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Versucht Altria, den E-Cig-Markt für sich zu gewinnen?

Foto: Getty Images

Weißt du, wie ernst es dem Tabakriesen Altria (WKN:200417) mit elektronischen Zigaretten ist? Ziemlich ernst. Altria investiert jetzt in Vape Shops.

Der führende US-Zigarettenhersteller — der auch hofft, groß abzukassieren, wenn Philip Morris International (WKN:A0NDBJ) die FDA-Zulassung für seine Marlboro Heatsticks gewinnt — sagte, dass er einen Minderheitsanteil an einem der größten e-cig-Einzelhändler des Landes gekauft habe, weil er so größeren Einblick in die Kaufgewohnheiten der Kunden bekommt.

Die Luft reinigen

Der Markt für elektronische Zigaretten hat das Potenzial, sich in Größe und Umfang in diesem Jahr dramatisch zu verändern. Wenn Philip Morris eine Klassifizierung mit reduziertem Risiko für iQOS erhalten kann, könnte es einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Herstellern von E-Zigaretten erlangen, die rechtlich nicht in der Lage sind, ihre Produkte als sicherere Alternative zu herkömmlichen Zigaretten zu bewerben.

Wenn es in diesem Punkt scheitert, aber dennoch die Zulassung für den Verkauf in den USA erhält, wird es eine neue Technologie auf den Markt bringen, der schließlich ähnliche Produkte folgen werden, wie z.B. British American Tobaccos (WKN:916018) iFuse glo, von dem der britische Tabakkonzern gesagt hat, dass er die Zulassung noch in diesem Jahr beantragen wird.

Die Heat-not-burn-Technologie benutzt echten Tabak, um einen Dampf zu schaffen, der sowohl den Nikotinhit als auch den Tabakgeschmack liefert, den Raucher wollen. Die Geräte, die jetzt auf dem US-Markt erhältlich sind, beruhen auf mit Nikotin angereicherten Flüssigkeiten, um den gleichen Effekt zu erzielen, und viele Anwender haben das Gefühl, dass das nicht das ist, was sie wollen.

Aber das Element, das alle Geräte gemein haben, ist, dass sie in Drogerien, Convenience Stores und Vape Shops verkauft werden.

Eine neue Richtung

Avail Vapor ist eine der größten Ketten von Vape Shops und stellt auch seine eigenen E-Liquids her, die laut Altria in hochmodernen, ISO-zertifizierten Reinräumen hergestellt werden. Das Unternehmen verfügt außerdem über ein vollwertiges analytisches Labor, in dem es Tests durchführt, um sicherzustellen, dass es den gesetzlichen Bestimmungen entspricht.

Altria hat bereits eigene elektronische Zigaretten auf dem Markt: die MarkTen XL des Tochterunternehmens Nu Mark sowie Green Smoke, das Altria vor einigen Jahren erworben hat. Diese Geräte werden oft als cig-a-likes bezeichnet, weil sie wie brennbare Zigaretten geformt sind und oft mit wiederaufladbaren Batterien und austauschbaren Patronen ausgestattet sind, die die Flüssigkeiten enthalten, die erhitzt werden, um einen Dampf zu erzeugen.

Größere Vaping-Systeme werden als Tanks oder Mods bezeichnet, und die Nutzer können sie an ihre eigenen persönlichen Designs anpassen.

Da sich das traditionellen Zigarettenrauchen auf dem Rückzug befindet und die FDA potenziell verheerende neue Regeln zur Begrenzung der Nikotinspiegel anordnen könnte, bereitet sich die Tabakindustrie auf den unvermeidlichen Wandel vor. Philip Morris hatte angekündigt, dass man bis Ende 2017 eine installierte Kapazität von bis zu 60 Milliarden Einheiten pro Jahr für seine iQOS-Geräte haben wird, gegenüber 15 Milliarden im Jahr zuvor. Das Unternehmen erwartet, dass es die Kapazität im Jahr 2018 weiter erhöhen wird.

Erster Schritt zur Marktbeherrschung

Altria hat vor einigen Jahren mit Philip Morris exklusive Vermarktungsvereinbarungen zur Entwicklung risikoarmer Produkte wie dem iQOS abgeschlossen, und seine Investition in Avail sieht nach einem Schritt aus, um seinen Platz auf dem Markt zu sichern.

Es ist auch ähnlich dem, was Anheuser Busch InBev (WKN:A2ASUV) vor einigen Jahren in seinem eigenen Akquisitionsrausch gemacht hat. Der Brauer kaufte eine Reihe von Bierhändlern, um konkurrierende Biere aus dem Markt zu drängen. Altria könnte seine Beteiligung an Avail auf ähnliche Weise nutzen.

Selbst mit einem Label mit reduziertem Risiko könnte iQOS einem harten Wettbewerb durch den Konkurrenten Juul Labs ausgesetzt sein, der scheinbar aus dem Nichts gekommen ist und sich 40 % des E-Cig-Marktes gesichert hat. Die Geräte unterscheiden sich sowohl von Standard-E-Cigs als auch von Heat-Not-Burn-Geräten. Obwohl sie zur Dampferzeugung eine Flüssigkeit verwenden, enthalten sie natürlich vorkommende Tabaksalze und nicht das sogenannte „Freebase“-Nikotin. Als etabliertes führendes Unternehmen ist es unwahrscheinlich, dass es seine herausragende Stellung leicht aufgeben wird.

Und natürlich gibt es Zehntausende von Einzelhandelsgeschäften, in denen man E-Cigs kaufen kann. Avail hat nur 102 Läden in 42 Staaten, aber wenn es Altria-Marken bevorzugt, könnte das die Dynamik subtil verändern.

Im Augenblick hat Altria nicht angezeigt, dass es beabsichtigt, in andere Vape-Shop-Ketten zu investieren, aber sollte es dies tun – oder Avail dabei helfen, seine Präsenz signifikant zu erweitern –  könnte das ein Hinweis darauf sein, dass der Tabakriese sich bemühen wird, den Markt für elektronische Zigaretten zu dominieren.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Anheuser-Busch InBev NV.

Dieser Artikel wurde von Rich Duprey auf Englisch verfasst und am 7.1.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.1

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