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Die 3 besten Stories von der Zukunft der Mobilität aus dem vergangenen Jahr

Foto: General Motors.

Neue Technologien wie autonome Fahrzeugsysteme und technologiegestützte Geschäftsmodelle wie Ridesharing werden in nicht allzu ferner Zukunft miteinander kombiniert, um die Art und Weise, wie wir uns fortbewegen, zu verändern.

Wie aber wird das alles ablaufen, und wie können Investoren davon profitieren? Nicht ganz einfach zu sagen, aber im vergangenen Jahr bekamen wir Einblicke in die nahe Zukunft der Welt. Diese Hinweise könnten Investoren bei der Suche nach den besten Möglichkeiten helfen, von dieser Transformation zu profitieren. Wir haben drei unserer Top-Fools gebeten, über die Entwicklungen zu sprechen, die ihrer Meinung nach am meisten Licht in die Fortbewegung der Zukunft bringen wird.

Selbstfahrende Taxis sind keine Zukunftsmusik mehr

John Rosevear: Seit Jahren schon sprechen Zukunftsforscher von einer neuen Vision urbaner Mobilität, bei der von Menschen betriebene Autos und Taxis durch vernetzte, selbstfahrende Fahrzeuge ersetzt werden. Die Hoffnung: Sicherer Transport, weniger Verkehr und geringere Kosten.

Eine solch lückenlose Vision scheint noch in weiter Ferne zu liegen. Aber General Motors (WKN:A1C9CM) unternahm im Jahr 2017 einen riesigen Schritt in Richtung Zukunft.

GM und seine Tochtergesellschaft in San Francisco, Cruise Automation, arbeiten seit über einem Jahr an einer selbstfahrenden Version des bahnbrechenden, elektrisch betriebenen GM Chevrolet Bolt EV. In einer Präsentation im November enthüllten GM-Führungskräfte, dass sie mit der Massenproduktion von selbstfahrenden Bolts für die städtische Fahrgemeinschaft beginnen werden, sobald ihre selbstfahrende Software als sicherer als der Betrieb vom Menschen erachtet wird – ein Punkt, den man derzeit für 2019 erwartet.

Viele Autohersteller sowie einige große Unternehmen außerhalb der Autoindustrie haben von selbstfahrenden Autos in Massenproduktion geredet. Einige wenige, vor allem Alphabets (WKN:A14Y6F) Tochter Waymo, haben selbstfahrende Systeme, die mindestens genauso serienreif sind wie die von GM. Aber soweit jeder weiß, ist GM das einzige Unternehmen, das bereits ein Auto und die dazugehörige Produktionshallen, um es zu bauen. Und nicht zuletzt ein selbstfahrendes System in fortgeschrittenem Entwicklungsstadium.

Es stellt sich heraus, dass der Bolt von Anfang an mit Blick auf einen autonomen Fahrservice entwickelt wurde. So wird GM in der Lage sein, die Fahrzeuge zu Tausenden auf die Straße zu bringen, sobald das System einsatzbereit ist. Jetzt ist das Rennen um den Einsatz einer Flotte von selbstfahrenden Taxis in städtischen Gebieten ernsthaft im Gange – und lustigerweise ist es ein Dinosaurier aus Detroit, der dabei an der Spitze zu stehen scheint.

Intelligente Mobilität, intelligente Bewegungen

Daniel Miller: Ich bin mir sicher, dass Lyft-Investoren sich über das schlimme Jahr gefreut haben, das Hauptrivale Uber durchzustehen hatte; Lyft gewann an Boden, als Uber sich u.a. mit Boykotts, Diskriminierungsstreitigkeiten und seinem Gründer, der als CEO abgesetzt wurde, befassen musste. Aber während Uber mit der Schadensbegrenzung beschäftigt war, konnte Lyft an intelligenten Mobilitätsprojekten arbeiten, die für das Unternehmen wegweisend sein dürften.

Obwohl Uber über ein firmeninternes Forschungs- und Entwicklungsprogramm verfügt, hat sich Lyft für Partnerschaften mit mehreren Unternehmen entschieden. Es ist eine Strategie, die Lyft in die Lage versetzt, seine Fahrzeuge zum Testen anzubieten und dabei Meilen, Daten, Wissen und Erfahrung zu sammeln – alles entscheidende Faktoren für die Entwicklung der Zukunft seiner intelligenten Mobilitätsprojekte.

Eine solche Partnerschaft bestand zwischen Lyft und nuTonomy, die ein Programm in Boston testen wird, um alles zu erforschen, von Routing und Buchung bis hin zur Leistung des fahrerlosen Fahrzeugsystems. Jaguar Land Rover investierte im Sommer auch 25 Millionen Dollar in Lyft, um deren Expansions- und Technologiepläne zu unterstützen. Im Gegenzug wurde dem Autohersteller die Möglichkeit gegeben, die eigenen selbstfahrenden Fahrzeuge in Lyfts Ridesharing-Service zu testen.

Lyft hat zudem eine Vereinbarung mit Detroits zweitgrößtem Autohersteller, der Ford Motor Company (WKN:502391), getroffen, um an der Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge speziell für den Einsatz in Fahrgemeinschaften zu arbeiten. Und am wichtigsten dürfte wohl General Motors gewesen sein, die 2016 500 Millionen Dollar in Lyft investierten, um eine große Flotte von Chevrolet Bolt Elektrofahrzeugen zu testen, die demnächst fahrerlos sein sollten.

Im Laufe der Zeit wird die Grenze zwischen intelligenten Mobilitätsunternehmen und Projekten wie Lyft, Automobilherstellern und Technologieunternehmen weiter verschwimmen. Während sich Lyfts Rivale Uber 2017 auf Schadensbegrenzung konzentrierte, schaffte Lyft eine tolle Serie an Erfolgen, die fast unbemerkt blieb.

Uber hat kein Monopol auf Mitfahrgelegenheiten

Travis Hoium: Ridesharing und autonome Fahrzeuge werden zusammen die Zukunft der Mobilität sein. Das hat für Autohersteller und Technologieunternehmen die Aufgabe geschaffen, als erste damit auf den Markt zu kommen. Alphabet, Uber, Lyft, General Motors und andere versuchen, die Technologie zu entwickeln, um eine autonome Ridesharing-Flotte aufzubauen, die eines Tages die Branche dominieren könnte, weil dann theoretisch die Netzwerkeffekte greifen würden. Das Unternehmen mit der größten Flotte würde mehr Fahrer anziehen, was zu einer größeren und technologisch fortschrittlicheren Flotte führen würde, und so weiter. Dies geschah mit PC-Betriebssystemen (Microsoft), der Internet-Suche (Google) und Social Media (Facebook). Alle Unternehmen wissen, dass die Gewinnung von Marktanteilen der Schlüssel zum Erfolg sein wird und zu Hunderten von Milliarden von Gewinnen führen kann.

Uber schien schon einen enormen Vorsprung vor der Konkurrenz gehabt zu haben, einfach weil man über das größte Mitfahrgeschäft der Welt verfügte. Man hätte autonome Fahrzeuge ausrollen und sie in Fahrgemeinschaften einsetzen können, um alle anderen auf dem Markt zu zerschlagen, wodurch man praktisch die Monopolstellung gehabt hätte. Und das ist der Grund, warum Investoren Milliarden von Dollar an das Unternehmen ausgeschüttet haben, in der Hoffnung, dass Uber dann den Mobilitätsmarkt beherrschen würde. Aber im Jahr 2017 wurde diese schöne Geschichte zunichte gemacht.

Als bei Uber eine Kultur die systematische sexuelle Belästigung aufgedeckt wurde und der Gründer Travis Kalanick als CEO zurücktreten musste, handelte sich Uber ein schwarzes Auge ein. Die Kunden reagierten, indem sie sich bei Lyft anmeldeten, das das ganze Jahr über Marktanteile von Uber stiebitzen konnte. Laut Bloomberg, das Dokumente von einem Lyft-Investor erhalten hat, rechnet Lyft damit, ein Drittel der Marktanteile zu besitzen.

Das sagt uns viel über die Gewohnheiten der Kunden, die neue Wettbewerber berücksichtigen sollten. Kunden scheinen mehr als bereit zu sein, die Ridesharing-Apps zu wechseln, wenn es einen Grund dafür gibt. Der Umzug zu Lyft wurde aus sozialen Gründen befeuert, so dass es sinnvoll ist, dass handfeste wirtschaftliche Faktoren wie niedrigere Preise oder kürzere Wartezeiten auch Kunden anziehen können.

Der Ridesharing-Markt mag also einige Netzwerkeffekte haben, aber die Switching-Kosten sind gering, wenn man bedenkt, wie einfach es ist, sich bloß eine App herunterzuladen. Ich glaube, dass Mobilität nicht von einem großen Player wie Uber dominiert werden wird; es wird Platz für mehrere große Wettbewerber geben. Und das wird für Alphabet, General Motors und Lyft’s Fahrgemeinschaftspläne auf lange Sicht die Tür öffnen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Facebook, Alphabet und Ford.

Dieser Artikel von Daniel Miller, John Rosevear und Travis Hoium erschien am 10.1.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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