beide Unternehmen sind Cloud-Computing-Anbieter, d.h. sie stellen Kunden, die keine Ausgaben für den Aufbau einer eigenen IT-Infrastruktur tätigen wollen, Infrastruktur als Service zur Verfügung. Sie fügen schnell neue Funktionen hinzu, um die Attraktivität ihres Cloud-Angebots zu steigern, und würden es mehr als alles andere lieben, Oracle aus dem Markt zu drängen.

Foolisches Fazit

Oracle hat bewusst viel Aufmerksamkeit von die Investoren auf sein überdimensionales Cloud-basiertes Wachstum gelenkt, auch wenn vieles davon nur dazu dient, das bestehende Legacy-Geschäft zu kannibalisieren. Auch die Aktien sind kürzlich gesunken, nachdem das Unternehmen einen schwachen Ausblick herausgegeben hatte.

Oracle ist kein Unbekannter für motivierte Wettbewerber wie Microsoft, die an deren dominanten Marktanteil angreifen wollen. Aber der Verlust von Amazon oder Salesforce als Kunden wäre beträchtlich und könnte die Investoren dazu veranlassen, sich zu fragen, ob die Wachstumsraten und Wettbewerbsvorteile von Oracle so stark und nachhaltig sind, wie behauptet wird.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, eines Tochterunternehmens von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten ist Mitarbeiterin von LinkedIn und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. LinkedIn ist Eigentum von Microsoft.

Dieser Artikel wurde von Simon Erickson  auf Englisch verfasst und wurde am 10.01.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Oracle. The Motley Fool empfiehlt Salesforce.com.

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