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Kryptowährungen: Es ist schon wieder passiert…

Foto: Getty Images

Denkst du, es ist schwer, Aktien zu finden, die dich über Nacht reich machen? Normalerweise würde ich sagen: Ja! Aber scheinbar musst du im Moment bloß ein Unternehmen finden, welches das Wort „Blockchain“ in einer Pressemitteilung verwendet.

Vor Kurzem habe ich über die seltsame Situation von Long Blockchain (bisher bekannt als Long Island Iced Tea Corp) und Chanticleer Holdings gesprochen. Ich habe sie “Beweis für die Bitcoin-Blase“ genannt.

Es scheint, als ob Kodak zu dieser Sichtweise noch beitragen will.

Der Name Kodak ist dir bestimmt bekannt. Es ist das Film- und Fotografieunternehmen, welches insolvent wurde, weil es die Gefahr der Digitalkameras zu langsam erkannte. Vielleicht versucht das derzeitige Management, diesen Fehler aus der Vergangenheit wieder gut zu machen, indem es sich voll auf neue Technologien konzentriert.

Hier ist jedenfalls ein Auszug aus der Pressemitteilung von Kodak:

Die KODAKOne Platform will mit der Nutzung der Blockchaintechnologie ein kryptografisches, digitales Verzeichnis von Eigentumsrechten für Fotos schaffen, um sowohl neue als auch bereits archivierte Arbeiten zu registrieren, sodass sie in der Plattform lizenziert werden können. Mit der KodakCoin laden wir teilnehmende Fotografen ein, an einer neuen Wirtschaft für Fotografie teilzunehmen, Zahlungen für Lizenzen ihrer Arbeit sofort beim Verkauf zu erhalten und dass sowohl professionelle als auch Amateurfotografen ihre Arbeiten selbstbewusst in einer sicheren Blockchain verkaufen können.

Immer wenn ich über Bitcoin und Blockchain geschrieben habe, habe ich versucht, die „Spreu vom Weizen“ zu trennen. Ich habe häufig angemerkt, dass ich an eine große Zukunft für die Blockchaintechnologie glaube. Ich denke aber auch, dass Spekulanten etwas zu begeistert bei bestimmten Blockchainimplementationen sind.

Mit diesem Wissen zolle ich Kodak hier Respekt. Fotorechte mithilfe einer Blockchain zu verwalten, ist genau das, wofür Blockchain entwickelt wurde. Und obwohl das alte Kodak ein Branchenriese war, ist das neue Kodak ein ziemlich kleines Unternehmen. Daher scheint es eine fruchtbare Angelegenheit zu sein, eine neue Technologie zu nutzen, um ein so schwieriges Thema wie Fotorechte zu bearbeiten.

Allerdings überzeugen mich die KODAKCoin und die „Neue Wirtschaft für Fotografie“ nicht besonders. Aber wenn es zusammen mit dem Rechtemanagement funktioniert und die Nutzer die Möglichkeit haben, die KODAKCoins oder richtiges Geld zu verdienen, klar, warum nicht?

Dies steht im krassen Widerspruch zu der Situation von Long Blockchain. Hier hat sich ein Unternehmen, welches Eistee herstellt, entschieden, dass es sich in einen Experten für Blockchaintechnologie umwandelt. Wenn die Transition gelingt, super für sie. Aber ich bin da eher, sagen wir, „skeptisch“.

Hier ist das Problem

Ich habe Kodak zwar Respekt gezollt hinsichtlich seines interessanten Blockchainprojektes. Aber was bitte soll die Reaktion der Investoren?

An dem Tag, an dem Kodak seine Blockchainambitionen bekannt machte, schoss die Aktie um 121 % nach oben. Am Tag nach der Mitteilung stieg sie um weitere 55 %.

Das ist einfach verrückt.

Über die ganze Sache liegen uns nur begrenzt Informationen vor. Und noch weniger Informationen haben wir über die wirtschaftlichen Aspekte der Plattform. Dies könnte sicher eine gute Entwicklung für Fotografen sein, aber es muss auch Umsatz und Gewinn einbringen, um sich für die Investoren zu lohnen.

Es ist klar, dass der Anstieg der Kodak-Aktie nichts mit den wirtschaftlichen Tatsachen zu tun hat. Damit gleicht die Situation dem Fall wie bei Long Blockchain und Chanticleer Holdings.

Der verrückte Sprung von Kodaks Aktie ist nur noch mit der Manie und der Spekulation zu erklären, die Blockchain und Kryptowährungen im Moment umgeben. Investoren sind durch den Preisanstieg bei den Kryptowährungen im letzten Jahr angespornt und bereit, ihr Geld in buchstäblich alles zu stecken, was mit dem Wort Blockchain daher kommt.

Der schwierige Teil ist…

Natürlich haben wir so etwas schon vorher gesehen. Für mich passt am besten der Vergleich mit der Dotcom-Blase, als alles, was irgendwie an „Internet“ erinnerte, in die Höhe schoss.

Das Problem lag damals darin, dass es nach einer verrückten Sache aussah, bereits lang bevor die Blase platzte. Das heißt, dass viele Leute, die (richtigerweise) eine Blase erkannten, zunächst lange Zeit als falsch oder sogar als dumm angesehen wurden. Bis die Blase schließlich platzte. Das Problem ist, dass je länger die Fiktion anhält, desto mehr nagte es an Investoren, die nicht investierten. Dadurch wurden manche Investoren letztendlich doch verleitet „nachzugeben“ und dann auf tragische Weise zu spät zu investieren.

Ich schätze, dass das gleiche heutzutage mit der Blockchain und den Kryptowährungen passieren wird. Die gute Nachricht ist, dass kein Investor gezwungen wird, sein Geld in eines dieser Dinge zu investieren. Damit ist es die Entscheidung jedes einzelnen Investors, ob er das Risiko eingehen will, dass es doch keine Spekulationsmanie ist, oder von der Seitenlinie zuschauen möchte.

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Matt besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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