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Spannender Blick in die Geschichte: Das waren die ersten (Vorläufer-)Aktien

Foto: Getty Images

Wenn du das hier liest, stehen die Chancen nicht schlecht, dass du dich so mancher Vorteile der einen oder anderen Aktie erfreust. Oder es zumindest vorhast. Löblich, denn das ist leider hierzulande nicht selbstverständlich.

Doch hast du dich schon einmal gefragt, wo die Ursprünge von Aktien liegen? Ich habe mich mal auf die Suche nach den ersten Aktien begeben und habe die eine oder andere erstaunliche Entdeckung dabei gemacht. Wer weiß, vielleicht hast du ja sogar die eine oder andere antike Aktie in deinem Portfolio?

Kufermine Falun

Einer der ersten Anteilscheine, den man im weitesten Sinne mit dem Begriff Aktie konnotieren kann, datiert auf das Jahr 1288. Dieses antike Schätzchen, das zur damaligen Zeit ein Achtel der Besitzrechte an der schwedischen Kupfermine Falun verbriefte, können wir wohl getrost als einen der ersten Vorläufer unserer Aktien bezeichnen.

Übrigens, die Mine gibt es immer noch, sie wurde aber inzwischen stillgelegt. Heute gehört sie zum Weltkulturerbe. Das Unternehmen, das die Mine zuletzt betrieb, nennt sich Stora Enso (WKN: 871004) und existiert auch heute noch.

Kuxscheine

Die nächsten Anteilscheine, auf die wir heute noch zurückblicken können, sind die sogenannten Kuxscheine. Diese wurden seit dem 14. Jahrhundert ausgegeben, um den Bergbau zu finanzieren. Unter den Anteilseignern befanden sich in erster Linie die zum jeweiligen Bergbau gehörenden Kumpel selbst. Mitarbeiterbeteiligungen wurden also scheinbar schon vereinzelt im späten Mittelalter groß geschrieben.

Banco di San Giorgio

Die erste, wirkliche Aktiengesellschaft geht wohl auf das Jahr 1407 zurück und heißt Banco di San Giorgio. Gegründet wurde die Bank wohl von prominenten Familien aus der namensstiftenden Stadt der Bank. Zu ihren Kunden gehörten bekannte Gesichter, wie beispielsweise Christoph Columbus.

Iglauer Tuchkompanie

Mit unserem vierten Vertreter wird es richtig spannend! Denn bei der Iglauer Tuchkompanie, die 1592 gegründet wurde, handelte es sich um eine Aktiengesellschaft, deren Anteile auch veräußerbar gewesen sind. Mitunter zum Leidwesen der Anteilseigner wurde sowohl der Gewinn als auch der Verlust gleichermaßen geteilt. Unter den damaligen Besitzern befanden sich wohl vornehmlich Bergbaugesellschaften, Reedereien und Mühlengenossenschaften.

Kolonial-Unternehmen

Auch viele der Unternehmen der Kolonialzeit waren übrigens Aktiengesellschaften und für ihre Verhältnisse sogar recht modern. Denn auch hier waren Gewinnbeteiligungen und Veräußerungen von Anteilen an der Tagesordnung. Zu erwähnen sind in diesem Kontext vor allem die Britische Ostindien-Kompanie, die stolze 250 Jahre existierte, sowie die Niederländische Ostindische-Kompanie, die es immerhin auf beinah 200 Jahre Lebensdauer schaffte. Einem langfristigen Investieren stand hier somit nichts im Wege.

Hudson’s Bay Company

Kommen wir nun wieder zu einem Vertreter, den es heute auch noch gibt: die Hudson’s Bay Company (WKN: A1J8G6). Gegründet wurde die Aktiengesellschaft am 2. Mai 1670 und vertrieb vorerst Fell in Nordamerika. Heute ist das Unternehmen ein bisschen breiter aufgestellt. Mit der Einzelhandelskette Kaufhof besitzt die heutige Hudson’s Bay Company sogar ein Unternehmen, das heute noch in vielen deutschen Innenstädten vorhanden ist.

Dillinger Hütte

Falls du dich fragst, wo Deutschland in diesem umtriebigen, historischen Aktienverkehr gewesen ist, sind wir bei unserem letzten Kandidaten an der richtigen Adresse. Die Dillinger Hütte gab 1809 erstmals Anteilscheine heraus. Man könnte aber angesichts des späten Datums sagen, dass die Deutsche Aktienscheu sogar historisch begründet ist.

Heute beschäftigt das Saarländische Hüttenwerk als Nachfolger übrigens rund 5.000 Beschäftigte und gilt als größtes Grobblechwerk Europas.

Interessanter Blick in die Geschichte, findest du nicht auch?

Mit diesem deutschen Beispiel endet unsere historische Aktienreise nun. Interessant fände ich noch, wie sich die antiken Kandidaten aus Renditesicht geschlagen haben. Mal sehen, vielleicht finde ich für einen weiteren Artikel ja auch diesbezüglich etwas heraus!

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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