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Diagnose und Behandlung von Alzheimer: Diese Aktien könnten in 2018 explodieren

Foto: Getty Images

Sowohl die Diagnose als auch die Behandlung von Alzheimer sind schlichtweg enttäuschend und brauchen dringend Erfolgsmeldungen, denn weltweit sind rund 50 Mio. Menschen betroffen. Doch es gibt Licht am Horizont und 2018 könnte das entscheidende Jahr werden, um manchen Unternehmen Zugang zu diesem nahezu unberührten 20 Mrd. US-Dollar Markt zu ermöglichen. Hier sind potenzielle Gewinner im Kurzporträt.

Theorien zur Ursache von Alzheimer

Es gibt zwei favorisierte Theorien zur Entstehung von Alzheimer, auf deren Basis Wirkstoffe entwickelt werden. Die Betonung liegt hier auf Theorie, denn der Mechanismus dahinter ist bisher wenig verstanden, weshalb die rationale Entwicklung von Wirkstoffen so schwierig ist.

Im Gehirn der Betroffenen findet man sogenannte Plaques bestehend aus fehlerhaft gefalteten Beta-Amyloid-(Aβ-)Peptiden. Die auf dieser Plaque-Theorie entwickelten Wirkstoffe waren und sind bisher hauptsächlich Antikörper, die an Plaques oder deren Vorstufen binden und sie auflösen sollen. Viele Unternehmen wie Eli Lilly (WKN:858560), die amerikanische Merck (WKN:A0YD8Q) oder kürzlich erst Biogen (WKN:789617) scheiterten aber.

Die zweite Theorie zur Alzheimer-Entstehung basiert auf der Beobachtung, dass auch fehlerhaft gefaltete Tau-Proteine als Knäuel in den Neuronen auftreten. Sie lagern sich auch an Axone (unsere Nervenleitungen) an und verhindern damit die Weiterleitung elektrischer Signale. Und genau das Tau-Protein scheint der Schlüssel zum Erfolg zu sein.

Neue Therapieansätze: Potenzielle Gewinner

Die nicht börsennotierte TauRx Therapeutics aus Schottland berichtete im November 2017 von einer erfolgreichen Phase III Studie mit dem Kandidaten LTMX. Dessen reaktive Komponente ist triviales Methylenblau, das tatsächlich die Anhäufung und Missfaltung des Tau-Proteins reduzieren konnte. Zugleich konnte das Fortschreiten der Krankheit ebenfalls verlangsamt werden, so dass erstmals gute Nachrichten beim Kampf gegen Alzheimer verkündet werden konnten.

Das wiederum bedeutet Auftrieb für alle Unternehmen, die Therapien gegen das Tau-Protein entwickeln. Während die klassischen Antikörper gegen die Plaques bisher nichts ausrichten konnten, setzen andere Unternehmen auf die Vermeidung der Entstehung von eben solchen Plaques sowie Knäuel von fehlerhaften Tau-Proteinen.

Ein Unternehmen, das es wirklich wissen will, ist AC Immune (WKN:A2AR5F) aus der Schweiz. Zusammen mit Genentech, einer Tochter von Roche (WKN:855167), werden Antikörper sowohl gegen die Plaque-Vorstufen als auch gegen die missgefalteten Tau-Proteine entwickelt.

Zusammen mit Janssen, einer Tochter von Johnson & Johnson (WKN:853260), entwickelt AC Immune einen Impfstoff gegen missgefaltete Tau-Proteine. Dieser Impfstoff führt im Körper zu einer Immunreaktion, so dass körpereigene Antikörper gegen Tau entwickelt werden und daran binden, so dass es ähnlich wie bei einer Virusinfektion abgebaut werden kann. Vorteil hier ist das gute Sicherheitsprofil, da die Reaktion unabhängig von T-Zellen ist, die starke Nebenwirkungen verursachen können.

In Eigenregie wird noch ein Impfstoff gegen die Plaque-Vorstufen entwickelt sowie ein Molekül, das das Verkleben der Tau-Proteine verhindern soll. Damit deckt AC Immune das größte Spektrum aller Unternehmen bei der Entwicklung von Wirkstoffen gegen Alzheimer ab.

Die deutsche Probiodrug (WKN:792183) testet in Phase II ein Molekül, das im Frühstadium von Alzheimer die Bildung der Plaque-Vorstufen, die allein schon toxisch sind, verhindern soll. Erste Daten waren zwar positiv, aber noch nicht vollends überzeugend, so dass erst die Anwendung über einen längeren Zeitraum solide Daten verspricht. Zudem wird an einem Antikörper gegen diese Plaque-Vorstufen gearbeitet.

Die private Axon Neuroscience aus der Slowakei hat einen Impfstoff gegen missgefaltete Tau-Proteine in klinischer Phase II. Zudem hält das Unternehmen einige Patente auf Tau in Zusammenhang mit Alzheimer.

Die ebenfalls private Araclon Biotech aus Spanien hat einen Impfstoff gegen Plaque-Vorstufen in Phase I, der bei mehr als 87 % der Patienten zu einer Immunantwort geführt hat und gut verträglich war.

Neue Diagnostikansätze: Potenzielle Gewinner

Therapien gegen Alzheimer sind das eine, die Diagnostik von Alzheimer eine andere Herausforderung. Eher indirekten Aufschluss bekommt man durch Psychometrische Tests und Bildgebende Verfahren, während die Untersuchung von Nervenwasser (Liquor) direkte Ergebnisse bringt, allerdings auch ein invasives Verfahren mit Risiken für den Patienten darstellt.

Das Zauberwort heute sind Flüssigbiopsien, d. h. es werden für Alzheimer spezifische Moleküle im Blut bestimmt. Die Blutabnahme ist eine kostengünstige und sichere Methode, allerdings ist der Nachweis deutlich schwieriger als in Liquor.

Die in Heidelberg ansässige Hummingbird Diagnostics entwickelt solche Bluttests, die auf microRNA basieren. Noch ist kein Test auf dem Markt, und es wird spannend, ob es gelingt und der Test dann auch von Diagnostikern angenommen wird.

Araclon Biotech entwickelt einen Bluttest, der die Menge an Aβ-Peptiden im Blut einschließlich der an Plasma gebundenen Peptide misst.

Ganz anders geht das Unternehmen 3D Signatures (WKN:A2AUDV) vor, das eine patentierte Diagnostik-Plattform entwickelt hat, deren Herzstück die Teloview-Software ist. Hier werden sogenannte Telomere, die am Ende unserer Chromosomen für deren Stabilität verantwortlich sind, analysiert.

Die dreidimensionale Telomerstruktur gibt Auskunft über den Gesundheitszustand einer Zelle. Damit können spezielle Algorithmen Zellen als normal, im Vorstadium einer Krankheit oder als erkrankt identifizieren.

Derzeit läuft eine Validierung des Tests für Lymphdrüsenkrebs, der als Erster im Frühjahr 2018 vermarktet werden soll. In der Pipeline befindet sich aber auch ein Test für Alzheimer.

Fazit

Wir werden sehen, ob ein Impfstoff oder Antikörper gegen Plaque-Vorstufen oder Tau-Proteine oder gar deren Kombination erfolgreich sein werden – zumindest sieht es bisher ganz gut aus.

Neben einigen nicht börsennotierten Unternehmen sticht bei neuen Therapien AC Immune heraus, die nahezu alles abdecken, um letztlich Erfolg zu haben und diesen 20 Mrd. US-Dollar-Markt zu rocken.

Im Bereich der Diagnostik von Alzheimer ist 3D Signatures mit einer einzigartigen Technologie und fortgeschrittener Pipeline meiner Meinung nach am vielversprechendsten.

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Stefan Graupner besitzt Aktien von 3D Signatures. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Johnson & Johnson. The Motley Fool empfiehlt Biogen.

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