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Hat Amazon 100 Millionen mit seinem beliebtesten Artikel verloren?

Foto: The Motley Fool.

Es ist offiziell. Amazon.com (WKN:906866) ist Amerikas größter E-Tailer – und Amazons Echo Dot ist das meistverkaufte Produkt des Unternehmens.

Weihnachten 2017 war „besser als je zuvor für die Echo-Produkte“, sagte Amazon am Tag nach Weihnachten. Aber bei all den großen Echos und Echo Dots, allen Echo Spots und Echo Shows, die Amazon letztes Jahr verkauft hat, war der winzige Echo Dot das meistverkaufte Produkt.

Im Einzelhandel gab es ihn für nur  29,99 US-Dollar während der Weihnachtszeit, daher mag man vielleicht nicht denken, dass der Echo Dot einen Unterschied beim Umsatz ausmacht. Aber es gibt eine Position, wo sich der Verkaufserfolg des Echo Dot besonders bemerkbar machen wird: Im Endergebnis.

In diesem Quartal wird der Echo Dot einen Unterschied machen.

Kratzer und Dellen

Amazon bestätigte in seiner Pressemitteilung, dass es über die Feiertage „Millionen“ von Echo Dots verkauft hat. Das Analyseunternehmen Nomura versuchte, diese Zahl für uns zu bestätigen und schätzte, dass „Amazon 20 Millionen Echo Dots“ verkauft hat. Multipliziert mit einem Verkaufspreis von 29,99 US-Dollar pro Einheit, ergibt das einen Umsatz von fast 600 Millionen US-Dollar für Amazon – etwa 0,6 % aller Einnahmen, die Amazon im Laufe eines ganzen Jahres macht, und das alles mit nur einem Produkt. Zudem nennt Nomura seine 20 Millionen-Schätzung „konservativ“, so dass die tatsächlichen Zahlen höher ausfallen könnten.

Aber wie profitabel waren diese Verkäufe für Amazon?

Letztes Jahr schätzte ABI Research, dass die Komponenten, die allein für den Bau des Amazon Echo Dot der zweiten Generation benötigt werden, 34,87 US-Dollar kosten. Das ist nicht inklusive Arbeit, Versandkosten, Stromverbrauch und so weiter. Wenn Amazon seine Dots für 29,99 US-Dollar verkauft, scheint das, anzudeuten, dass es mit Verlust verkauft.

Tatsächlich scheinen 20 Millionen Echo Dots, die zu einem Preis von 4,88 US-Dollar unter ihren Komponentenkosten verkauft wurden, einen Verlust von 97,6 Millionen US-Dollar für Amazon zu bringen. Wenn das stimmt, würde dies ausreichen, um 5 % von Amazons Jahresgewinn von 1,9 Milliarden US-Dollar zu vernichten. Es könnte sogar ein so großer Verlust sein, dass Amazon in Q4 einen Verlust erzielt.

Was die Analysten erwarten

Laut den von S&P Global Market Intelligence gesammelten Daten erwarten die Wall-Street-Analysten, dass Amazon bei der Berichterstattung über die Ergebnisse des vierten Quartals (entweder sehr spät in diesem Monat oder sehr früh im Februar) einen Umsatz von 59,8 Milliarden US-Dollar und Gewinne von 920 Millionen US-Dollar verbuchen wird. Hoffentlich haben sie die gleichen Schlagzeilen gelesen wie wir und haben bereits die Verluste aus den Verkäufen des Echo Dot in ihre Schätzungen einbezogen. Aber es besteht immer noch das Potenzial von diesen Verkäufen später zu profitieren.

Es lohnt sich auch darauf hinzuweisen, dass die jüngsten Medienberichte darauf hindeuten, dass die Kosten für die Komponenten des Echo Dot im vergangenen Jahr zurückgegangen sein könnten, so dass das Unternehmen vielleicht nicht mehr als etwa 31 US-Dollar pro Einheit ausgegeben hat. Das würde einen kleineren Verlust andeuten — aber immer noch einen Verlust bedeuten.

Was kluge die Investoren über smarte Lautsprecher wissen sollten

Langfristig orientierte Anleger sollten sich vor allem daran erinnern, dass es zwei sehr gute Gründe für Amazon gibt, seine Echo Dots in der Weihnachtszeit zu so niedrigen Preisen zu verkaufen. Angesichts der viel höheren Preise von 100 US-Dollar für einen Full-Size Google Home Smart Speaker oder mehr als 300 US-Dollar für ein Apple (WKN:865985) HomePod (der noch nicht einmal verfügbar war)  ist es wahrscheinlich, dass Amazon es den Käufern leicht machen wollte. Alphabet (WKN:A14Y6H)  fand dies schnell heraus und senkte den Preis seines smarten Lautsprechers.

Dies hilft, den Erfolg der Echo Dot-Verkäufe zu erklären. So kann Amazon vielleicht auch Googles und Apples intelligente Lautsprecher verdrängen und seine dominante Führung in diesem Bereich stärken.

Diese Maßnahme könnte in Zukunft zu weiteren Verkäufen für Amazon führen. Und natürlich kann Amazon davon profitieren, einfach mehr „Zeug“ zu verkaufen, wenn man bedenkt, dass Echo-Besitzer nachweislich mehr Geld bei Amazon.com ausgeben als Nicht-Echo-Besitzer.

Kurz gesagt: Ja, Amazon verlor wahrscheinlich eine Menge Geld damit. Aber es ist das große Ganze, das zählt.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, ein Tochterunternehmen von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Amazon und Apple.

The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple, Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

Dieser Artikel von Rich Smith erschien am 8.1.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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