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2018 – Meine Prognose für die Deutsche Bank

Foto: The Motley Fool

87,80 Euro – so viel war die Aktie der Deutschen Bank  (WKN: 514000) im April 2007 wert. Seitdem ist viel Wasser den Main heruntergelaufen und zwischenzeitlich stand die Aktie im Oktober 2016 bei unter 10 Euro.

In den letzten 10 Jahren wurde die Bank nicht nur durch die Finanzkrise stark in Mitleidenschaft gezogen, sondern musste auch diverse Skandale und Rechtsstreitigkeiten über sich ergehen lassen und mit den immer stärkeren Folgen der Digitalisierung kämpfen.

Das vergangene Jahr 2017 war für das Geldhaus aber überraschend ruhig und so will ich im folgenden Artikel mal einen Blick in die Glaskugel werfen und mich an eine Prognose für das Jahr 2018 wagen.

2017 war ein gutes Jahr

Das vergangene Jahr war für die krisengeschüttelte Deutsche Bank deutlich besser als 2016. Nicht nur die Quartalsergebnisse waren um einiges besser, auch konnte die enorme Last der immer noch bestehenden Rechtsstreitigkeiten weiter abgebaut werden.

John Cryan macht seinen Job als Sanierer, zumindest aus Sicht der Aktionäre, recht gut. Die Mitarbeiter werden das aufgrund des verstärkten Jobabbaus sicher anders sehen. Aber der reine Blick auf die Zahlen lässt ihn zurzeit gut aussehen.

Die Aktie hat sich in den letzten Monaten gut entwickelt und steht aktuell bei 15,95 Euro (3.1.2018). Seit dem Tief von unter 10 Euro im Oktober 2016 ist sie mehr als 60% und damit deutlich stärker als der DAX gestiegen.

Trotzdem sehe ich die Aktie der Deutschen Bank im Jahr 2018 nicht höher, als sie aktuell steht, und habe einen eher kritischen Blick auf die zukünftige Entwicklung der Aktie. Die Gründe dafür will ich folgend kurz erläutern.

Trend weg vom Filialgeschäft

In den letzten Jahren verstärkte sich der Trend des Online-Bankings immer mehr und sorgte damit dafür, dass das traditionelle Filialgeschäft im Bankensektor immer mehr ausstirbt. Viele Banken mit einem starken Filialnetz müssen Standorte schließen oder zusammenlegen. Das betrifft besonders stark die Deutsche Bank.

Allein im abgelaufenen Jahr hat die „Deutsche“ rund 188 ihrer 723 Filialen geschlossen. Rund 9000 Mitarbeiter wurden bereits entlassen und 1000 weitere sollen durch Vorruhestandsregelungen und Abfindungen den Konzern verlassen.

Das Problem dabei ist, dass es im Online-Banking-Markt bereits sehr viele starke und günstigere Wettbewerber gibt und die Stellung als großer Player für die Deutsche Bank hier keinesfalls so sicher ist. Wenn es nicht gelingt, das Online-Geschäft konkurrenzfähig auszubauen, wird sich dieser Trend weiter beschleunigen und spricht für eine Schwächung der Wettbewerbsstellung für die Deutsche Bank.

Eigenkapitalstruktur weiterhin kritisch

Jaja, unsere Banken und das Eigenkapital – das ist ja immer so eine Sache. Nichtsdestotrotz hat die Deutsche Bank im vergangenen Jahr ihre sogenannte „harte Kernkapitalquote“ auf 13,8 % erhöht. „Hartes Kernkapital“ sind z.B. eigene Aktien oder einbehaltener Gewinn.

Was genau darunter verstanden wird, konnten europäische Banken bis vor kurzem in internen Modellen mehr oder weniger selbst bestimmen. Und genau das hat sich jetzt mit einer Verschärfung der Kapitalvorschriften für Banken geändert. Mit den neuen Vorschriften dürfen die internen Modelle zur Berechnung nur noch zum Teil vom Standardansatz abweichen. Und das könnte die Kapitalquoten der Deutschen Bank reduzieren und im schlimmsten Fall neues Kernkapital erforderlich machen. Allerdings haben die Banken bis 2027 Zeit, die Regeln umzusetzen.

Großaktionär HNA mit Problemen

Der mit 9,9 % an der Deutschen Bank beteiligte chinesische Mischkonzern HNA kommt immer mal wieder wegen angeblicher Schwierigkeiten in die Medien. Das ging so weit, dass die Rating-Agentur S&P Global die Kreditwürdigkeit von HNA auf „B“ heruntergestuft hat. Begründung: HNA betreibt aggressive Finanzierungsmethoden und könne so fällige Schulden nicht mehr bezahlen!

Sollte einer der größten Einzelaktionäre der Deutschen Bank in Schwierigkeiten geraten und seine Anteile liquidieren, könnte der Kurs der Aktie folglich ziemlich unter Druck geraten. Investoren, die bei der „Deutschen“ dabei sind, sollten den Blick auch immer mal wieder in Richtung HNA schweifen lassen.

Allein diese drei Punkte lassen meinen Ausblick für die Deutsche Bank negativ erscheinen. Nicht vergessen sollte man auch, dass das aktuelle Restrukturierungsprogramm nicht das erste, sondern das dritte innerhalb von drei Jahren ist. Und meiner Meinung nach wird es auch nicht das letzte bleiben.

Der Deutschen Bank stehen weiterhin schwierige Zeiten ins Haus und ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass die Aktie der Deutschen Bank bei einem erneuten Aufflammen von größeren Problemen im kommenden Jahr wieder deutlich niedriger notiert.

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David Ehlers besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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