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Der Dow Jones erstmals bei 25.000 Punkten – und jetzt?

Foto: Getty Images

Der Dow Jones Industrial Average überschritt am Donnerstag erstmals die Schwelle von 25.000 Punkten, knapp ein Jahr nachdem er 20.000 Punkte erreicht hatte. Während dies sicherlich für Anleger ein psychologischer Meilenstein ist, ist es doch auch wichtig, darüber nachzudenken, was genau das eigentlich bedeutet. Der Dow ist nämlich keine exakte Repräsentation des Aktienmarkts, und 25.000 ist bloß eine willkürliche Zahl, die an sich recht wenig Bedeutung hat

Die Schwächen des Dow

Der Dow Jones Industrial Average, auch DJIA oder einfach „Dow“ genannt, ist ein Aktienindex, der die Performance von 30 der größten US-Unternehmen abbildet. Darunter befinden sich heute Apple, American Express und Johnson & Johnson; der Index lässt schwächelnde Aktien außen vor und ersetzt sie mit stärkeren Unternehmen.

Während der Dow zweifellos öfter als andere Indizes in den Medien repräsentiert ist, hat der Dow doch zwei große Schwächen, die seine Nützlichkeit reduzieren.

Zuerst einmal trackt der Dow bloß 30 Aktien. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es 5.141 börsennotierte Aktien an den Börsen NYSE und NASDAQ. Von diesen Unternehmen haben 2.332 eine Marktkapitalisierung von mehr als 1 Milliarde US-Dollar. Das heißt, dass der Dow nur eine kleine Auswahl des Marktes repräsentiert.

Zweitens ist der Dow ein kursgewichteter Index, was bedeutet, dass höherpreisige Aktien einen größeren Einfluss auf den Punktestand haben. Zum Beispiel wird Goldman Sachs derzeit zu knapp 260 Dollar gehandelt, während die Dow-Aktie ExxonMobil für etwa 87 Dollar gehandelt wird. Damit hat die Bewegung der Goldman Sachs-Aktie etwa dreimal so viel Einfluss auf die Performance des Dow, obwohl sie nur etwa ein Viertel der Größe von ExxonMobil ausmacht. Deswegen kann der Dow von einer einzigen Aktie stark beeinflusst werden. Hat z.B. Apple über ein sehr gutes Quartal, und die Anteile steigen 20 %, kann es beim Dow so aussehen, als ginge es dem Markt viel besser als in Wahrheit.

Nur ein Teil des Gesamtbilds

Obwohl er der bekannteste der großen Aktienindizes sein mag, bietet der Dow nicht das beste Bild des Gesamtmarktes. Der S&P 500 beispielsweise indiziert 500 der größten Unternehmen der USA und ist (wie die meisten anderen wichtigen Indizes) nicht preisgewichtet, sondern marktkapitalisiert. Der Russell 3000 ist ein breiter Index von großen, mittleren und kleineren Unternehmen. Man könnte ihn als das beste Maß für den Zustand des gesamten Marktes ansehen.

Jedoch neigen hohen Punktezahlen des Dow dazu, die meiste Aufmerksamkeit auf sich zu zienhen. „Der Dow ist ein Aushängeschild des Marktes, aber kein gutes Barometer dafür“, sagt Greg McBride, Chief Financial Analyst bei Bankrate.com. „Der S&P 500 ist ein viel besserer Marktindikator und hat kürzlich zum ersten Mal die Marke von 2.700 überschritten. Aber das klingt einfach nicht so gut.“

Tatsächlich hat der Dow einige der anderen großen Aktienindizes deutlich übertroffen, wie ich vor etwa einem Monat schrieb, als der Index zum ersten Mal 24.000 Punkte überschritt. Insbesondere Indizes, die kleinere Unternehmen und Value-Aktien abbilden, haben im vergangenen Jahr nicht annähernd so gut abgeschnitten wie der Dow. Wie das untenstehende Diagramm zeigt, haben jedoch tech-lastige Indizes wie die NASDAQ gut zugelegt.

Dow Jones: Daten via YCharts

Soll heißen, dass es mehrere Aktienindizes gibt, die eine viel bessere Vorstellung davon geben können, wie es am Markt zugeht. Welcher dafür der beste ist, ist fraglich, aber man kann sagen, dass das Dow nicht das ist, was er ist.

Was der Dow bei 25.000 bedeutet und was nicht

Darüber hinaus ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass 25.000 nur eine arbiträre Zahl ist und nicht den Preis eines einzelnen Vermögenswertes darstellt. Im großen und ganzen ist es also nicht unbedingt bedeutender als, als wenn der Dow die 24.000 übersteigt, oder 23.000 oder meinetwegen 22.871.

Es deutet allerdings darauf hin, dass diese 30 Unternehmen in den letzten Jahren recht gut abgeschnitten haben. Am 25. Januar 2017 konnte der Index zum ersten Mal die 20.000er Marke knacken. Das bedeutet einen Zuwachs von 25 % in knapp einem Jahr, und der Index hat seit dem Tiefpunkt der Großen Rezession im März 2009 seinen Wert ungefähr vervierfacht.

Immer kühlen Kopf bewahren

Letztlich sollte man aber immer einen kühlen Kopf bewahren. Auch wenn der Index später im Jahr 2018 26.000, 28.000 oder sogar 30.000 übersteigen sollte, darf man sich nicht von den Schlagzeilen beirren lassen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Johnson & Johnson und empfiehlt American Express.

Dieser Artikel von Matthew Frankel erschien am 4.1.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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