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KeyBanc senkt Schätzungen für das Tesla Model 3: Was du wissen musst

Bildquelle: Flickr Motley Fool

Jeden Tag verbessern die Wall Street-Analysten einige Aktien, degradieren andere und „initiieren die Berichterstattung“ auf ein paar mehr. Aber wissen diese die Analysten überhaupt, wovon sie reden? Heute nehmen wir einen hochkarätigen Wall Street-Pick und nehmen ihn unter die Lupe….

Der Dezember war ein Monat voller Höhen und Tiefen für Tesla (WKN:A1CX3T). Die Aktie begann den Monat bei etwa 305 US-Dollar, stieg dann zügig an und schien zwei Wochen später im Bereich von 350 US-Dollar zu liegen. Mitte Dezember erwies sich jedoch als Wendepunkt für Tesla, und die Aktien haben seit dem 15. Dezember fast 10 % ihres Wertes verloren.

Warum? Letzte Woche warnte der bekannte Shortverkäufer Jim Chanos (von Enron Ruhm) davor, dass die Tesla-Aktie „zu den schlechten gehört“ und die Anleger im Jahr 2018 enttäuschen wird. Gestern hat eine objektivere Quelle daran angeknüpft, als der Investmentbanker KeyBanc (der Tesla als einen Hold bewertet) sich dazu geäußert hat.

Hier sind drei Dinge, die wir darüber wissen sollten.

1. Der Ärger mit Tesla

Warum ist KeyBanc beunruhigt — aber nicht besorgt genug, um die Tesla-Aktie herabzustufen? Im Grunde genommen ist es das Model 3.

Erst im Juli versprach Tesla CEO Elon Musk den Investoren, dass sein Unternehmen im August 100 der neuen Elektrolimousinen des für den Massenmarkt produzieren würde. Im September sollten es 500 Exemplare und bis Ende dieses Jahres sollten es monatlich 20.000 Einheiten sein.

Letztes Quartal war Musk gezwungen zuzugeben, dass das Unternehmen bis Ende September nur 220 Model 3 ausgeliefert hatte. Dann, im November verzögerten sich die weiteren  Produktionsziele um drei Monate.

2. KeyBanc kommentiert

Bis jetzt scheinen die die Analysten davon ausgegangen zu sein, dass Musk mehr als versprochen liefern würde, als er sagte, dass er 5.000 Einheiten pro Monat bis Ende Q1 2018 produzieren würde. Insbesondere KeyBanc scheint erwartet zu haben, dass das Unternehmen im vierten Quartal 2017 15.000 Stück produzieren würde.

Jetzt rudert KeyBanc zurück und warnt, dass „wir erwarten, dass die Lieferungen des Model 3 in Q4 niedriger ausfallen werden als erwartet.” Wie in einem Artikel auf StreetInsider.com (erfordert ein Abonnement) erläutert, hat KeyBanc die letzte Woche damit verbracht, Mitarbeiter in 18 Tesla-Geschäften in den USA zu interviewen. Was man aus diesen Gesprächen gelernt hat, ist, dass Tesla derzeit auf dem richtigen Weg ist, um in diesem Quartal nur etwa 5.000 Model 3s zu verkaufen — kaum ein Drittel der 15.000 Einheiten, die der Analyst vorher erwartet hatte.

3. Niedrige Margen, mehr Probleme

Und das ist nicht das einzige Problem bei Tesla. KeyBanc befürchtet, dass Tesla nicht genügend Profit mit dem Model 3 macht, um die Gewinnschwelle zu erreichen.

Erst im letzten Quartal hatte Tesla den Anlegern mitgeteilt, dass sie bis zum Ende dieses Jahres eine „Break-even“-Rohertragsmarge auf die Verkäufe des Model 3 erwarten, um dann die Rohertragsmarge bis 2018 auf 25 % zu steigern.

Die Verkäufe des Model 3 in der günstigsten Ausführung werden Tesla jedoch die Kostenvorteile der Massenproduktion vorenthalten, wodurch dieses Ziel gefährdet wird. Zusammen mit dem Eingeständnis, dass man bereits unter den erwarteten Gewinnmargen liegt, sieht es so aus, als ob Teslas Gewinnmargen im vierten Quartal einen Dämpfer bekommen werden – und zwar einen größeren als erwartet.

Was das alles für die Investoren bedeutet

Aufgrund all dieser Probleme warnt KeyBanc nun davor, dass Teslas „Bruttomarge 2018 nicht erwartungsgemäß ansteigen wird“ und wahrscheinlich auch nicht vor Mitte 2018 wieder wachsen wird.

(Trotz steigender Umsätze sind die Rohertragsmargen von Tesla nach Angaben von S&P Global Market Intelligence seit etwa 2014 sogar rückläufig.)

Was bedeutet das für die Anleger? Kurzfristig, wahrscheinlich nicht viel. Die Zahlen von S&P Global zeigen, dass trotz des übertriebenen Optimismus in Bezug auf das Model 3 nur wenige bis keine die Analysten damit gerechnet haben, dass Tesla im nächsten Jahr auf jeden Fall profitabel wird. Etwas mehr Negativität im Unternehmensergebnis 2018 wird daher wohl nicht als ein großes Problem für den Fanclub von Elon Musk angesehen werden.

2019 könnte jedoch eine andere Geschichte sein. Die Analysten haben den Anlegern gesagt, dass Tesla seinen ersten GAAP-Gewinn im Jahr 2019 erwirtschaften soll. Wenn diese Bruttomargen erst gegen Ende des Jahres 2018 auftauchen, bleibt Tesla nicht viel Zeit.

Je mehr diese Erkenntnis in den Köpfen der Tesla-Investoren wächst, desto größer ist das Risiko für die Tesla-Aktie.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla.

Dieser Artikel wurde von Rich Smith auf Englisch verfasst und wurde am 28.12.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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