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Bitcoin ist seit April 2013 bei 20 verschiedenen Anlässen um mindestens 22% gesunken

Foto: Getty Images.

Vergiss Superman, es gibt einen neuen Helden in der Stadt. Für den Privatanleger erwies sich die Krypto-Währung im Jahr 2017 als nicht von dieser Welt, da zahlreiche virtuelle Währungen im Laufe des Jahres vier-, fünf- und in einigen selteneren Fällen sechsstellige prozentuale Zuwächse erzielten. Es könnte das beste Jahr sein, das jemals für eine Anlage verzeichnet worden war.

Wie gut waren Krypto-Währungen? Ende 2016 betrug die kombinierte Marktkapitalisierung aller virtuellen Währungen nur 17,7 Milliarden US-Dollar. Bis Ende Dezember war der Gesamtwert aller Krypto-Währungen zusammengenommen jedoch auf bis zu 654 Milliarden US-Dollar angestiegen. Das ist eine Wertsteigerung von fast 3.600 % in einem Jahr. Im Vergleich dazu hat der Aktienmarkt historische Renditen von rund 7 % pro Jahr erzielt (inklusive Dividendenreinvestition und inflationsbereinigt).

Ein Rekordjahr

Auch wenn Bitcoin 2017 prozentual gesehen unterdurchschnittlich abgeschnitten hat, wird Bitcoin immer noch der ganze Irrsinn zugeschrieben. Bitcoin war am Anfang des Jahrzehnts mit 0,003 US-Dollar pro Coin gehandelt worden. Heutzutage schwankt Bitcoin zwischen 13.000 und 17.000 US-Dollar.

Die Investoren sind nach wie vor fasziniert von dem Potenzial als Zahlungsmoderator und der Anwendung der Blockchain-Technologie. Bitcoin findet derzeit immer mehr Händler, die bereit sind, es als gesetzliches Zahlungsmittel zu akzeptieren — mehr als jede andere Kryptowährung. Es ist in Japan inzwischen auch gesetzliches Zahlungsmittel.

Für diejenigen, die sich mit der Blockchain-Technologie nicht auskennen, es ist  die Infrastruktur, die den meisten Krypto-Währungen zugrunde liegt. Es ist das digitale und dezentrale Ledger, das für die Erfassung aller Transaktionen verantwortlich ist, ohne dass ein externer Vermittler, der oft eine Bank ist, benötigt wird. Bitcoins Blockchain setzte den Ansturm hunderter anderer Kryptowährungen in Gang, um neue und einzigartige Blockchains zu entwickeln, die an Unternehmenskunden und Endverbraucher vermarktet werden, die sich nach Dezentralisierung, Privatsphäre und Effizienz sehnen. Die Blockchain hat das Potenzial, die Sicherheit zu verbessern, die Transaktionsgebühren zu senken und die Abwicklungszeiten zu verkürzen, insbesondere bei grenzüberschreitenden Transaktionen.

Bitcoin-Einbrüche sind etwas ganz Normales

Doch Bitcoin bringt mehr als nur Euphorie mit sich. Die Kryptowährung bring auch jede Menge Volatilität. Vor allem Privatanleger treiben den Kurs an, da institutionelle Anleger nicht bereit waren, an dezentralen Krypto-Währungsbörsen zu handeln. Es ist kein Geheimnis, dass Kleinanleger dazu neigen, ihren Emotionen zu folgen, was zu schnellen Schwankungen führt.

Gemäß Daten von Mauldin Economics ist Bitcoin seit April 2013 20 Mal um mindestens 22 % gesunken.

Wie wir im Tweet oben sehen können, neigt Bitcoin dazu, etwa einmal im Quartal einzubrechen, obwohl es keinen bestimmten Grund dafür gibt. Du wirst auch bemerken, dass Mauldin 18 dieser Pullbacks aufgelistet hat, wobei zwei zusätzliche Pullbacks von 26 % und fast 50 % im Dezember 2017 auftreten, die in der obigen Grafik nicht dargestellt sind.

Nicht wenige dieser Pullbacks waren schwerwiegend. Bei 13 von 20 musste Bitcoin mindestens ein Drittel seines Wertes abgeben, wobei die Kryptoqährung 7mal mehr als  44 % verloren hatte. Bitcoin hat diese Einbrüche bisher gut verkraftet, aber das war auch eine starke Belastungsprobe für die Investoren.

Warum Bitcoin 22 % oder mehr einbrechen könnte

Im Jahr 2018 gibt es keinen Mangel an Katalysatoren, die zu einem erneuten Absturz des Bitcoin-Kurses führen könnten.

Zunächst einmal wird Bitcoin in diesem Jahr mit einem Markt konfrontiert sein, den ich als „faireren“ Markt bezeichnen würde. Vor dem Start des Bitcoin-Futures-Handels mit CBOE Global Markets am 10. Dezember konnten Bitcoins einfach gekauft oder verkauft werden. Es gab keinen Weg für Skeptiker, um dagegen zu wetten. Mit mehreren Plattformen, die Bitcoin-Futures anbieten oder anbieten werden, und einer Reihe von Plattformen, die Bitcoin-ETFs anbieten, werden die Skeptiker in diesem Jahr viel leichter in der Lage sein, ihren Einfluss geltend zu machen.

Regierungsvorschriften könnten eine wichtige Rolle im Jahr 2018 spielen. Obwohl Bitcoin von der Akzeptanz als gesetzliches Zahlungsmittel in Japan profitierte und durch den Terminhandel in den USA Legitimität erlangte, wurde Bitcoin im vergangenen Jahr auch in Marokko verboten — wie in einem halben Dutzend Länder, in denen Krypto-Währungen verboten sind. In diesem Jahr ist es möglich, dass Russland Bitcoin auch verbieten könnte.

Ein weiteres Thema ist der intensive Wettbewerb im Krypto-Raum. Bitcoin steht derzeit an der Spitze der Tabelle, was die Akzeptanz bei den Händlern und die Marktkapitalisierung angeht, aber die langsamen Verarbeitungszeiten und hohen Transaktionskosten könnten leicht dazu führen, dass Bitcoin als führende Kryptowährung verdrängt wird. Es gibt praktisch keine Barrieren für den Eintritt in diesen Bereich, und die Entwicklung der Blockchain könnte sehr leicht dazu führen, dass Bitcoin abgelöst wird.

Emotionen sind zudem wie eine Achterbahnfahrt. Solange Privatanleger die primäre Kraft hinter Bitcoin bleiben, besteht die Gefahr, dass mehrere wilde Schwankungen kommen. Schließlich haben Kleinanleger immer wieder die Akzeptanz neuer Technologien überschätzt und wurden schließlich enttäuscht.

Wenn du planst, Bitcoin 2018 zu kaufen, stell sicher, deinen Vorrat an Beruhigungsmitteln aufzufüllen.

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Dieser Artikel von Sean Williams erschien am 1.1.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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