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Warum die E.ON-Aktie im Dezember 8 % gefallen ist

Foto: Getty Images

2017 war ein tolles Jahr für die Aktionäre von E.ON (WKN:ENAG99). Um stolze 35,7 % ging es nach oben. Damit gehörte die E.ON-Aktie zu den besten DAX-Aktien des Jahres. Trotz dieser tollen Entwicklung bleibt ein fader Beigeschmack: Im Dezember gab der E.ON-Aktienkurs 8 % nach.

Warum der E.ON-Aktie im Jahresendspurt die Puste ausging und ob der Rücksetzer gerechtfertigt war, erfährst du, wenn du weiterliest.

Schlechte Nachrichten bei Innogy

Mitte Dezember senkte E.ON-Konkurrent Innogy (WKN:A2AADD) seine Prognose für das Jahr 2017. Die Aktie reagierte prompt und verlor an nur zwei Handelstagen 18,5 %. Grund für die Senkung waren Probleme beim Strom- und Gasgeschäft in Großbritannien.

Dort wandern immer mehr Kunden ab, rund 100.000 verlor man alleine in den ersten neun Monaten 2017. Außerdem gibt es im Königreich bereits seit mehreren Jahren Abrechnungsprobleme. Da auch E.ON in Großbritannien aktiv ist – nach Deutschland ist Großbritannien gemessen an den Mitarbeiterzahlen sogar der zweitgrößte Markt – befürchten Anleger scheinbar auch bei E.ON schlechte Nachrichten.

Der E.ON-Aktienkurs stürzte also im Sog der Innogy-Aktie in den Keller – aber ist diese Reaktion gerechtfertigt?

Auch E.ON hat Probleme in Großbritannien

Wirft man einen Blick auf den Q3-Bericht von E.ON, wird klar, dass auch E.ON Probleme in Großbritannien hat.

In Großbritannien nahm der Stromabsatz in den ersten neun Monaten 2017 um 2,1 Mrd kWh ab. Negative Effekte ergaben sich bei Privat- und kleineren Geschäftskunden aus sinkenden Kundenzahlen.

Auch E.ON hat also mit abwandernden Kunden zu kämpfen. Der Unterschied zu Innogy: E.ON scheint die daraus resultierenden negativen Folgen bereits in seiner Prognose berücksichtigt zu haben. Denn immerhin wurde die 2017er Prognose trotz dieser Probleme im Q3-Bericht bestätigt.

Mein Fazit zum Kurssturz der E.ON-Aktie

Der Strom- und Gasmarkt in Großbritannien ist derzeit schwierig, dass bestätigt die Prognosensenkung bei Innogy. Allerdings denke ich, dass E.ON diese Entwicklung in seiner Prognose bereits berücksichtigt hat. Der Kurssturz im Sog der Innogy-Aktie könnte also übertrieben sein.

Nach einer Rallye, wie sie die E.ON-Aktie in den letzten Monaten hingelegt hat, ist eine kalte Dusche allerdings nichts Ungewöhnliches. Foolishe Anleger sollten sich von so etwas nicht aus der Ruhe bringen lassen und sich weiter auf die langfristigen Aussichten eines Unternehmens fokussieren.

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Thomas Brantl besitzt Aktien von E.ON. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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