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Wie China nach dem Rekordjahr 2017 noch mehr Solarinstallationen erreichen könnte

Foto: The Motley Fool

China hat 2017 Solaranlagen mit einer Kapazität von ca. 50 Gigawatt installiert. Das ist genug, um 8,2 Millionen amerikanische Haushalte mit Strom zu versorgen. Damit macht es die Hälfte aller weltweit aufgestellten Solaranlagen aus. Die Installationen wurden durch eine günstige Politik angekurbelt. Und daher könnte die Politik auch entscheiden, diese Förderung 2018 einzustellen, wenn die Solarindustrie zu groß wird.

Aber das scheint im Moment nicht der Fall zu sein, wenn wir uns die neuen Einspeisetarife in China anschauen. Diese wurden zwar um 12 % bis 15 % gesenkt, aber nicht so stark, wie manche Analysten vorhergesagt hatten. Und sie sind noch hoch genug, um die Entwicklung der Solarbranche voranzutreiben. Damit könnte die Solarindustrie 2018 noch größer werden.

Chinas Einspeisetarife für 2018

Die neuen Einspeisetarife für Energieversorgungsunternehmen liegen nun bei 0,55 Yuan pro Kilowattstunde (kWh) bzw. bei 0,08 US-Dollar pro kWh. Regionen der Klasse 2 und 3 haben einen Tarif von 0,65 Yuan und 0,75 Yuan pro kWh. Die Zonen basieren größtenteils auf der Solarintensität und den Baukosten in unterschiedlichen Gegenden von China.

Es scheint zunächst eine schlechte Nachricht zu sein, dass die Tarife gesenkt werden. Aber ein Preis von 0,08 US-Dollar je kWh ist immer noch künstlich hoch für ein entwickeltes Land. Im Nahen Osten liegen die Preise bei 0,02 US-Dollar je kWh und Mexiko zahlt weniger als 0,05 US-Dollar je kWh, zeitweise sogar nur 0,02 US-Dollar je kWh.

Die Folge ist, dass es sich immer noch wirtschaftlich lohnt, Solarprojekte in China umzusetzen. Und Entwickler wie Jinko Solar (WKN:A0Q87R), Canadian Solar (WKN:A0LCUY) und Trina Solar werden dies auch weiterhin tun.

Es könnte einen Drang geben, die Projekte in der ersten Hälfte dieses Jahres umzusetzen. Die National Development und Reform Commission (NDRC), die die Preise festlegt, hat entschieden, dass genehmigte Projekte aus 2017 noch die alten Preise erhalten, wenn sie bis zum 30. Juni 2018 fertiggestellt werden.

Wenn wir uns die Fähigkeit Chinas vor Augen führen, Solaranlagen mit so großer Geschwindigkeit umzusetzen, dann bin ich nicht überrascht, wenn der Drang, die Installationen in der ersten Hälfte dieses Jahres fertigzustellen dazu führt, dass ein weiteres Rekordjahr erreicht wird. Dies könnte weltweit zu einer Knappheit von Solarplatten führen.

Kann ein US-Unternehmen ein Stück des chinesischen Marktes gewinnen?

Ein Unternehmen, dessen Aktivitäten ich in China beobachte, ist SunPower (WKN:A1JNM7). Es gründete ein Joint-Venture mit Dongfang Electric Corporation und Tianjin Zhongdhuan Semiconductor, um Mono PERC-Solarzellen und P-Serien-Solarplatten in China zu fertigen. In China sind bereits Produktionskapazitäten von 1,2 GW Mono-PERC vorhanden. Eine gleiche Menge an P-Serien-Kapazität wird gebaut. Aber das Ziel ist, Kapazitäten von 5 GW bis 2021 oder 2022 zu erreichen.

Das Joint-Venture wird mindestens ein Drittel seiner Solarplatten in China verkaufen. Dort hat SunPower Joint-Ventures, die Projekte entwickeln. Wenn diese die bestehende Produktionskapazität und den Oasis-Power-Block – ein Solarstromsystem, das gerade entwickelt wird und die Racks, das Design, die Stromumwandlung und das Reinigungssystem umfasst – gut nutzen, dann könnte das sehr vorteilhaft für den US-Hersteller sein. Aber die Zeit wird zeigen, ob ein US-Unternehmen überhaupt Fuß in China fassen kann.

Was bedeutet das für Investoren?

Die große Lektion aus der Veränderung der Tarife in China ist, dass Solaranlagen 2018 immer noch knapp bleiben. Wir haben gesehen, dass der übersättigte Markt 2017 plötzlich von Knappheit geplagt war, als die Nachfrage aus den USA und China stieg und eine Marktbereinigung unter den Herstellern stattfand. Das Ergebnis waren höhere Margen für Hersteller und sogar kleine Gewinne. Investoren sollten hoffen, dass sich dies fortsetzt.

Wenn die hohen Margen nachhaltig sind, da die Nachfrage schneller wächst als das Angebot, dann könnte es bedeuten, dass man in die Solarbranche investieren kann. Ich habe lange gedacht, dass ein paar wenige Hersteller ihre Kräfte bündeln und ihre Größe und Technologie nutzen, um ein nachhaltiges Solargeschäft aufzubauen. 2017 und 2018 haben wir den Anfang davon gesehen – angetrieben durch Chinas großzügige Einspeisevergütungen.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und am 29.12.2017 auf fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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