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Schaden die Blockbuster von Walt Disney der Filmindustrie?

Die Walt Disney Company (WKN:855686) steht vor einem Dilemma. Einerseits hat das ESPN-Sportnetzwerk schon bessere Zeiten erlebt. Nach Jahren der Erhöhung der Abonnementkosten, um immer höhere Gebühren für Sportrechte zu zahlen, haben viele Kabelabonnenten begonnen, Pakete ohne den teuren Kanal anzufordern. In den letzten sieben Jahren hat das Unternehmen rund 13 % seiner Kunden verloren.

Auf der anderen Seite sind Disneys Filmstudios auf Hochtouren gelaufen. CEO Bob Iger erwarb Pixar klugerweise von Steve Jobs im Jahr 2006, Marvel Entertainment im Jahr 2009 und Lucasfilm von George Lucas im Jahr 2012 und erzielte eine Reihe von Blockbuster-Erfolgen, die dazu beigetragen haben, die Schwäche im Bereich der Kabelkanäle  auszugleichen.

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Da ESPN weiterhin mit hohenKosten zu kämpfen hat, könnten die Verlierer hier konkurrierende Filmstudios sein, die weiterhin gegen Disney antreten werden.

Insgesamt war es ein schwaches Jahr für Filme, aber ein guter Lauf für Disney

Das vergangene Jahr war für die gesamte Filmbranche nicht gut. Laut Box Office Mojo betrugen die Bruttoeinnahmen in den USA im Jahr 2017 11,07 Milliarden US-Dollar. Diese Zahl war 3 % niedriger als 2016 und 1 % niedriger als 2015. Die Gesamtzahl der verkauften Tickets, ein besserer Richtwert, der die Ticketinflation beseitigt, liegt auf dem niedrigsten Niveau seit 1992, als die US-Bevölkerung um 20 % niedriger war.

Dennoch war es ein guter Lauf für Buena Vista, Disneys Filmstudios. Seit 2009, dem Jahr, in dem Disney Marvel kaufte, hat Buena Vista seinen inländischen Marktanteil an den Kinokassen von 11,5 % auf 21,2 % gesteigert. Mit einer Ausnahme – Universal Studios im Jahr 2015 – hat kein anderes Studio den Marktanteil von 20 % übertroffen. Im Jahr 2016 gingen mehr als 25 % der Bruttokasseneinnahmen an Walt Disney.

Kleinere Studios und Schauspieler könnten das Nachsehen haben

Auf kurze Sicht ist die Anzahl der Kinos, Vorführungen und Leinwände relativ unelastisch. Daher ist die „Wahl“ eines Kinos, ob es Marvel-, Lucasfilm- oder Pixar-Blockbuster in mehreren Sälen spielen soll, gegenüber einem Film mit einem kleineren Produktions- (und Marketing-) Budget alles andere als eine Wahl. Die Verlierer hier könnten das gesamte Film-Ökosystem sein – jeder, der nicht Disney heißt. Betroffen sind vor allem kleinere, eigenständige Studios und Projekte, die ihre Filme vielleicht gar nicht mehr ins Kino bringen können.

Ein weiterer Faktor wird die abnehmende Bedeutung von „Starpower“ sein. Disney-Filme sind entweder animiert oder Story-basiert, und diese verlassen sich weniger auf einen Schauspieler oder eine Schauspielerin, um Tickets zu verkaufen. Ein Paradebeispiel ist Sonys Spiderman-Serie: In Spider Man: Homecoming aus dem Jahr 2017 ist Tom Holland der dritte Schauspieler, der die Rolle in einem Jahrzehnt spielt.

Die Kinokasse dominieren

Es gibt zwei Gründe, warum Disney weiterhin übergroße Marktanteile für den inländischen Ticketverkauf gewinnen sollte. Die erste ist, dass die Misere von ESPN weitergehen wird. Im November hat das Unternehmen 100 Mitarbeiter abgebaut — das ist die dritte Entlassungsrunde seit 2015. Noch sind die größten Kosten für ESPN nicht intern — es ist die Kosten, die NFL, NCAA, NBA und MLB im TV übertragen zu dürfen. Da diese Kosten weiter steigen und die Zahl der Abonnenten weiter sinken dürfte, sollte Disney auch weiterhin stärker auf seine Filmabteilung setzen.

Das zweite ist Disneys Kauf der Studio-Abteilung von Fox durch die Übernahme von 21st Century Fox (WKN:A1WZP6). Damit bekommt Disney zusätzliche Rechte an Marvel-Charakteren wie den X-Men, The Fantastic Four und Deadpool.

Disney wollte dieses Jahr etwa 11 Filme veröffentlichen und 20th Century Fox 15. Disney wird versuchen die neuen Inhalte zu monetarisieren und weiterhin Hits produzieren, um die Studioeinnahmen steigern. Dabei sollte man aber auf die Sättigung des Marktes achten, da andere Studios jetzt vorsichtiger vorgehen werden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Walt Disney. 

Dieser Artikel wurde von Jamal Carnette, CFA auf Englisch verfasst und am 7.1.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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